Teilzentrum der Ordnung für ‘Grummeliges’

Blog-Post vs. wissenschaftliche Arbeit

Samstag, 17. Mai 2008

Manchmal bin ich Perfektionist. Na gut, in manchen Dingen eigentlich eher meistens. Routinen gehören dazu, Sprache ebenfalls. Darum ärgert es mich auch, wenn ich, nach dem dritten Durchlesen des vorangegangenen Posts endlich feststelle, dass ich bei Blog-Posts unterbewusst offensichtlich Regeln über den Haufen werfe, auf die ich sonst eigentlich größten Wert lege.

Zum Verständnis: Ich lege an den Post zu TV-Serien zwar keinen wissenschaftlichen Maßstab an, trotzdem habe ich einige Kriterien wissenschaftlicher Arbeiten für Texte, die ich, wo auch immer schreibe, als Norm übernommen habe. Eines davon ist die inhaltliche Geschlossenheit. Soll heißen, man beginnt in der Einleitung, selbst wenn diese nicht explizit gekennzeichnet ist, mit einer These, und greift diese im Fazit wieder auf, um den Bogen zu spannen. Nun habe ich den Artikel, bevor ich ihn veröffentlichte, etwa 3-5 Mal gelesen – teilweise in seiner Entstehungsphase, teilweise im finalen Zustand – und es fiel mir nicht auf, dass ich am Ende nicht wieder auf die Eingangsthese zurückgekommen bin; jedenfalls nicht explizit. Sowas ärgert mich, weil ich sowas, wenn ich einen gewissen Anspruch an den Autor habe – den habe ich an mich definitiv – im besten Fall rügen, im schlechtesten gar nicht erst lesen würde. Paradox daran ist, dass ich das bei wissenschaftlichen Texten quasi automatisch mache. Warum schaltet sich dieser Mechanismus also ab, sobald ich im Blog poste, obwohl ich einen ähnlichen Maßstab anlege?

So, nutzloser Post, aber das musste jetzt gerade mal raus. Sorry for that.

Bloggen im BILD-Zeitalter

Freitag, 16. Mai 2008

Ich muss doch mal was los werden, was ich nicht sonderlich toll, geschweige denn als besonders tolles Abbild unserer Gesellschaft sehe. Wenn ich mir in meinen Statistiken so die Suchbegriffe anschaue, über die Leser auf mein Blog kommen, sehe ich da doch eine gewisse Tendenz zum Sensationsjournalismus. Muss man wirklich erniedrigende Titel oder solche, die unter die Gürtellinie gehen, haben, um Leser zu ködern?

Ganz ehrlich, ‚merkels möpse‚ waren lange Zeit mit Abstand auf Platz 1. Mittlerweile wurden sie von ‚justice stress‚ abgelöst. Aber erst, nachdem das, auf den ersten Blick gewaltverherrlichende, Video in den Mainstream-Medien Erwähnung fand und eine ausgelassene Diskussion hervorrief. Ganz weit oben ist auch noch das Tag ‚Überwachungsstaat‚, was ich zwar eher positiv sehe, trotzdem ist es plakativ.

Ist unsere Gesellschaft mittlerweile wirklich so BILD-verseucht, dass man sich bei den Titeln an ebenjenem Magazin orientieren muss, um als halbwegs namenloses Blog eine gewisse Masse Publikum auf sich zu ziehen?

Twitter schon wieder tot

Freitag, 16. Mai 2008

Da sieht man es ja wieder: Twitter verhindert sinnlose Blog-Postings. Twitter ist schon wieder tot! Und ich habe das dringende Bedürfnis, das zu posten. Alles scheiße! Ich will mein Innerstes wieder öffentlich nach außen stülpen können.

