Frau meets Film, den sie nicht sehen will

Wer mir bei Twitter followed, hat den Krampf heute Abend ja schon mitbekommen. Aus irgendeinem Grund ärgert mich das immernoch, also darf mein Blog auch noch darunter leiden. Hey, immerhin endlich mal wieder ein völlig unpolitischer Artikel. Gestern Twibble, heute der hier; ich mache Fortschritte ;-)

Frauen können ja unheimlich anhänglich sein – auch wenn sie noch nicht mal die Lebensabschnittsgefährtin sind. Sie lassen sich in ihrer Anhänglichkeit dann auch überraschenderweise von nichts beeinflussen. Ganz im Gegenteil, unter Umständen verleitet sie sie auch zu kontraproduktivem Verhalten. So mal wieder geschehen heute Abend in meinem Zimmer.

Alles fing halbwegs harmlos an. Frau prokrastinierte mal wieder Strukturgleichungsmodelle und war offensichtlich auf der Suche nach Ablenkung von ihrem bewusst kontraproduktiven Verhalten – sie muss kommende Woche in eben diesem Seminar ein Referat halten. Also fängt sie vorsichtig an und kommt erstmal auf eine Zigarette vorbei. Das ist natürlich nur ein Vorwand für alles Üble, was danach kommen soll. Na gut, ich habe gerade meine erste Tasse Kaffee des Tages leer, da kommt das Thema Einkaufen auf: Ich sage, ich müsste heute noch, am besten irgendwann gegen Abend, sie sagt, sie fährt jetzt, weil sie offensichtlich eine neue Ausrede zum Prokrastinieren braucht. „Ich kaufe jetzt Bier und Chipsies, dann setz ich mich an die Strukturgleichungsmodelle.“. Super, und das nach einer Tasse. Gut, in Ermangelung eines eigenen Autos und in Anbetracht der Spritpreise gebe ich klein bei und fahre eben mit. Sie bewegt sich schon verdächtig langsam durch den Edeka; so langsam, dass meine TK-Pizza hinter der Kasse aufgetaut ist. Das hätte mich vorsichtig machen sollen.

Wieder at home will sie wieder „nur eine Zigarette“ mit mir rauchen. Da hätte ich zum zweiten Mal stutzig werden sollen. Gutmütig, wie ich bin, wurde ich das natürlich nicht. Und weil im Fernsehen gerade irgendwelcher Nonsens lief, das erste Bier nach der dritten Zigarette in Rekordzeit schon so gut wie leer war, blieb sie halt da und verabschiedete sich von den Strukturgleichungsmodellen. Das zog sich dann über Stunden, war aber noch erträglich, weil ich eh gerade nix besseres zu tun hatte und sie nicht sonderlich stören wollte.

Dann kam es aber. Samstag Abend, 20:15 Uhr. Bei ihr schreit das nach DSDS, bei mir dreht sich in dem Zusammenhang alles inkl. Fußnägeln und Magen um. Dummerweise kam sonst aber nur Mist – der Samstag Abend ist auch nicht mehr das, was er mal war – und die Fernbedienung lag näher bei ihr, als bei mir. Also 5 Minuten Kampf um die TV-Hoheit inkl. Receiver nach manuellem Umschalten am Gerät Umdrehen und ich hatte, dachte ich, gewonnen. Dann ging es aber erst richtig los. Der Film ging zwei Stunden, ich habe mich etwa 1,5 davon mit dem Computer befasst und wollte dem Film nur lauschen. Über die gesamten zwei Stunden hat sie geplappert und so ziemlich jedes Wort, was dort gesprochen wurde, mindestens kommentiert. Wer Zapped von Michael Mittermeier mal gesehen hat, kennt in etwa die Wattebäuschchenvariante von dem, was ich heute über mich ergehen lassen musste. Es ist ja auch nicht so, dass ich das irgendwie gefördert hätte – eigentlich habe ich sie relativ deutlich spüren lassen, dass mir das gerade ziemlich auf den Sack geht. Nach einer guten Stunde war ich soweit, dass ich ihr sagte, ich glaube demnächst ziemlich laut Static X hören zu müssen. Hallo?! Wer Static X und mich kennt, weiß, dass ich mir das nie anhöre und die definitiv extrem anstrengende Musik machen. Das war ein verdammtes Zeichen.

Aber das Geläster über den Film ist ja nicht alles. Nein, in regelmäßigen Abständen kommen dann auch noch Sprüche wie „Ach du bist blöd. Schalt doch mal auf RTL.“ oder „Auf RTL läuft DSDS; das ist normal.“. Ja und?! Abgesehen davon, dass DSDS das letzte ist, was auf meinem Fernseher laufen wird.. DU hast einen Fernseher in DEINEM Zimmer. Warum gehst du nicht einfach zu dem und schaust dir DSDS an, statt hier miese Laune zu schieben.

Ich weiß nicht, warum Frauen sowas machen; also etwas schauen, was sie weder schauen müssen, noch wollen, dann aber ihrem Umfeld jeglichen Lebenskomfort durch Kommentierung jeden Wortes des Filmes versauen müssen. Ich kann es wirklich nicht nachvollziehen. Die einfachste – und für beide Seiten sinnvollste – Lösung wäre doch, einfach an den eigenen Fernseher zu gehen und das zu schauen, was man schauen will. Warum macht Frau das nicht einfach? Wahrscheinlich, weil sie, wenn sie ihren Willen schon nicht bekommt, Mann wenigstens auch noch alles verderben muss. Na Danke auch!


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