Roland Koch im braunen Loch

Da hat er ja wieder was gerissen, unser aller Lieblingsministerpräsident Hessens und Musterschüler der Hardliner-Tradition Schäubles. Endlich hat er sein Wahlkampfthema Nummer 1 bei der Bekämpfung der Jugendkriminalität, speziell der der Jugendlichen mit Migrationshintergrund, gefunden, da bekommt er auch schon Schützenhilfe durch seine Kameraden bei der NPD. Denn wie SPIEGEL Online heute berichtet, stellt sich der Neo-Führer Udo Voigt persönlich hinter Koch und seine CDU.

Damit ist nun das eingetreten, was vom Zentralrat der Juden schon am gestrigen Montag für die CDU prognostiziert wurde: Koch hat mit seiner populistischen Wahlkampfstrategie den Weg der NPD erreicht. Dass das bundes- und landespolitisch keinesfalls wünschenswert ist, ist kaum von der Hand zu weisen, doch zeigt es eine Entwicklung innerhalb der CDU/CSU, die sich schon lange im mehr oder weniger Verborgenen abgezeichnet hat: Die Gruppen rechts der Mitte marschieren immer weiter nach rechts. Sollte dies etwa eine Reaktion auf die Erfolge der Linkspartei in der letzten Bundestagswahl sein? Es wäre jedenfalls eine Möglichkeit, denn der adäquate Gegenpol rechts war bislang ohne politisches Gewicht.

Einen positiven Aspekt kann man Kochs Sprung in die braune Suppe aber definitiv abfinden: Er senkt seine ohnehin schon angekratzte Attraktivität für die am 27. Januar anstehende Landtagswahl in Hessen. Vielleicht schaffen wir es ja diesmal mit Hilfe seines totalen Wahlkampfes endlich, ihn aus Wiesbaden „abzuschieben“.


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