Teilzentrum der Ordnung für ‘BILDungslücke’

Erzwungenes Dauerlächeln macht krank

Dienstag, 13. Mai 2008

Puh, da habe ich ja nochmal Glück gehabt. Vorhin routinemäßig den Feedreader angeschmissen, einmal schnell die Newsfeeds überflogen und dabei am SpOn-Artikel mit folgender Headline hängengeblieben:

Neue Untersuchung: Dauerlächler werden depressiv

Wer mich kennt weiß, dass ich im Umgang mit anderen Angehörigen meiner Spezies nicht nur meist freundlich und respektvoll bin, sondern, man ahnt es schon, über die Maßen viel lächle. Sollte jetzt also zu meiner Risikogruppenliste neben Lungen- und Kehlkopfkrebs, Herzinfarkt, Thrombose, Leberzirrose, Nierenversagen, Diabetes, Multiorganversagen, Bandscheibenvorfall und einigen mehr etwa auch noch Depression kommen? Nicht, dass das noch viel ändern würde, aber muss ja nicht sein.

Jedenfalls, die Überschrift war irreführend, ich habe nochmal Glück gehabt. Denn betroffen sind nur die, die gezwungenermaßen lächeln müssen. Berufswunsch Steward wird hiermit aus der Liste gestrichen ;-)

Wie Bush den Irak-Krieg schmackhaft machte

Donnerstag, 08. Mai 2008

Via Stefan Niggemeiers Blog bin ich heute auf den Film „Leading To War“ aufmerksam geworden. Der Film – so simpel, wie er hergestellt ist, so deutlich ist seine Botschaft – besteht lediglich aus einer Aneinanderreihung der TV-Auftritte der Bush-Administrative im Vorfeld des Irak-Krieges. Auf diese Weise zeigt er mit einfachsten, aber äußerst effektiven Mitteln, wie Amerikaner und Weltöffentlichkeit mit rhetorischen Mitteln, Halb- und Unwahrheiten, aber auch regelmäßiger Panikmache, sukzessive auf einen Angriffskrieg eingeschworen wurden, den eigentlich die Wenigsten wollten.

Besonders erschreckend finde ich die Art und Weise, in der Bush teilweise in seinen Reden oder Pressekonferenzen auftritt. Auf der einen Seite vermittelt er ein Bild, dass mich empfindlich an das erinnert, dass vor vielen Jahren mal ein kleiner Österreicher mit Schnauzbart vermittelt hat. Beispiel wäre die „Achse des Bösen“-Rede, bei der ich sowohl bei Bush, als auch beim Publikum nicht nur leichte Ähnlichkeiten zur Rede vom totalen Krieg sehe. Auf der anderen Seite ist es erschreckend, wie lustig G.W. Bush die ganze Sache an manchen Stellen doch zu finden scheint. Da erinnere ich mich doch wieder dunkel an den Artikel, den Ulrich Wickert drei Wochen nach den Anschlägen vom 11. September in der Max veröffentlichte und die Empörung der Massen auf sich zog, weil er Bush mit Bin Laden verglich. So weit her geholt scheint der Vergleich im Nachhinein nicht.

Mein Fazit zum Film: Sollte jeder mündige Bürger – nicht nur die Amerikaner – mal gesehen haben. Und weil er frei zum Download steht, ist das auch kein Problem. Ein Stück Zeitgeschichte, dass zum Nachdenken anregt.

Von der Email-Adresse zur Persönlichkeit

Dienstag, 06. Mai 2008

Auch interessant: Die Netzeitung berichtet über eine Studie von Psychologen der Universität Leipzig. Nach deren Ergebnissen lässt sich wohl von der Email-Adresse relativ zuverlässig auf die Persönlichkeit des Inhabers schließen. Demnach sind beispielsweise de-Domains grundsätzlich seriöser als com-Domains. Interessant ist auch der Username vor dem @. Würde mich doch mal interessieren, auf was man aus meinen TLDs chaosmos.de und fiese-greise.de schließen kann. Bei Igno glaube ich das Ergebnis schon zu wissen ;-)

SpOn trägt zur Volksverdummung bei

Montag, 05. Mai 2008

Danke SPIEGEL Online! Danke für diese Meldung, die ich gerade in meinem Feed-Reader finden durfte:

Verona: Italiener stirbt nach Skinhead-Überfall
Er wollte ihnen keine Zigarette geben – und musste dafür sein Leben lassen: Ein 29-jähriger Italiener ist in Verona an den Folgen eines Skinhead-Überfalls gestorben.

