Teilzentrum der Ordnung für ‘Money, money, money’

Übersehene Lehren aus der Eurokrise: 3. Deutschland ist nicht der Mittelpunkt der Welt

Dienstag, 04. August 2015

Wolfgang Schäuble würde das sicher nach außen hin nicht anders sehen, innerlich aber wahrscheinlich schon. Deutschland mag der größte Zahler, sowohl in der EU, als auch in der Eurogruppe und damit auch hinsichtlich Griechenlands sein, der Mittelpunkt der Welt sind wir deshalb aber nicht.

Ich wiederhole das gerne nochmal: Uns geht es verdammt gut. Wir profitieren wie kein anderer Euro-Staat vom Euro. Doch wir profitieren auf Kosten der schwächeren Euro-Staaten, denn irgendwo kommt unser Exportgewinn und -überschuss her. Was wir haben, fehlt anderen.

Schlimm genug, dass sich die Regierung Merkel als Regierung der EU aufspielt. Doch damit reichte es nicht. Nein, wir mussten die inoffizielle Regierungsgewalt auch noch an die Finanzminister abgeben. Passt perfekt zu Merkels Paradoxon der „marktkonformen Demokratie“, hat mit Demokratie aber dummerweise gar nichts mehr zu tun. Erst recht, wenn der Machtempfänger sich im Inland mit der Schwarzen Null rühmt, die es um jeden Preis zu erhalten gilt. Die EU, insbesondere die Eurogruppe, bleibt eine Solidargemeinschaft. Anders kann sie langfristig nicht funktionieren. Und das Langfristige war doch irgendwann in grauer Vorzeit mal das Ziel.

Wir machen sicher viel richtig in Deutschland, jedenfalls wenn man diesen marktkonformen Maßstab als Basis nimmt. Trotzdem haben wir die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen. Unser Weg opfert die kurz- und mittelfristig Volkswirtschaften eines ganzen Kontinents. Insofern sollten wir uns zurückhalten, wenn es um Belehrungen geht. Liebe Regierung, wenn ihr schon „unsere Freunde“ mit allen Mitteln ausnehmen wollt, schreibt ihnen wenigstens nicht vor, wie sie so wie wir werden könnten. Mit Solidargemeinschaft hat das nichts zu tun. Davon ab ist es faktisch unmöglich, alle Volkswirtschaften – und vor allem die aktuell schwächsten – zu Wachstumsgewinnern a la Deutschland zu machen. Wie gesagt, irgendwo muss der Gewinn herkommen.

Übersehene Lehren aus der Eurokrise: 1. Die Transferunion

Dienstag, 07. Juli 2015

Immer diese Bäh-Wörter. In diese Kategorie fällt wohl, neben dem Super-Bäh-Wort „Schuldenschnitt“, auch die Transferunion. Warum sollten wir fleißigen Deutschen auch für die faule Südeuropäer aufkommen? So oder so ähnlich würde dieser Tage wohl meine Bewerbung bei „einem großen, deutschen Boulevardmagazin“ (O-Ton @ARD_BaB vom 05. Juli 2015) aussehen, wenn ich nicht noch ein winziges bisschen Reststolz hätte.

Trotzdem, die Krise um Griechenland lehrt uns, was schlaue Menschen schon in der Vergangenheit propagierten: Die EU, resp. die Euro-Gruppe, kann ohne Transferunion nicht funktionieren. Und, verdammt nochmal, ich muss nicht VWL studiert haben, um zu verstehen, warum das tatsächlich so ist.

Transferunionen sind allgegenwärtig, wo einzelne Wirtschaften sich zusammen schließen. In Deutschland heißt das Länderfinanzausgleich. Und der ist wichtig. In einer Währungsunion gibt es immer wirtschaftlich stärkere und schwächere Regionen. Die stärkeren profitieren von den schwächeren, denn die Importe der Letzteren sind die Exporte der Ersteren. Bezogen auf die EU ist Deutschland als Exportweltmeister der wirtschaftliche Schädling schlechthin für die schwächeren Länder, denn unser Gewinn wird u.a. genau von denen bezahlt. In einer Wirtschaftsunion in der Größe der EU kann schlichtweg nicht jeder Teilnehmer mehr ex- als importieren. Es existiert eine Menge X an Geld, um die konkurrieren die einzelnen Volkswirtschaften resp. Länder. Und wir sind nunmal gut aufgestellt und greifen einen Großteil davon ab.

Wollen wir ein Europa, das solidarisch zusammensteht, brauchen wir die Umverteilung. Wir müssen die volkswirtschaftlich schwächeren Länder der Euro-Gruppe mit unserem Gewinn stärken, um als kontinentaler Verbund stark zu bleiben.

Gewinn, Wettbewerb und Wachstum sind nicht alles. Vor allem dürfen sie in einem Friedensprojekt, das die EU mal sein sollte, nicht alles sein. Werden sie es doch, ist die EU nur noch ein plumpes Freihandelsabkommen, das den starken Exportländern auf Kosten ihrer sog. Partner zu ihrem Gewinn nutzen soll. Das kann langfristig keinen Frieden sichern.

Noch der ‚Nachruf‘ an Wiedeking

Montag, 27. Juli 2009

Ja, ich weiß, in ein links der Mitte orientiertes Blog gehört sowas eigentlich gar nicht, aber so weit Realist bin ich dann doch noch.

