Das merkwürdige Verhalten alter Leute in Trams

Es gibt ja so manche Benimmregel, die in der Theorie zwar absolut berechtigt ist, in der Praxis aber merkwürdige Ausmaße annimmt. Mein Liebling ist da die Regel, älteren Menschen in Trams und Bussen des Vorzug beim Sitzplatzanspruch zu geben. In Kassel sollte das erst Recht selbstverständlich sein, denn der Fahrstil vieler Tram-Fahrer ist so kein bisschen rentnerfreundlich. Und wer will schon die nette Oma durch die Tram fliegen sehen?

Nun bin ich prinzipiell Verfechter dieser Regel, kritisiere auch die Jugend von heute, die sich zunehmend nicht mehr an sie hält und biete meinen Platz immer freundlich an, wenn denn Not am Manne sein sollte. Und genau das ist aber das Problem, denn viele ältere Leute scheinen sich ihr Verständnis der Regel so weit pervertiert zu haben, dass sie nun auch bei genügend freien Plätzen darauf warten, dass ihnen ein besetzter angeboten wird. Und den bekommen sie von mir nicht – erst Recht nicht, wenn sie, auf ihrem Weg zu mir, schon 3 freie Plätze passiert haben.

So geschah es auch heute wieder, dass ich mich an meiner Haltestelle in die nicht einmal halb volle Bahn setzte. Es dauerte nur eine Haltestelle, dann stieg eines der angesprochenen Exemplare ein, bahnte sich seinen Weg durch die halbe Bahn, um dann vor mir zum Stehen zu kommen. Der Doppelsitz neben mir war ebenso frei, wie zwei Einzelsitze vor und einer hinter mir. Doch diese alte Dame hatte nichts besseres zu tun, als sich demonstrativ vor meinem Platz zu platzieren und mich von nun an bis zur Uni immer wieder mit bösen Blicken zu strafen.

Wie konnte ich ihr meinen Platz nur nicht anbieten? Denk mal drüber nach, Ommi!


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