How to vergraul my Kunden (by O2 Germany)

Mittwoch, 07. Mai 2008

Heute: Zahlungsabwicklung und Vertragsverlängerung

So langsam habe ich dermaßen die Nase voll von o.g. Firma, dass ich was posten muss. Die Ausgangslage sieht ungefähr so aus: Ich habe letzten Monat meine Rechnung ziemlich spät überwiesen. Bei mir ging sie am 07. April vom Konto, als ich die Rechnung für April erhielt, stand dort, dass Zahlungen bis 08. April berücksichtigt wären. Natürlich war die Zahlung meiner Rechnung nicht verrechnet, also hatte ich auf der aktuellen Rechnung noch einmal den Rechnungsbetrag vom Vormonat als ausstehend stehen. Damit verdoppelte sich der aktuelle Rechnungsbetrag in etwa.

Nun ja, damit nahm die Sache dann ihren Lauf. Denn ich habe natürlich nicht den kompletten Rechnungsbetrag überwiesen (sonst hätte ich ja den März doppelt bezahlt), sondern nur den Betrag, der für April auf der Rechnung stand. Damit kam O2 offensichtlich nicht klar – ungefähr genauso wenig, wie mit mehr als einem Auftrag pro Briefumschlag, aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls hatte ich dann am 02. Mai die gekürzte Aprilrechnung überwiesen (Valuta). Gestern, also am 06. Mai, sperrt mir O2 plötzlich ohne Begründung die SIM. Eine Mail an den Kundenservice brachte mir zwar keine Antwort, dafür aber letzte Nacht um 0:00 Uhr wieder die Benachrichtigungs-SMS, dass meine SIM wieder entsperrt sei. Ist sie auch. Jedenfalls die SIM.

Nun kommt nämlich hinzu, dass ich Onlinekunde bin und seit dem 02. Mai meinen Vertrag verlängern könnte – wer mir im Twitter followed weiß, wie sehr ich mich schon auf mein N95 freue. Dumm nur, dass man bei ausstehenden Rechnungen nix, aber auch absolut gar nix online am Vertrag machen kann. Nicht mal die Handys, die gerade für eine Verlängerung angeboten werden, kann man sich angucken. Nevertheless habe ich mir dann heute Nacht, nach erfolgter Entsperrung meiner SIM gedacht, ich könne ja jetzt endlich verlängern. Hatte ich mir so gedacht. Nix da, online kann ich immernoch nichts an meinem Vertrag ändern, weil es angeblich Unklarheiten bezüglich der Rechnung geben würde (Unklarheiten, die ich erstens nach erfolgter Entsperrung als Klarheiten betrachte und die sich zweitens durch meine Mail zu Klarheiten wandeln würden). Ein Anruf bei O2 brachte natürlich wieder nix, da kann man mir meinen Namen nebst Adresse sagen, das war es aber auch. Die Rechnungsabteilung war in angemessener Zeit nicht erreichbar.

Naja, ich versuch es morgen nochmal. Vielleicht erreiche ich dann ja zur Abwechslung mal jemanden, der dem Wort Kundenbetreuung gerecht wird. Ansonsten muss ich doch nochmal gucken, wie lange meine Kündigungsfrist war.

[Update 08.05.2008] Man glaubt es kaum: Heute darf ich meinen Vertrag endlich verlängern. Dafür finde ich keinen Weg, ihn online so verlängern zu können, wie mir das vorschwebt. Super. Telefonisch schließe ich mal aus, da bekommt man doch wieder mehr angedreht, als man eigentlich bestellt hat. Also läuft alles auf die gute, alte Post hinaus.

Frau meets Film, den sie nicht sehen will

Sonntag, 04. Mai 2008

Wer mir bei Twitter followed, hat den Krampf heute Abend ja schon mitbekommen. Aus irgendeinem Grund ärgert mich das immernoch, also darf mein Blog auch noch darunter leiden. Hey, immerhin endlich mal wieder ein völlig unpolitischer Artikel. Gestern Twibble, heute der hier; ich mache Fortschritte ;-)

Frauen können ja unheimlich anhänglich sein – auch wenn sie noch nicht mal die Lebensabschnittsgefährtin sind. Sie lassen sich in ihrer Anhänglichkeit dann auch überraschenderweise von nichts beeinflussen. Ganz im Gegenteil, unter Umständen verleitet sie sie auch zu kontraproduktivem Verhalten. So mal wieder geschehen heute Abend in meinem Zimmer.

