Unis im Visier der Datenschützer

Wie ein roter Faden zieht sich derzeit die – zweifellos längst überfällige – Debatte zum Datenschutz durch alle Schichten gesellschaftlichen und beruflichen Lebens. Heute sind die Hochschulen an der Reihe. Denn die Mitarbeiter der Unis gehen, so Heinrich Schullerer, oberster Datenschützer der Hochschulen in BW, gegenüber dem UniSPIEGEL, geradezu fahrlässig mit den persönlichen Daten ihrer Schützlinge wie Mitarbeiter um. Und das meist aus Unwissenheit.

So werden Universitäten wohl tagtäglich mit Anfragen unterschiedlichster Stellen überflutet. Das Spektrum reicht von Krankenkassen, Eltern der Studierenden und Fahndungsorganen, bis hin zu Arbeitgebern. Und damit nicht genug, ein Großteil der Informationen kann auch, begründet durch die Gutmütigkeit vieler Dozenten, über das Internet besorgt werden. So werden Notenlisten mit Matrikelnummern oft online publiziert, um den Studenten den Weg in die Uni zu ersparen. Die Matrikelnummer wiederum findet sich nicht selten in unverschlüsselten Emails der Studenten – schon hat der zukünftige Arbeitgeber die Informationen, die er wollte: Die reellen Noten des Bewerbers.

Schullerer und sein Team haben sich mit ihrer Aufklärungsarbeit über die Anwendung der Datenschutzrechte und -pflichten mittlerweile einen Namen in ganz Deutschland gemacht. Sie beraten Hochschulen, weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus, haben sogar ein Programm entwickelt, dass, nach Eingabe der nötigen Informationen über eine Anfrage, dem Hochschulorgan in klaren Worten mitteilt, ob die Anfrage bearbeitet werden darf oder eben nicht.

Den Studenten kann es im StudiVZ-Zeitalter egal sein. Ob die Informationen, die man neben StudiVZ noch zusätzlich von der Uni bekommen könnte, problematischer sind, als Saufbilder und Co., scheint fraglich. Trotzdem ist es ein Schritt in die richtige Richtung: Sensibilisierung des Gläsernen Menschen.


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