Blog-Post vs. wissenschaftliche Arbeit

Manchmal bin ich Perfektionist. Na gut, in manchen Dingen eigentlich eher meistens. Routinen gehören dazu, Sprache ebenfalls. Darum ärgert es mich auch, wenn ich, nach dem dritten Durchlesen des vorangegangenen Posts endlich feststelle, dass ich bei Blog-Posts unterbewusst offensichtlich Regeln über den Haufen werfe, auf die ich sonst eigentlich größten Wert lege.

Zum Verständnis: Ich lege an den Post zu TV-Serien zwar keinen wissenschaftlichen Maßstab an, trotzdem habe ich einige Kriterien wissenschaftlicher Arbeiten für Texte, die ich, wo auch immer schreibe, als Norm übernommen habe. Eines davon ist die inhaltliche Geschlossenheit. Soll heißen, man beginnt in der Einleitung, selbst wenn diese nicht explizit gekennzeichnet ist, mit einer These, und greift diese im Fazit wieder auf, um den Bogen zu spannen. Nun habe ich den Artikel, bevor ich ihn veröffentlichte, etwa 3-5 Mal gelesen – teilweise in seiner Entstehungsphase, teilweise im finalen Zustand – und es fiel mir nicht auf, dass ich am Ende nicht wieder auf die Eingangsthese zurückgekommen bin; jedenfalls nicht explizit. Sowas ärgert mich, weil ich sowas, wenn ich einen gewissen Anspruch an den Autor habe – den habe ich an mich definitiv – im besten Fall rügen, im schlechtesten gar nicht erst lesen würde. Paradox daran ist, dass ich das bei wissenschaftlichen Texten quasi automatisch mache. Warum schaltet sich dieser Mechanismus also ab, sobald ich im Blog poste, obwohl ich einen ähnlichen Maßstab anlege?

So, nutzloser Post, aber das musste jetzt gerade mal raus. Sorry for that.


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