Alles fing halbwegs harmlos an. Frau prokrastinierte mal wieder Strukturgleichungsmodelle und war offensichtlich auf der Suche nach Ablenkung von ihrem bewusst kontraproduktiven Verhalten – sie muss kommende Woche in eben diesem Seminar ein Referat halten. Also fängt sie vorsichtig an und kommt erstmal auf eine Zigarette vorbei. Das ist natürlich nur ein Vorwand für alles Üble, was danach kommen soll. Na gut, ich habe gerade meine erste Tasse Kaffee des Tages leer, da kommt das Thema Einkaufen auf: Ich sage, ich müsste heute noch, am besten irgendwann gegen Abend, sie sagt, sie fährt jetzt, weil sie offensichtlich eine neue Ausrede zum Prokrastinieren braucht. „Ich kaufe jetzt Bier und Chipsies, dann setz ich mich an die Strukturgleichungsmodelle.“. Super, und das nach einer Tasse. Gut, in Ermangelung eines eigenen Autos und in Anbetracht der Spritpreise gebe ich klein bei und fahre eben mit. Sie bewegt sich schon verdächtig langsam durch den Edeka; so langsam, dass meine TK-Pizza hinter der Kasse aufgetaut ist. Das hätte mich vorsichtig machen sollen.

Wieder at home will sie wieder „nur eine Zigarette“ mit mir rauchen. Da hätte ich zum zweiten Mal stutzig werden sollen. Gutmütig, wie ich bin, wurde ich das natürlich nicht. Und weil im Fernsehen gerade irgendwelcher Nonsens lief, das erste Bier nach der dritten Zigarette in Rekordzeit schon so gut wie leer war, blieb sie halt da und verabschiedete sich von den Strukturgleichungsmodellen. Das zog sich dann über Stunden, war aber noch erträglich, weil ich eh gerade nix besseres zu tun hatte und sie nicht sonderlich stören wollte.

Dann kam es aber. Samstag Abend, 20:15 Uhr. Bei ihr schreit das nach DSDS, bei mir dreht sich in dem Zusammenhang alles inkl. Fußnägeln und Magen um. Dummerweise kam sonst aber nur Mist – der Samstag Abend ist auch nicht mehr das, was er mal war – und die Fernbedienung lag näher bei ihr, als bei mir. Also 5 Minuten Kampf um die TV-Hoheit inkl. Receiver nach manuellem Umschalten am Gerät Umdrehen und ich hatte, dachte ich, gewonnen. Dann ging es aber erst richtig los. Der Film ging zwei Stunden, ich habe mich etwa 1,5 davon mit dem Computer befasst und wollte dem Film nur lauschen. Über die gesamten zwei Stunden hat sie geplappert und so ziemlich jedes Wort, was dort gesprochen wurde, mindestens kommentiert. Wer Zapped von Michael Mittermeier mal gesehen hat, kennt in etwa die Wattebäuschchenvariante von dem, was ich heute über mich ergehen lassen musste. Es ist ja auch nicht so, dass ich das irgendwie gefördert hätte – eigentlich habe ich sie relativ deutlich spüren lassen, dass mir das gerade ziemlich auf den Sack geht. Nach einer guten Stunde war ich soweit, dass ich ihr sagte, ich glaube demnächst ziemlich laut Static X hören zu müssen. Hallo?! Wer Static X und mich kennt, weiß, dass ich mir das nie anhöre und die definitiv extrem anstrengende Musik machen. Das war ein verdammtes Zeichen.

Aber das Geläster über den Film ist ja nicht alles. Nein, in regelmäßigen Abständen kommen dann auch noch Sprüche wie „Ach du bist blöd. Schalt doch mal auf RTL.“ oder „Auf RTL läuft DSDS; das ist normal.“. Ja und?! Abgesehen davon, dass DSDS das letzte ist, was auf meinem Fernseher laufen wird.. DU hast einen Fernseher in DEINEM Zimmer. Warum gehst du nicht einfach zu dem und schaust dir DSDS an, statt hier miese Laune zu schieben.