Klasse gemacht und wieder ein Beweis dafür, dass Mainstream-Medien auf den Vorurteilszug mit aufspringen. Skinhead == Rechtsradikaler. Genau so sieht’s aus! Hätte man ein einziges Mal versucht, auch nur annähernd zu recherchieren – der SPIEGEL stellt sich ja, wie kaum ein anderes Blatt, unter das Banner des investigativen Journalismus -, hätte man sogar bei Wikipedia, dem Bahnhofsklo der Enzyklopädien ((c) by M. Dellwing) herausgefunden, dass „Skinhead“ eben nicht gleich rechtsradikal bedeutet. Hoch lebe das Vorurteil, denn später im Artikel wird auch aufgedeckt, wer den armen Italiener wirklich wegen dieser Kleinigkeit umgebracht hat:

Mitte vergangener Woche war er von fünf lokalen Rechtsradikalen zusammengeschlagen worden.

So kann man natürlich wunderbar dazu beitragen, dass Angehörige einer Jugendkultur unter eine Fahne gestellt werden, mit der sie nix, aber auch wirklich gar nix zu tun haben. Von einem einflussreichen Medium, wie dem SPIEGEL, hätte ich da schon etwas mehr erwartet.

Klatsche für die Politik: Killerspiele fördern Sozialkompetenz

Samstag, 03. Mai 2008

Das ist doch mal eine Studie nach meinem Geschmack: Die Harvard University in Massachusetts hat eine umfangreiche Studie zu den Auswirkungen von Videospielen auf Jugendliche durchgeführt; die Ergebnisse sind nicht nur überraschend für die Forscher, sondern treffen ziemlich genau meine Einschätzungen zur Thematik – sie übertreffen sie sogar. SpOn interviewte die leitende Wissenschaftlerin Cheryl K. Olson:

Im Gegenteil: Unseren Ergebnissen zufolge besitzen Kinder, die keinen Kontakt zu Videospielen haben, mehr Probleme in der Schule oder im Elternhaus. Nicht dass Games per se glücklich machen – aber da die meisten Titel gemeinsam gespielt werden, ist ein Nichtspielen heutzutage ein Zeichen von fehlender Sozialkompetenz. Genauso ist ein Zusammenhang von Games und der Gewalt an Schulen oder den Attentaten in Columbine oder in Deutschland nicht zu beweisen.

(…)

Mit Verlaub, aber die meisten Studien zum Thema sind Müll. Sie werden von Psychologen durchgeführt, die keine Ahnung von Videospielen haben und Menschen in einer künstlichen Umgebung 15 Minuten Games spielen und vergleichen lassen. Eine Viertelstunde! In der Zeit habe ich gerade mal die verdammte Steuerung verinnerlicht. Meistens werden Extreme gegenübergestellt. Wie ein Egoshooter und ein Adventure wie „Myst“, bei dem gar nichts passiert. Kein Wunder, dass herauskommt, Shooter würden eher die Aggression fördern. Außerdem wird die meiste Forschung von Institutionen finanziert, die ein bestimmtes Resultat zu Tage fördern möchten. Unsere Arbeit wurde von einem Republikaner aus dem Justizministerium initiiert, der gerne gesehen hätte, dass „GTA“ Jugendliche gefährdet.

Die Ergebnisse bringen hoffentlich eine neue Richtung auch in die politische Debatte in Deutschland. Letzteres wusste ich sowieso schon. Die Studien, die bislang auf dem Gebiet durchgeführt wurden, waren so manipuliert oder missinterpretiert, da wundert es schon, dass Wissenschaftler ihre Namen für sie hergegeben haben. Allein der Rückschluss, alle jugendlichen Amokläufer hätten Killerspiele gespielt, also machen Killerspiele aggressiv, ist sowas von an den Haaren herbeigezogen. Im Transferschluss würde dann auch gelten, die meisten Menschen sterben in Betten, also sind Betten lebensgefährlich. Dass noch keiner darauf gekommen ist, Betten zu verbieten, verwundert da doch sehr.

