Warten auf die KVG…

Wer heute in Kassel (und sicherlich auch einigen anderen Städten) nichtsahnend an die Tramhaltestelle marschierte, frohen Mutes, sein viel zu teures Semesterticket einzusetzen, wurde jäh auf den Boden der sozialen Marktwirtschaft zurück geholt. Naja, jäh eigentlich erst, nachdem man 20 Minuten gewartet hat und sich langsam wundert, dass immernoch keine Tram gekommen ist.

So erging es also auch mir, als ich zum freundlichen Edeka „um die Ecke“ wollte, endlich den Hilfeschreien unseres Kühlschrankes nachkommen. In Ermangelung des WG-Polos, der momentan nebst Halterin Urlaub macht, war ich also auf die Öffentlichen angewiesen. Also Rucksack geschnappt und raus an die Haltestelle – bei gefühlten -5°C mit meiner Lederjacke mit defektem Reißverschluss und ausgewachsenem Hexenschuss. Dann erstmal die oben erwähnten 20 Minuten warten; komisch, irgendwie müsste da doch schon lange was gekommen sein. Ein Blick auf den Fahrplan und die Erkenntnis, dass die KVG wohl mal wieder unpünktlich ist, macht sich breit – das ist übrigens eines der unerklärlichen Phänomene des Alltags: Wir sind die zweite Haltestelle auf der Strecke, die Tram hat an der ersten etwa 10 Minuten Pause und trotzdem schaffen sie es, bei uns bis zu 5 Minuten zu spät zu kommen.

Na gut, zurück zu heute. Wie gesagt, der Fahrplan legte die Vermutung nahe, dass mal wieder das 5 Minuten Mysterium aktuell war. Also nochmal gewartet. Wer hätte es gedacht, es kam immernoch nix. Und dann ein beiläufiger Blick unter den Fahrplan, was war das? Ein „winziges“ DIN A4 Blatt auf Kniehöhe mit dickem, grünem Rahmen. Bla bla bla, Warnstreiks im öffentlichen Dienst, bla bla bla. Ja sehr nett. Vorgestern hatte ich noch im Internet geschaut, da hieß es noch, es würde nur der Servicebereich streiken. Heute dann nach dem Einkaufen noch ein Blick, da stand was von Streik im Fahrgeschäft, allerdings alles schön im Konjunktiv, und außerdem wäre das ja alles kein Problem, denn die Fahrgäste würden im Fall des Falles ja durch Anschläge und Lautsprecherdurchsagen an den Haltestellen informiert. Wie gesagt, der Anschlag (kommt mein Blog jetzt eigentlich in die BKA-Überwachung?) war ein schlechter Witz und von den Durchsagen hab ich auch nix mitbekommen. Danke KVG!


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