Ich weiß nicht, warum Frauen sowas machen; also etwas schauen, was sie weder schauen müssen, noch wollen, dann aber ihrem Umfeld jeglichen Lebenskomfort durch Kommentierung jeden Wortes des Filmes versauen müssen. Ich kann es wirklich nicht nachvollziehen. Die einfachste – und für beide Seiten sinnvollste – Lösung wäre doch, einfach an den eigenen Fernseher zu gehen und das zu schauen, was man schauen will. Warum macht Frau das nicht einfach? Wahrscheinlich, weil sie, wenn sie ihren Willen schon nicht bekommt, Mann wenigstens auch noch alles verderben muss. Na Danke auch!

1. Mai – Gedenken an die Punk-Szene

Donnerstag, 01. Mai 2008

Jaja, früher war alles besser. Da kommt am ersten Mai wieder Nostalgie auf. Die Toten Hosen hatten mit ihrem Song nicht Unrecht. Von wegen Ideale und so. Von denen ist wenig übrig geblieben. Der Hauptgrund, warum ich mich aus der Szene weitestgehend verabschiedet habe. Früher war einfach alles besser :-(

Früher, da war doch was. Damals, als die Punks noch wussten, was sie wollten. Da gab es noch Ziele. Beispielsweise ein Umdenken in der Gesellschaft. Selbst wenn es nur die Änderung der Staatsform in eine andere (Anarchie zähle ich definitiv nicht als Staatsform) war, war es doch ein Ziel. Aber das Hauptsächliche war wohl das Umdenken in der Gesellschaft. Damals ist man dafür auch doch auf die Straßen gegangen, hat sich mit der Polizei angelegt, im Ernstfall sogar verhaften lassen. Heute gibt’s zwar noch eine komische, sogenannte Punk-Szene, von Idealen und Zielen ist aber wenig übrig geblieben.

Blick nach heute. Was haben wir? Sozial abgestiegene oder solche, die (aus Faulheit) nie irgendwas erreicht haben. Wenn man die nach den Gründen, aus denen sie sich der Punk-Szene angeschlossen haben, fragt, und sie ausnahmsweise mal wenigstens halbwegs nüchtern antrifft, kommt als Antwort sicherlich etwas in der Art, ‚Alles Scheiße, Anarchie!‘. Wen haben wir noch? Den Modepunk. Zeichnet sich meist dadurch aus, dass er etwa 12 bis 16 ist, sich seinen Iro gefärbt hat und ihn mit Gel stellt, einer der Klamotten trägt, die zwar nach der Szene aussehen, aber von Marken kommen, die sich die ursprüngliche Szene nie geleistet hätte. Was sagt der auf die Frage? ‚Weil’s in ist.‘ oder ‚Weil meine Freunde auch Punkt sind.‘ oder, im Regelfall, ‚Weil Anarchie geil ist!‘. Das waren dann die beiden Hauptgruppen. Daneben gibt’s noch eine Gruppe, die nie eine vernünftige Antwort artikulieren könnte, weil sie einfach permanent besoffen ist und sich mit dem Zustand und ihrer Bekleidung zum Punk zugehörig definiert.

Punk ist eine Einstellung geworden, die nur soziale Verlierer oder Mitläufer annehmen.

Interessant – oder traurig – ist auch, dass man sich mit all denen – außer der letzten Gruppe natürlich – über ihre Ideale und Ziele unterhalten kann. Das Gespräch wird kurzweilig. Die haben keine. Jedenfalls können sie keine benennen. Punk zu sein, scheint einfach nur noch eine Sache der Coolness zu sein. Traurige Entwicklung.