Ersteres wiederum überrascht mich nur insofern, als dass es wohl einen signifikanten Zusammenhang von fehlender Sozialkompetenz und Nichtspielen. Dass Multiplayergames die Sozialkompetenz fördern, war mir durchaus klar. Schließlich steht dann die Community oder das Team relativ weit im Vordergrund. Dass allerdings das Nichtspielen mittlerweile ein Zeichen von fehlender Sozialkompetenz ist, hätte ich nicht gedacht. Allerdings wundert es mich auch eher weniger, denn schließlich leben wir im Kommunikationszeitalter. Da verschieben sich auch die Einflüsse auf Sozialkompetenz.

Wenn man bei der ganzen Sache dann noch betrachtet, dass GTA – das suggerierte Gewaltspiel schlechthin – sogar nicht aggressionsfördernd sein, sondern eher positive Aspekte auf die spielenden Jugendlichen haben soll, das überrascht sogar mich. Allerdings zeigt es umso deutlicher, dass die aktuelle Debatte über ein mögliches Verbot von sog. Killerspielen in Deutschland absoluter Nonsens ist und keine wissenschaftliche Grundlage hat. Der Prozess ist der gleiche, wie der vor einigen Jahren, als Gewaltfilme die Gefahr schlechthin für die Jugend darstellen sollten: Man findet ein Thema, mit dem sich die breite Masse durch ihr Alter und fehlendes Interesse nicht auskennt, und verkauft das konsequent als Ursache für alle Probleme der Jugend. Es ist ja auch einfacher, eben mal so ein Verbot durchzudrücken, als sich wirklich Gedanken darüber zu machen, welche gesellschaftlichen Zustände angepackt werden müssten, um wirklich etwas gegen die Jugendgewalt zu unternehmen. Denkt hier denn überhaupt mal jemand an die Kinder?!

Unis im Visier der Datenschützer

Sonntag, 27. April 2008

Wie ein roter Faden zieht sich derzeit die – zweifellos längst überfällige – Debatte zum Datenschutz durch alle Schichten gesellschaftlichen und beruflichen Lebens. Heute sind die Hochschulen an der Reihe. Denn die Mitarbeiter der Unis gehen, so Heinrich Schullerer, oberster Datenschützer der Hochschulen in BW, gegenüber dem UniSPIEGEL, geradezu fahrlässig mit den persönlichen Daten ihrer Schützlinge wie Mitarbeiter um. Und das meist aus Unwissenheit.

So werden Universitäten wohl tagtäglich mit Anfragen unterschiedlichster Stellen überflutet. Das Spektrum reicht von Krankenkassen, Eltern der Studierenden und Fahndungsorganen, bis hin zu Arbeitgebern. Und damit nicht genug, ein Großteil der Informationen kann auch, begründet durch die Gutmütigkeit vieler Dozenten, über das Internet besorgt werden. So werden Notenlisten mit Matrikelnummern oft online publiziert, um den Studenten den Weg in die Uni zu ersparen. Die Matrikelnummer wiederum findet sich nicht selten in unverschlüsselten Emails der Studenten – schon hat der zukünftige Arbeitgeber die Informationen, die er wollte: Die reellen Noten des Bewerbers.

Schullerer und sein Team haben sich mit ihrer Aufklärungsarbeit über die Anwendung der Datenschutzrechte und -pflichten mittlerweile einen Namen in ganz Deutschland gemacht. Sie beraten Hochschulen, weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus, haben sogar ein Programm entwickelt, dass, nach Eingabe der nötigen Informationen über eine Anfrage, dem Hochschulorgan in klaren Worten mitteilt, ob die Anfrage bearbeitet werden darf oder eben nicht.

Den Studenten kann es im StudiVZ-Zeitalter egal sein. Ob die Informationen, die man neben StudiVZ noch zusätzlich von der Uni bekommen könnte, problematischer sind, als Saufbilder und Co., scheint fraglich. Trotzdem ist es ein Schritt in die richtige Richtung: Sensibilisierung des Gläsernen Menschen.

LaTeX auf SPIEGEL Online

Samstag, 26. April 2008

Wow, was sehen meine schlaftrunkenen Augen heute Nachmittag im Feedreader? SpOn hat doch tatsächlich einen kleinen Artikel gebracht, der die Vorzüge des freien Textsatzsystems (La)TeX gegenüber verbreiteten Textverarbeitungsprogrammen, wie M$ Word, vorstellt. Nicht zu fassen.

