Kram von November 2014

Aufreger – Wenn du nicht mehr wie gewollt funktionierst

Donnerstag, 13. November 2014

Was mir tatsächlich gerade mal wieder so richtig auf die Nerven geht: Psychologie. Der nutzloseste Kropf gesellschaftskorrigierenden Bullshits, den unser elend fortschrittliches System in die Welt gekotzt hat.

Sorry allen Psychologen, muss trotzdem gesagt werden: Ein Mensch ist nicht funktionsuntüchtig, wenn er aus der wirtschaftsorientierten Ausbeutung seiner selbst mit einem Burnout rausgeht. Auch nicht, wenn er gar nicht so weit kommt und depressiv wird. Und wenn er in der Grundschule Scheiße bauen will oder sich unterfordert fühlt, ist er auch nicht hyperaktiv.

Ein Mensch ist primär Mensch. Er bringt gewisse Eigenschaften mit, er erlernt einige, andere kann nicht jeder Mensch erlernen. Selbst ein Autist ist ein Mensch, der die Welt erheblich bereichern kann, auch wenn ihm das möglicherweise meilenweit am Allerwertesten vorbei geht. Das mag der Wirtschaft nicht passen, das wiederum muss aber niemanden jucken. Die Wirtschaft ist nicht Maxime und Lebenszweck des Menschen. Ganz im Gegenteil, die Wirtschaft ist mittlerweile Selbstzweck. Eine traurige Entwicklung, die alles andere als ein gutes Zeichen für das Selbstverständnis des Menschen ist. Noch schlimmer, dass er eine pseudowissenschaftliche Disziplin entwickelt hat, die ihm in den schlimmsten Lebenssituationen genau das Gegenteil unter dem Vorwand von Krankheiten einredet.

Alles neu, macht nicht ganz der Mai

Sonntag, 09. November 2014

Ach ja, ruhig ist’s wieder. Ich würds ja kreative Pause nennen, aber, nun ja, das setzt irgendwie ein gewisses Maß an Kontinuität voraus. Also bleibts bei Normalität.

Wie dem auch sei, Kurzform: Server neu, Studium einmal mehr abgebrochen (Semesterticket, ich vermisse dich jetzt schon), hallooo elendes Erwebsleben. Nun komme bloß niemand auf dumme Gedanken, ich gehe natürlich keiner geregelten Arbeit nach. Wo kämen wir denn da hin? Stattdessen bringe ich mich mental gerade in die richtige Stimmung, um einen Roman zu gebähren. Jaja, brotlose Kunst, im wahrsten Sinne des Wortes, aber was soll man machen? Irgendwann muss ich die Realitäten meines Lebens akzeptieren. Die liegen nunmal in der Schreiberei.

Insofern, mal ein kurzer Abriss über das letzte Jahr, damit auch der Laden hier wieder auf dem Stand ist:

  • Wir sind Weltmeister – Yay.. und Glückwunsch, goldene Generation. Wurde auch Zeit.
  • Große Koalition – Große Enttäuschung. Andererseits, wer hätte von unserem weichgespülten ‚Alles-Mitte‘-Politikerpack auch ersthaft was erwartet. Ein Armutszeugnis für unser schönes Land.
  • Wolf Biermann – Großes Kino, auch wenn ich grundsätzlich ein Freund der Linken bin. Das war immerhin mal die unterhaltsamste Bundestagssitzung seit Langem.
  • Amerikanische Serienwelt – Viel gutes neues, ein trauriges Ende. Californication hätte in jedem Fall noch weiter laufen müssen.
  • Sturm & Stieglitz – Großer Kampf. So ganz ehrlich. Auch wenn Sat1 endlich mal kapieren könnte, dass wir eine stolze Nationalhymne haben, die nicht von irgendwelchen Castingshowhäschen in ‚Fick mich, ich bin sooo geil‘-Manier gehaucht werden dürfte. Ernsthaft, das grenzt an Körperverletzung.
  • Meine Prospektverteiler – Lernt verdammt nochmal endlich Lesen! ‚Keine Werbung‘ heißt tatsächlich, dass ich den Papiermüll nicht brauche!
  • O² & telefonterroristische Konsorten – Wöllte ich, dass ihr mich telefonisch mit euren tollen neuen Angeboten belästigt, würde ich keinen Onlinevertrag, bei dem ihr den Support ausdrücklich auf Online verlagert, abschließen. Wenn ich mich nur online melden soll, tut mir den Gefallen und macht das umgekehrt endlich auch.
  • Krankenkassen – Seit Jahren verändert sich an meinem Einkommen nix und jedes Jahr wollt ihr das wieder detailliert in Papierform von mir bekommen. Können wir uns nicht darauf einigen, dass ich euch Bescheid gebe, wenn ich plötzlich im Lotto gewonnen habe? Wobei das ein relativ unwahrscheinlicher Fall ist, dafür müsste ich ja Lotto spielen.
  • Welt im Allgemeinen – Staub! Wirklich, wie lange brauchst du noch mit deiner Evolution, bis der Unsinn endlich weg ist. Kein Schwein braucht Staub!
  • Ach, ja, NSA & Co. – Leckt mich!

In diesem Sinne, zurück in die Stimmungsausgestaltung. Möglicherweise liest man mal wieder öfter was von mir. Auch wenn ich mittlerweile zu dem Schluss gekommen bin, dass der ganze ‚Web 2.0‘-Quatsch eigentlich nur eine riesige, belanglose Qual ist. Da wird der geneigte Leser, der es bis hier durchgehalten hat, sicher zustimmen. Aber was soll’s, man geht ja mit der Zeit.