Sollte man es nicht irgendwann lernen?

Die Vorlesungszeit hat wieder angefangen. Dieses Semester ärgerlicherweise schon zwei Wochen zu früh, aber das macht ja nicht allzu viel. In der ersten Woche findet sowieso fast noch nix statt, in der zweiten (also quasi ersten) gehe ich aus Prinzip nicht hin, weil dann noch alles überlaufen ist.

Der Ärger, der sich im Semesterturnus wiederholt, bahnte sich schon bei der Zusammenstellung des Stundenplanes an: Wie jedes Semester bekommt es unsere Fachgruppe nicht hin, wenigstens etwas Auswahl neben der Frauenforschung (neudeutsch Geschlechterforschung, macht aber nix) zuzulassen, denn die wenigen Veranstaltungen, die wir haben, überschneiden sich auch noch. Hat immerhin den Vorteil, dass der Stundenplan schnell gemacht ist.

Was dann aber wirklich jedes Semester stinkt und mich an den geistigen Fähigkeiten der jeweiligen Entscheidungsträger zweifeln lässt, sind die Raumzuteilungen: Bestes Beispiel, ‚Einführung in die Psychologie für Lehramtsstudierende‘, eine Grundlagenvorlesung für nahezu alle Studenten, die Psychologie irgendwo im Nebenfach angesiedelt haben – also pro Semester grob geschätzte 1000 Leute. Nun ist die Uni Kassel keine herkömmliche Uni, sondern aus einem Gesamthochschulkonzept hervor gegangen. Das wiederum hat zur Folge, dass wir am Hauptcampus über gerade mal 5 nennenswerte Hörsäle verfügen, von denen sich keiner mit einem richtigen Audimax messen kann (in den größten passen grob geschätzt 500 Leute sitzend).

Der geneigte Leser erkennt jetzt schon ein sich anbahnendes Problem: Wie bekomme ich 1000 Studenten in einen 500-Mann-Hörsaal? Antwort: Gar nicht. Darum schiebe ich besagte Veranstaltung jetzt auch schon seit Beginn meines Studiums vor mir her. Nun kommt die Uni aber immer wieder auf ‚gute‘ Ideen. Dieses Semester wurde besagte Vorlesung beispielsweise auf den Hörsaal III verlegt, der grob geschätzt gerade mal 200-250 Mann fasst. Und das alles, obwohl besagte Veranstaltung seit Jahren der bekannte ‚Renner‘ in Sachen Ansturm ist.


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