Wie Bush den Irak-Krieg schmackhaft machte

Via Stefan Niggemeiers Blog bin ich heute auf den Film „Leading To War“ aufmerksam geworden. Der Film – so simpel, wie er hergestellt ist, so deutlich ist seine Botschaft – besteht lediglich aus einer Aneinanderreihung der TV-Auftritte der Bush-Administrative im Vorfeld des Irak-Krieges. Auf diese Weise zeigt er mit einfachsten, aber äußerst effektiven Mitteln, wie Amerikaner und Weltöffentlichkeit mit rhetorischen Mitteln, Halb- und Unwahrheiten, aber auch regelmäßiger Panikmache, sukzessive auf einen Angriffskrieg eingeschworen wurden, den eigentlich die Wenigsten wollten.

Besonders erschreckend finde ich die Art und Weise, in der Bush teilweise in seinen Reden oder Pressekonferenzen auftritt. Auf der einen Seite vermittelt er ein Bild, dass mich empfindlich an das erinnert, dass vor vielen Jahren mal ein kleiner Österreicher mit Schnauzbart vermittelt hat. Beispiel wäre die „Achse des Bösen“-Rede, bei der ich sowohl bei Bush, als auch beim Publikum nicht nur leichte Ähnlichkeiten zur Rede vom totalen Krieg sehe. Auf der anderen Seite ist es erschreckend, wie lustig G.W. Bush die ganze Sache an manchen Stellen doch zu finden scheint. Da erinnere ich mich doch wieder dunkel an den Artikel, den Ulrich Wickert drei Wochen nach den Anschlägen vom 11. September in der Max veröffentlichte und die Empörung der Massen auf sich zog, weil er Bush mit Bin Laden verglich. So weit her geholt scheint der Vergleich im Nachhinein nicht.

Mein Fazit zum Film: Sollte jeder mündige Bürger – nicht nur die Amerikaner – mal gesehen haben. Und weil er frei zum Download steht, ist das auch kein Problem. Ein Stück Zeitgeschichte, dass zum Nachdenken anregt.


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