Die Tage musste mit Wendelin Wiedeking der einzige Manager eines großen Unternehmens, den ich respektiere, seinen Platz räumen.. und das bedaure ich sehr. Vor allem, weil er medial abgesägt wurde. Sicherlich hat er seinen Teil dazu beigetragen – die älteren Pläne, VW zu kaufen, waren für ein Unternehmen wie Porsche nicht der sinnvollste Weg.

Trotzdem erinnere ich mich gerne an Umfragen. Der Mann war noch vor einem Jahr der, mit 60 Mio Euro im Jahr, bestverdienendste Manager in Deutschland und gleichzeitig der Einzige, dem die breite Masse das Geld gegönnt hat. Wiedeking war einfach gut in dem, was er, speziell mit Porsche, gemacht hat. Wiedeking war einer, den sogar seine (untergebenen) Arbeiter ehrlich und nicht aus reinen Hierarchiegründen respektiert haben. Der letzte Beweis dafür ist die bewegende Abtrittsfeier der letzten Tage.

Seine Entscheidung, die (für deutsche Verhältnisse) Rekordabfindung von 50 Mio Euro komplett in Deutschland zu Versteuern und die Hälfte sogar noch sozialen Projekten zu spenden, führt diese Moral des bewussten Managers fort. Er hätte wesentlich mehr von seinem Geld haben können. An solchen Menschen könnten sich die meisten Manager mal ein Beispiel nehmen.

Die Bahn kommt.. irgendwann

Sonntag, 26. Juli 2009

Tochter: „Warum fahren wir nicht mit dem Auto?“

Vater: „Weil wir in einem Anfall geistiger Umnachtung Bahn-Tickets gekauft haben.“

Tochter: „Warum?“

Vater: „Weil wir dumm sind.“

Tochter: „Warum?“

Vater: „Weil wir die 250km sogar mit unserem ollen 6-Liter-Diesel viel günstiger, bequemer und ohne Umsteigen hätten fahren können.“

Tochter: „Warum?“

Vater: „Weil die Bahn teuer und unpünktlich ist.“

Tochter: „Warum?“

Vater: „Weil die von vorne bis hinten Misswirtschaften.“

Tochter: „Warum?“

(Nach Belieben erweiterbar ;-) )

Bye bye Campusmaut!

Dienstag, 03. Juni 2008

Via AStA Kassel, hr online und SpOn kommt die Meldung des Tages: Der hessische Landtag hat heute Nachmittag mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linke die allgemeinen und Langzeitstudiengebühren, einst von der CDU eingeführt, wieder abgeschafft. Ab dem kommenden Wintersemester ist Studieren wieder weitestgehend kostenfrei. Ob die bislang geleisteten Gebühren rückerstattet werden müssen, wird die hessische Staatskanzlei in der kommenden Woche entscheiden, wenn es um die Verfassungsmäßigkeit der Studiengebühren gehen wird.

Gut und günstig?

Sonntag, 13. April 2008

Heute schon gut und günstig eingekauft? Also ich nur mäßig. Vorhin im nächstgelegenen EDEKA der Wahl sollte es Käse werden. Gut, der war bei gleicher Menge im Plus sowieso schon 50 Cent billiger (günstiger ;-)), aber was darf ich heute an der Kasse erfahren? EDEKA hat nochmal 20 Cent draufgeschlagen. Satte 2,19 € kostet die Packung jetzt. Da fragt man sich doch, warum man noch ‚Billigmarken‘ kauft.

Gut und günstig? Gut, ja – günstig, wohl eher nicht mehr.

Scheisse ist…

Dienstag, 18. Dezember 2007

… innerhalb von zwei Monaten zwei EC-Karten gesperrt zu bekommen, weil die Geldautomaten nicht ordentlich funktionieren, und dann auch noch 16 Euro für die Sperrung bezahlen zu dürfen.

Was ist das IKEA-Geheimnis?

Freitag, 05. Oktober 2007

Heute bei IKEA gewesen und wer kennt das Szenario nicht? Man weiß genau, was man kaufen will – in meinem Fall 2x Beistelltisch Lack a 9,99€. Was passiert? Man wandert durch den Markt, natürlich den kompletten Rundgang inkl. kompletter Markthalle, und an der Kasse gibts dann im wahrsten Sinne des Wortes die Quittung. 20€ solltens werden, 50€ sinds geworden. Es gibt ja so viele nützliche Sachen, die man eben noch mitnehmen kann, wenn man eh schonmal hier ist.

Wenn jeder Kunde 250% dessen ausgibt, was er eigentlich geplant hatte, sehe ich die Frage als beantwortet. Und nachdem ich genug Leute kenne, denen es ähnlich geht…

„Seriöse“ eBayer

Samstag, 15. September 2007

Suuper! Da bestell ich nach Monaten der Abstinenz mal wieder was bei eBay, zu allem Überfluss auch noch zwei Sachen, die ich eigentlich ziemlich dringend brauche, und was gibts? Bezahlt ist der Kram seit 2 Wochen und die Verkäufer schlafen. Warum muss mir sowas eigentlich immer passieren? *grummel*

Kurios: Studiengebühren

Freitag, 14. September 2007

Der Preis für Bildung ist durch die Einführung allgemeiner Studiengebühren seit dem Vorjahr um 28,7% gestiegen. Nur Butter hat laut Statistischem Bundesamt mit 36,6% eine höhere Teuerung mitgemacht.

(Quelle: Spiegel Online)