Ach so, die letzte Gruppe haben wir vergessen. Das ist die, die man kaum noch als Punk erkennt. Bei denen hört man es erst raus, wenn man mit ihnen redet. Das sind die, die vor einigen Jahren beschlossen haben, dass sie ihre Ideale und Ziele nicht mehr mit Iro verfolgen wollen, weil der Iro nebst imageträchtiger Bekleidung mittlerweile eine neue Gruppenzugehörigkeit suggeriert. Heute erkennt man sie nur noch, wenn man die geringen Abweichungen vom Mainstream richtig deutet. Da ist einer, der hat noch einen richtigen Iro. Ansonsten sieht er relativ normal aus. Wechselt man ein Wort mit ihm, erkennt man, was dahinter steckt. Oder der, der eine verranzte Hose nebst Chucks trägt. Auch hier ein Wort, schon ist er ‚entlarvt‘. Beim Wortwechsel kommt dann auch schnell das Thema Ziele und Ideale zur Sprache und die Betroffenen lassen schnell durchblicken, dass sie sich irgendwie nach der alten Zeit sehnen, als noch klar war, was der Gegenüber denkt, wenn er einen roten Iro trägt.. oder eine Jacke mit Exploited-Aufnäher auf dem Rücken. Die alten Hausbesetzer, die noch Geschichten erzählen können. Geschichten von früher, als noch alles besser war.

Im Kommunikationssumpf

Freitag, 18. April 2008

Diese Woche scheint in Sachen Email-Kommunikation nicht meine gewesen zu sein. Die eine Hälfte, die ich schrieb, endete in Monologen, deren Kernforderungen aber wenigstens noch wortlos erfüllt wurden, die andere Hälfte glänzte durch gänzliche Missachtung. Dabei waren da durchaus einige dabei, bei denen eine Antwort eigentlich selbstverständlich gewesen wäre. Aber das scheint die zur Regel zu werden.

Beispiel 1: Die Anfrage nach Hilfe

Chronologisch auch die erste Mail in dieser Woche. Konkret ging es um eine Sammelanfrage eines Vereins, bei dem ich lange aktives Mitglied war, die an so ziemlich alle rausging und sich um zu besetzende Dienste drehte. Als ich sie bekam, antwortete ich, wie immer diplomatisch und hilfsbereit (ernsthaft ;-)), dass sowas zwar, bedingt durch meinen Wohnort, der mittlerweile 250km vom Vereinsheim entfernt ist, nur unter erschwerten Bedingungen möglich wäre, ich mir aber bei Personalnotstand natürlich Zeit nehmen würde. Einziger Knackpunkt, und damit auch die Frage der Fragen: Ich bin mittlerweile einvernehmlich auf passive Mitgliedschaft umgestellt worden und wusste nicht, ob ich da eigentlich noch Dienste machen dürfte, versicherungstechnisch.

Am nächsten Morgen segelt dann die Antwort in mein Postfach. Tenor in etwa: Was ich mich denn so aufregen würde, weil ich nicht mehr als Aktiver geführt würde und überhaupt. Erst meine Mail nicht richtig gelesen – ich habe mich nirgendwo aufgeregt, sondern nur die Frage in den Raum gestellt, ob ich überhaupt noch Dienste besetzen dürfte – und dann auch noch nicht einmal meine Frage beantwortet. Danke auch! Ich also, wieder freundlich wie immer, eine Antwort geschrieben, auf das Missverständnis hingewiesen und nochmal den Kern meiner Frage hervorgehoben. Auf eine Antwort warte ich nun seit knapp einer Woche. So groß scheint der Personalnotstand also zu sein.

Beispiel 2: Die Hochzeitsplanung

Nein nein, keine Sorge, nicht meine. Aber die eines sehr guten Freundes, der ebenfalls 250km von hier weg wohnt. Ich bekomme die Einladung Anfang der Woche. Also schnell eine Email zurückgeschickt, weil ich Telefonieren zu normalverträglichen Zeiten immer vergesse. Frage war hierbei, ob ich mit Anhang kommen dürfe (inkl. Anmeldung desselben), ob es in der Nähe des Hotels einen Parkplatz gäbe, auf dem man mal eben mit dem Wohnmobil stehen könne und so weiter und so fort. Organisatorisches eben. Auf eine Antwort warte ich nun auch schon die ganze Woche.

