Horst Köhler und der soziale Frieden

Wer hätte das gedacht? Nachdem in der letzten Zeit immer häufiger Statistiken in den Medien auftauchten, nach denen die Löhne deutscher Berufstätiger nicht nur auf dem relativ niedrigsten Stand seit Jahrzehnten stehen, sondern die Konjunktur zusätzlich nicht zur Genüge an die Arbeitnehmer weitergegeben wird, meldet sich jetzt unser Bundespräsident Horst Köhler zu Wort. Die WELT berichtet von scharfen Kritiken gegen die Vorstände, die sich horrende Lohnerhöhungen leisten, während ihre Arbeitnehmer nahezu nichts vom Konjunkturkuchen abbekommen.

Köhlers harsche Kritik kommt nicht von ungefähr. Er sieht den sozialen Frieden durch das Handeln der Vorständ gefährdet. Zusätzlich stärkt er die Position der Gewerkschaften, die schon länger durch ungewohnt hohe Tariferhöhungsforderungen auffallen. Die Unternehmen müssten sich darauf besinnen, wer ihnen den „Löwenanteil“ der höheren Gewinne einfährt und den Arbeitnehmern mittels angemessener Beteiligung zeigen, dass sich ihre harte Arbeit auch für sie selbst lohnt.

Etwas zweischneidig sieht die Kritik Köhlers aber trotzdem aus. Blickt man in die Diätenliste der Politiker, so muss er sich die Frage gefallen lassen, wo da die gerechtfertigten Bezüge bleiben. Die Bezüge während der Amtszeit können ja noch hingenommen werden, anders sieht es da aber mit den Pensionsansprüchen ab Ausscheiden aus dem Amt aus. Denn diese werden genau ab diesem Tag, ungeachtet sonstiger Einkünfte ausbezahlt und liegen, sogar für normale Abgeordnete, weit höher, als die Rentenansprüche eines normalen Berufstätigen, der sein Leben lang hart gearbeitet hat. Aber immerhin, die Bezüge stehen in keinem Verhältnis zu den Vorstandsgehältern und einer muss es ja mal aussprechen.


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