Im Kommunikationssumpf

Diese Woche scheint in Sachen Email-Kommunikation nicht meine gewesen zu sein. Die eine Hälfte, die ich schrieb, endete in Monologen, deren Kernforderungen aber wenigstens noch wortlos erfüllt wurden, die andere Hälfte glänzte durch gänzliche Missachtung. Dabei waren da durchaus einige dabei, bei denen eine Antwort eigentlich selbstverständlich gewesen wäre. Aber das scheint die zur Regel zu werden.

Beispiel 1: Die Anfrage nach Hilfe

Chronologisch auch die erste Mail in dieser Woche. Konkret ging es um eine Sammelanfrage eines Vereins, bei dem ich lange aktives Mitglied war, die an so ziemlich alle rausging und sich um zu besetzende Dienste drehte. Als ich sie bekam, antwortete ich, wie immer diplomatisch und hilfsbereit (ernsthaft ;-)), dass sowas zwar, bedingt durch meinen Wohnort, der mittlerweile 250km vom Vereinsheim entfernt ist, nur unter erschwerten Bedingungen möglich wäre, ich mir aber bei Personalnotstand natürlich Zeit nehmen würde. Einziger Knackpunkt, und damit auch die Frage der Fragen: Ich bin mittlerweile einvernehmlich auf passive Mitgliedschaft umgestellt worden und wusste nicht, ob ich da eigentlich noch Dienste machen dürfte, versicherungstechnisch.

Am nächsten Morgen segelt dann die Antwort in mein Postfach. Tenor in etwa: Was ich mich denn so aufregen würde, weil ich nicht mehr als Aktiver geführt würde und überhaupt. Erst meine Mail nicht richtig gelesen – ich habe mich nirgendwo aufgeregt, sondern nur die Frage in den Raum gestellt, ob ich überhaupt noch Dienste besetzen dürfte – und dann auch noch nicht einmal meine Frage beantwortet. Danke auch! Ich also, wieder freundlich wie immer, eine Antwort geschrieben, auf das Missverständnis hingewiesen und nochmal den Kern meiner Frage hervorgehoben. Auf eine Antwort warte ich nun seit knapp einer Woche. So groß scheint der Personalnotstand also zu sein.

Beispiel 2: Die Hochzeitsplanung

Nein nein, keine Sorge, nicht meine. Aber die eines sehr guten Freundes, der ebenfalls 250km von hier weg wohnt. Ich bekomme die Einladung Anfang der Woche. Also schnell eine Email zurückgeschickt, weil ich Telefonieren zu normalverträglichen Zeiten immer vergesse. Frage war hierbei, ob ich mit Anhang kommen dürfe (inkl. Anmeldung desselben), ob es in der Nähe des Hotels einen Parkplatz gäbe, auf dem man mal eben mit dem Wohnmobil stehen könne und so weiter und so fort. Organisatorisches eben. Auf eine Antwort warte ich nun auch schon die ganze Woche.

Beispiel 3: Der Plagiatsfall

In dem Fall gibt’s eigentlich zwei Emails, die aber wenigstens unterschiedlich behandelt wurden. Die erste ging gestern Abend raus, weil ich bei der Geschichte, nachdem mein Pingback schon nicht auf dem referenzierten Blog auftauchte, wenigstens wünschte, der Plagiatspingback würde entfernt. Die Email blieb leider unbeantwortet, der Pingback steht auch noch im betroffenen Blog :-(

Die zweite Email ging heute Mittag an den Betreiber des Servers, auf den der DynDNS-Eintrag des Plagiators verwies. Ein, so scheint es mir, gehe ich von der Firmenhomepage aus, seriöses Kleinunternehmen. Um eine Antwort hatte ich ausdrücklich in jedem Fall gebeten, bekommen habe ich keine. Naja, ich bin’s ja mittlerweile gewohnt. Immerhin ist das komplette Blog seit heute Nachmittag offensichtlich nicht mehr zu erreichen. Wenigstens das lief glatt.

Beispiel 4: Die Kontoauflösung

Gut, hierbei handelt es sich nicht um Email-, sondern um Postverkehr – aber es passt so gut. Am 01. Februar habe ich meiner Beraterbank postalisch die Kündigung meines Girokontos zukommen lassen. Ja, ich habe wieder mal gedacht, Kündigungen müssen doch auch ankommen, wenn sie ohne Rückschein geschickt werden. Tun sie aber nicht. Ich weiß nicht, wie die Post das macht, aber irgendwie filtern die die Kündigungen raus. Ich hatte in meinem Leben, und ich habe schon einige geschrieben, noch keine einzige Kündigung, die ohne Einschreiben mit Rückschein angekommen ist.

Gut zwei Monate ist es also her. Und gestern bekomme ich von meiner Beraterbank doch tatsächlich Post. ‚Toll‘, freue ich mich, ‚wird die Auflösung doch noch laufen‘. Nein, tut sie nicht. Denn man wollte mich nur freundlich darauf hinweisen, dass die Kontoauszüge nun auf DIN-A4 umgestellt werden, weil das ja so ein praktisches Format wäre. Gleichzeitig gab’s dann gleich noch die Gebühren für nicht abgerufene Kontoauszüge des ersten Quartals. Danke auch!

Fazit

Ich glaube, ich schreibe einfach keine Emails mehr. Mal gucken, wie lange es dauert, bis sich Hinz und Kunz wieder beschweren, dass ich mich ja nie melden würde, seit ich nach Kassel gezogen bin. Wie man’s macht, ist’s falsch. Da soll noch einer die Gesellschaft verstehen.


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