Beispiel 3: Der Plagiatsfall

In dem Fall gibt’s eigentlich zwei Emails, die aber wenigstens unterschiedlich behandelt wurden. Die erste ging gestern Abend raus, weil ich bei der Geschichte, nachdem mein Pingback schon nicht auf dem referenzierten Blog auftauchte, wenigstens wünschte, der Plagiatspingback würde entfernt. Die Email blieb leider unbeantwortet, der Pingback steht auch noch im betroffenen Blog :-(

Die zweite Email ging heute Mittag an den Betreiber des Servers, auf den der DynDNS-Eintrag des Plagiators verwies. Ein, so scheint es mir, gehe ich von der Firmenhomepage aus, seriöses Kleinunternehmen. Um eine Antwort hatte ich ausdrücklich in jedem Fall gebeten, bekommen habe ich keine. Naja, ich bin’s ja mittlerweile gewohnt. Immerhin ist das komplette Blog seit heute Nachmittag offensichtlich nicht mehr zu erreichen. Wenigstens das lief glatt.

Beispiel 4: Die Kontoauflösung

Gut, hierbei handelt es sich nicht um Email-, sondern um Postverkehr – aber es passt so gut. Am 01. Februar habe ich meiner Beraterbank postalisch die Kündigung meines Girokontos zukommen lassen. Ja, ich habe wieder mal gedacht, Kündigungen müssen doch auch ankommen, wenn sie ohne Rückschein geschickt werden. Tun sie aber nicht. Ich weiß nicht, wie die Post das macht, aber irgendwie filtern die die Kündigungen raus. Ich hatte in meinem Leben, und ich habe schon einige geschrieben, noch keine einzige Kündigung, die ohne Einschreiben mit Rückschein angekommen ist.

Gut zwei Monate ist es also her. Und gestern bekomme ich von meiner Beraterbank doch tatsächlich Post. ‚Toll‘, freue ich mich, ‚wird die Auflösung doch noch laufen‘. Nein, tut sie nicht. Denn man wollte mich nur freundlich darauf hinweisen, dass die Kontoauszüge nun auf DIN-A4 umgestellt werden, weil das ja so ein praktisches Format wäre. Gleichzeitig gab’s dann gleich noch die Gebühren für nicht abgerufene Kontoauszüge des ersten Quartals. Danke auch!

Fazit

Ich glaube, ich schreibe einfach keine Emails mehr. Mal gucken, wie lange es dauert, bis sich Hinz und Kunz wieder beschweren, dass ich mich ja nie melden würde, seit ich nach Kassel gezogen bin. Wie man’s macht, ist’s falsch. Da soll noch einer die Gesellschaft verstehen.

Der Plagiator hat zugeschlagen

Freitag, 18. April 2008

Es ist ja nicht so, dass ich mich nicht freuen würde, wenn andere auf meine Artikel – insbesondere die, die mich Zeit und Arbeit gekostet haben – aufmerksam werden. Es ist ja auch nicht so, dass mir nicht einer abgehen würde, wenn ich zitiert werde (als Student ist das ja irgendwie kein Wunder).

Aaaber.. es ist ja auch nicht so, dass ich nicht etwas davon haben wollen würde. Und ich bin der Meinung, ich will nicht viel dafür haben. Meine Artikel stelle ich unter Creative Commons Lizenz (BY-NC-SA) in mein Blog ein. Eigentlich muss man nicht viel beachten, will man sie benutzen. Aber manche Hohlbratze schafft nicht mal das. Denn vorhin musste ich feststellen, dass mein Artikel zum Thema BKA-Gesetz wortwörtlich und komplett geklaut wurde. Besonders fies, ich habe es bemerkt, weil mein Pingback auf Netzpolitik „nur“ als eingehender Link, derselbe des Plagiators aber als Trackback direkt in der Kommentarliste angezeigt wird. Also extradreist, denn ohne besondere Klicks sieht man auf den ersten Blick nur den Trackback des Plagiators.

Ein Blick auf dessen Blog fördert dann das erwartete zu Tage: Erstens gibt’s kein Impressum, keinen Kontakt und der Apache hat auch keine Email-Adresse für den Webmaster eingetragen. Zweitens findet man alle Artikel per Google sofort identisch in anderen, seriösen Blogs wortwörtlich wieder; die Masche scheint also Prinzip zu haben. Und drittens, die Domain läuft auf DynDNS, so dass man, ohne größere Anstrengungen, sowieso nicht an einen Verantwortlichen kommt.

