Kaioo – Gemeinnütziges Social Network

kaioo beschreibt sich selbst als „die erste ECHTE Social Community im Internet“. Und tatsächlich, das Konzept ist so unter den Großen der Branche noch nicht aufgetaucht. Drei Leitwörter prägen die Index-Seite: Gemeinnützigkeit, Demokratie und Garantie, letzteres in Bezug auf die Verwendung der Nutzerdaten. kaioo wird von der kaioo gemeinnützige Stiftungs-GmbH mit Sitz in Hamburg betrieben und ist damit tatsächlich das erste gemeinnützige Social Network, das sich generell wenigstens schon in die Medien bewegen konnte.

Weiter überraschend ist das aber nicht, sitzen doch hinter kaioo Thomas Kreye, früher in der Bertelsmann Unternehmensentwicklung, und Rolf Schmidt-Holtz, Chef von Sony BMG. Dies war auch die Grundlage für viele Spekulationen, inwieweit Bertelsmann (sie sind zu 50% an Sony BMG beteiligt) in der kaioo-Geschichte hängt. Die beiden Vertretungsberechtigten winken jedenfalls alle Beteiligungen vehement ab.

Dem will auch ich mal Glauben schenken. Die Stiftung hat ihre Gemeinnützigkeit anerkannt bekommen. AGBen und Datenschutzerklärung sollen gemeinsam durch die Nutzer aufgestellt werden, so, wie ich den momentanen Hinweis über die laufende Ausarbeitung verstehe, soll dieses exklusive Änderungsrecht durch die Mitgliederschaft auch in den AGBen verankert werden. In dem Falle könnte die Stiftung also nur noch lenkend in Aktion treten. Folgenschwere Änderungen der AGBen, wie beispielsweise geschehen bei studiVZ, sollten damit nicht mehr möglich sein, es sei denn, die Nutzer wollen es so.

Bemerkenswert finde ich in jedem Fall noch die (ich schätze mal Grundlage für die Gemeinnützigkeit) Verwendung der erwirtschafteten Mittel: Denn diese gehen jährlich als Spende an andere Stiftungen und Organisationen weitergeleitet. Da bleibt zuletzt nur noch die Frage, ob sich kaioo neben den Branchenriesen studiVZ und Facebook hier noch durchsetzen kann. Vom momentanen Standpunkt wäre es in jedem Fall wünschenswert.


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