Um das Ganze um meine Werbung für LaTeX zu erweitern: Ich schreibe meine Texte seit Jahren alle mit LaTeX – jedenfalls die, die nach was aussehen sollen. Also alles für die Uni und sonst alles, was über einen Brief hinaus geht. Und ich bin fast in jeglicher Hinsicht völlig zufrieden. Nur fast, weil LaTeX etwas lästig bei der Definition von Tabellen und der Platzierung von Grafiken arbeitet. Aber mit der Zeit lernt man damit zu leben.

Alles in Allem, die Texte sehen am Ende aus, wie wenn sie aus einem Buch kopiert wären. So muss das sein. Und wesentlich komplizierter ist das Schreiben auch nicht. Die Befehle hat man schnell im Automatismus.

Die Encyclopaedia Britannica öffnet sich

Dienstag, 22. April 2008

Und zwar allen, die regelmäßig publizieren. Ausdrücklich erwähnt sind Blogger, was mich natürlich sehr freut. Also habe ich mich, nachdem ich via Basic Thinking davon erfahren habe, gleich mal angemeldet und siehe da, seit heute bin ich stolzer Besitzer eines Free-Accounts. Das Beste daran: Man darf ausdrücklich den recherchierten Inhalt per Widget in seinen Publikationen zugänglich machen. Das soll zwar noch etwas suboptimal gelöst sein, allerdings steckt die Sache ja auch noch in den Kinderschuhen.

Sehr nette Idee, der ruhig auch die eine oder andere deutsche Enzyklopädie folgen darf.

Russen keine Menschen?

Dienstag, 15. April 2008

Autsch! Da zeigt mir das WP-Dashboard doch gerade folgende Plugin-Aktualisierung:

Was genau will uns „Useful for creating human-readable URL.“ (Hervorhebung durch den Autor) sagen? Volksangehörige, die die kyrillische Schrift nutzen, sind also keine Menschen? Vor 70 80 Jahren hätte ich das ja noch erwartet – nicht verstanden, aber erwartet. Aber heute ist das doch schon ein ziemlicher Patzer. Wäre das in Deutsch verfasst worden, wüsste ich schon, wie schnell die Angst vor einem neuen Tausendjährigen Reich durch’s Internet gegeistert wäre ;-)

Blogger privat

Samstag, 12. April 2008

Schmiss doch der Feedreader eben mal was interessantes raus: FAZ.NET hat im Feuilleton einen Artikel über die Größen der deutschen Blogosphäre, die Gründe für’s Bloggen und den Unterschied zwischen Blog und Privat veröffentlicht. Ausführlich im Gespräch sind Robert Basic und Rainer Meyer (dessen virtuelles Ich, Don Alphonso, ich trotzdem nicht sympathischer als vorher finde). Als nette Bettlektüre nebenher empfehlenswert ;-)

Minimaler Aufwand, maximaler Nutzen

Donnerstag, 10. April 2008

Das wollte ich ja noch nachreichen: Die rentabelste 1.3, die ich in meinem Studentenleben bislang geschrieben habe. Einmal im Seminar anwesend, drei Mal zwei Tage Arbeit an den drei Teilhausarbeiten und das Ergebnis stimmt definitiv :-)

Hoffnung gegen Studiengebühren

Montag, 07. April 2008

FAZ.net berichtet heute, dass SPD und Grüne in Hessen erste Vorstöße zur Abschaffung der Studiengebühren wagen. Besonders erfreulich daran: Sowohl die allgemeinen, als auch die Langzeitstudiengebühren sollen schon zum kommenden Wintersemester abgeschafft werden. Die finanziellen Einbußen von geschätzten 52 Mio. Euro sollen im Landeshaushalt eingespart werden, so dass das Geld den Hochschulen weiter zur Verfügung stehen kann.

Obwohl SPD und Grüne im Landtag bekanntlich keine Mehrheit haben, wird das Gesetzesvorhaben als realistisch angesehen, da die Linke schon während der Wahlkampfphase ebenfalls die Abschaffung der Studiengebühren propagierte. Damit wäre die Mehrheit vorhanden; die geschäftsführende Regierung Koch wäre kurioserweise dazu gezwungen, ein Gesetz, das sie mit dicken Schlagzeilen eingeführt und verteidigt hatte, wieder abzuschaffen.