(Artikel geschrieben und veröffentlicht in der Hoffnung, dass er auch vom Plagiator geklaut wird ;-))

Frühlingsmisanthropie

Donnerstag, 17. April 2008

Ich weiß ja nicht, ob ich der Einzige mit solchen Phasen bin. Ich hasse den Kasseler Pseudo-Frühling. Also so wirklich. Seit fast einem Monat ist nun kalendarisch Frühling. Aus Berlin bekommt man sogar schon frohe Kund, man könne des nachts das Fenster sperrangelweit offen lassen. In Oldenburg, wo ich mich bis vor zwei Wochen befand, konnte man auch schon bequem im Pullover rumrennen. Überall ist Frühling. Überall? Neein. In hessisch Sibirien wehrt sich eine Möchtegern-Großstadt, das selbsternannte Paradies der gehobeneren Klasse von Rhein-Main und Ruhrpott – die Rede ist natürlich von Kassel.

Hier kommen wir tagsüber immernoch nicht über 7°C hinaus, nachts friert es noch und es ist grundsätzlich Grau in Grau (mein vollstes Mitgefühl an andere Grau-Seher). Davon abgesehen regnet es zu oft, zwischendurch kommt auch mal Hagel durch und der Wind ist im Mittel auch nicht mehr mit normalen Frühlingsböen vergleichbar.

Wen wundert es da noch, dass ich immernoch nicht regelmäßig in die Uni, geschweige denn überhaupt mal ungezwungen vor die Tür gehe? Seit zwei Tagen kommt auch noch Frühlingsmisanthropie dazu. Das manifestiert sich darin, dass ich keine Lust mehr zum Bloggen, Twittern, Menschen hören, sehen, riechen, schmecken, ärgern, zur Weißglut treiben [Liste beliebig fortführen] habe. Sehr zu meinem Leidwesen und dem meines Umfeldes, denn eigentlich bin ich ein recht kommunikativer Mensch.

Naja, am Wochenende soll’s ja (mal wieder) wärmer werden. Warten wir’s ab. Vielleicht fällt ja dann auch endlich Kassel – die letzte Bastion.

Gut und günstig?

Sonntag, 13. April 2008

Heute schon gut und günstig eingekauft? Also ich nur mäßig. Vorhin im nächstgelegenen EDEKA der Wahl sollte es Käse werden. Gut, der war bei gleicher Menge im Plus sowieso schon 50 Cent billiger (günstiger ;-)), aber was darf ich heute an der Kasse erfahren? EDEKA hat nochmal 20 Cent draufgeschlagen. Satte 2,19 € kostet die Packung jetzt. Da fragt man sich doch, warum man noch ‚Billigmarken‘ kauft.

Gut und günstig? Gut, ja – günstig, wohl eher nicht mehr.

Dabei sein ist alles

Freitag, 11. April 2008

Erst gestern schuf IOC-Präsident Jacques Rogge Klarheit zur Frage, inwieweit sich Sportler bei den kommenden olympischen Spielen politisch im Sinne der Meinungsfreiheit äußern dürfen. Das Credo: Meinungsfreiheit ja – Demonstration nein. Damit kann man sich einigermaßen abfinden, soll doch der Sport im Vordergrund stehen.

Heute sieht die Welt für Rogge scheinbar wieder unproblematisch aus, berichtet SPON: „ich bin optimistisch, dass wir exzellente Spiele erleben werden„. Und weiter:

Das IOC dürfe „diese Linie nicht überschreiten“. Ob die Regierung mit dem Dalai Lama verhandeln solle, sei zudem eine rein innerchinesische Angelegenheit.

Aha, muss sich das IOC doch die Frage stellen lassen, was von der gestern freigegebenen Meinungsfreiheit eigentlich abgedeckt sein wird? Wenn man sich nun als Dachverband der Spiele schon nicht mehr in die politischen Missstände (dass es solche sind, ist wohl unzweifelhaft) einmischen „dürfe“, wie sieht das denn dann für die Sportler aus, denen dies gestern noch zugesagt wurde? Wenn man das Verhalten des IOC dann noch im Hinblick auf das folgende Faktum betrachtet, wird die Sache immer interessanter.

Bei der Vergabe-Entscheidung für Peking 2001 wurden von China unter anderem Fortschritte bei Meinungsfreiheit und Menschenrechten gefordert.

Auf der einen Seite hatte das IOC also durchaus Forderungen mit der Vergabe der Spiele an Peking verbunden, auf der anderen Seite ist die offensichtliche Nicht-Erfüllung der Forderungen aber kein Grund, Konsequenzen in jedweder Art zu ziehen. Dass man die Spiele jetzt nicht einfach absagen oder zum Boykott aufrufen kann, mag man ja noch einsehen. Dann aber nicht einmal mehr ein wenig auf Konfrontation zu gehen und das Kind beim Namen zu nennen, ist definitiv kontrovers. Sich aber unter diesem Gesichtspunkt und der breiten, weltweiten öffentlichen Debatte auch noch auf Kuschelkurs mit Peking zu begeben, ist wohl das paradoxeste, was sich das IOC leisten konnte.

Da bleibt als Resümee für die teilnehmenden Sportler wohl wirklich nur noch der olympische Gedanke, dessen Botschaft aber wohl einen zweideutigen Sinn erhält: Dabei sein ist alles – mehr lässt sich da wirklich nicht rausholen.

Warten auf die KVG…

Donnerstag, 06. März 2008

Wer heute in Kassel (und sicherlich auch einigen anderen Städten) nichtsahnend an die Tramhaltestelle marschierte, frohen Mutes, sein viel zu teures Semesterticket einzusetzen, wurde jäh auf den Boden der sozialen Marktwirtschaft zurück geholt. Naja, jäh eigentlich erst, nachdem man 20 Minuten gewartet hat und sich langsam wundert, dass immernoch keine Tram gekommen ist.

So erging es also auch mir, als ich zum freundlichen Edeka „um die Ecke“ wollte, endlich den Hilfeschreien unseres Kühlschrankes nachkommen. In Ermangelung des WG-Polos, der momentan nebst Halterin Urlaub macht, war ich also auf die Öffentlichen angewiesen. Also Rucksack geschnappt und raus an die Haltestelle – bei gefühlten -5°C mit meiner Lederjacke mit defektem Reißverschluss und ausgewachsenem Hexenschuss. Dann erstmal die oben erwähnten 20 Minuten warten; komisch, irgendwie müsste da doch schon lange was gekommen sein. Ein Blick auf den Fahrplan und die Erkenntnis, dass die KVG wohl mal wieder unpünktlich ist, macht sich breit – das ist übrigens eines der unerklärlichen Phänomene des Alltags: Wir sind die zweite Haltestelle auf der Strecke, die Tram hat an der ersten etwa 10 Minuten Pause und trotzdem schaffen sie es, bei uns bis zu 5 Minuten zu spät zu kommen.

Na gut, zurück zu heute. Wie gesagt, der Fahrplan legte die Vermutung nahe, dass mal wieder das 5 Minuten Mysterium aktuell war. Also nochmal gewartet. Wer hätte es gedacht, es kam immernoch nix. Und dann ein beiläufiger Blick unter den Fahrplan, was war das? Ein „winziges“ DIN A4 Blatt auf Kniehöhe mit dickem, grünem Rahmen. Bla bla bla, Warnstreiks im öffentlichen Dienst, bla bla bla. Ja sehr nett. Vorgestern hatte ich noch im Internet geschaut, da hieß es noch, es würde nur der Servicebereich streiken. Heute dann nach dem Einkaufen noch ein Blick, da stand was von Streik im Fahrgeschäft, allerdings alles schön im Konjunktiv, und außerdem wäre das ja alles kein Problem, denn die Fahrgäste würden im Fall des Falles ja durch Anschläge und Lautsprecherdurchsagen an den Haltestellen informiert. Wie gesagt, der Anschlag (kommt mein Blog jetzt eigentlich in die BKA-Überwachung?) war ein schlechter Witz und von den Durchsagen hab ich auch nix mitbekommen. Danke KVG!