Teilzentrum der Ordnung für ‘Sachen, die die Welt nicht braucht.’

Telefonterror a la IM Leipzig

Samstag, 08. März 2014

Ich komme ja bekanntlich (glaube ich) aus der Ecke Soziologie. Umfragen, hier speziell telefonische, sind mir also kaum ein Dorn im Auge. Die meisten Institute – ob Meinungs- oder Marktforschung – halten sich bei Telefonbefragungen durchaus auch an die üblichen Standards, die dafür sorgen sollen, dass ebendiese nicht zum Telefonterror werden. Leider gibt es immer schwarze Schafe, die die ganze Branche in Verruf bringen und seriöse Befragungen erschweren. Das IM Leipzig (Institut für Marktforschung GmbH Leipzig) ist ganz offensichtlich ein solcher Kandidat, wie ich seit mittlerweile ziemlich Langem leidvoll feststellen darf.

Angefangen hat alles vor mehr als einem Jahr, genau kann ich mich kaum noch erinnern. Plötzlich bekam ich Anrufe von der Nummer +493419950255 auf meinem Festnetzanschluss. (mehr …)

Diablo III installiert – Das DoD schnüffelt mit

Donnerstag, 13. Juni 2013

Da habe ich doch gestern nicht schlecht gestaunt, als ich mein Projekt „Diablo III unter Linux“ mal wieder angegangen bin – diesmal sogar mit mehr oder minder großem Erfolg. Der geneigte Diablo-III-Spieler weiß sicherlich, dass Blizzard im Installer ein P2P-„Feature“ auf Basis von BitTorrent implementiert hat, so dass die Daten schneller verteilt werden können sollen (netter Satz ;-)). So weit, so gut.

Nun scheint aber genau in diesem Punkt – jedenfalls fällt mir kein anderer sinnvoller ein – ein unschöner Hund begraben zu sein. Denn just war der Download der doch recht knackigen Datenmenge abgeschlossen, wurde plötzlich mein Upstream komplett ausgelastet. Nun sollte man denken, das sei ja normal, P2P beinhaltet ja eben auch die Weiterverteilung der Daten. Allerdings war der Installer zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen. Ein kurzer Blick auf den Netzwerkverkehr mit Tcpdump und eine schnelle Whois-Abfrage und ich staunte noch mehr: Das amerikanische Verteidigungsministerium (DoD Network Information Center (DNIC)) resp. eine von ihm registrierte IP schien mich nicht nur zu scannen, bei der Auslastung des Upstreams lag der Verdacht nahe, dass es sich konsequent Daten bei mir zog. Also die Kollegen erstmal fix mittels iptables rausgeschmissen, dann ging es an die Nachforschung.

Tante Google erklärte dann recht freigiebig, dass das DoD hinsichtlich BitTorrents offenbar ziemlich aktiv ist. Finde ich jetzt nicht unbedingt toll, aber was erwartet man in Zeiten von PRISM noch Großes von der Vorzeigedemokratie. Mein Kernproblem aber wurde dadurch nicht gelöst: Wie kann das DoD bei mir Daten ziehen, wenn der Installer und damit BitTorrent gar nicht mehr aktiv ist? Mal ganz davon abgesehen, dass es eine grandiose Frechheit ist, dass ich mich bei Installation eines Spiels, das ich mir legal gekauft habe und legal mit dem Standardinstaller installieren will, von rechtsstaatsfeindlichen Schnüfflern ausspionieren lassen muss!

Was und wie genau gezogen wurde, konnte ich nicht reproduzieren. Dafür hatte ich sie zu schnell ausgesperrt. In der Konsequenz sind nun alle IP-Netze, die das DoD registriert hat, direkt in meinem Router in beide Richtungen gesperrt. Bis jetzt ist mein Upstream jedenfalls nicht mehr ungewöhnlich ausgeschlagen.

Ein (versautes) Wochenende mit der Bahn

Montag, 03. August 2009

Jaja, es war mal wieder soweit. Vergangenen Mittwoch musste ich mich gen Heimat bewegen. Als armer Student natürlich mit der Bahn und natürlich ausschließlich mit Nahverkehrszügen. Und wie üblich wurde das wieder zum Desaster. Aber von vorne.

Ausgangslage und Ziel

Mittwoch hin, Sonntag wieder zurück. Semesterticket gilt bis Treysa (NVV-Gebiet), also Anschlussticket für zwei Stationen bis Stadtallendorf (RMV-Gebiet) im RE lösen. In Stadtallendorf raus um das große Ticket fürs RMV-Gebiet zu lösen, dann mit dem ~5min später fahrenden Mittelhessenexpress runter nach Frankfurt. Auf der Rückfahrt sollte das ziemlich analog laufen. In Frankfurt das große RMV-Ticket lösen, dann in Stadtallendorf raus um die 2 Stationen Übergangsticket zu lösen, 50min warten und ab Treysa wieder per Semesterticket fahren. Soviel zum Plan.

Die Hinfahrt

Los ging es also Mittwoch mit dem RE Kassel – Frankfurt, soweit alles gut. Zwischen Wabern und Treysa kontrolliert dann der Schaffner mein Semesterticket – offensichtlich exzellent gelaunt, sonst hätte er nicht auch noch meinen Perso sehen wollen. Ehrlich, wie ich bin, sage ich dann extra, dass ich gerne ein Anschlussticket bis Stadtallendorf bei ihm lösen würde. Und schon ging der Ärger los. Das Ticket könne man nicht mehr im Zug nachlösen, war seine Antwort. Ich, natürlich total verwundert, weil das bislang nie ein Problem war, wollte mir dann mal genauer erklären lassen, wie ich denn dann nach Stadtallendorf kommen soll? Kann ja nicht die Lösung sein, dass man grundsätzlich in Treysa raus muss, um sich dort das Übergangsticket zu lösen. Und am Automaten in Kassel gibt’s jedenfalls keine Tickets ins RMV-Gebiet. Seine Antwort lief dann etwas unsicher darauf hinaus, dass ich mir das Übergangsticket in Zukunft in Kassel am NVV-Schalter lösen müsse, weil ich mindestens von Treysa bis Marburg buchen müsse, damit er mir ein Anschlussticket ausstellen könne. Missmutig meinte er dann, er dürfe das zwar eigentlich nicht und eigentlich müsse er mir ja jetzt 40 Euro wegen Schwarzfahrens berechnen (wir waren noch vor Treysa, also fuhr ich noch mit meinem Semesterticket ;-)), aber er würde mir das Anschlussticket ausstellen. Darauf verzichtete ich dann ob einer Vorahnung, was das wohl nach der Diskussion kosten würde, und stieg kurzentschlossen in Treysa aus. Dort schnell das Übergangsticket gezogen und ab in den Mittelhessenexpress, den ich eigentlich erst in Stadtallendorf besteigen wollte.

Damit war meine ursprüngliche Zeitplanung über den Haufen. In Stadtallendorf bin ich dann, wie geplant, wieder ausgestiegen. Zu meiner Überraschung wird da gerade der Gleis 1 Bahnsteig neu gebaut, so dass wir auf einem Holzbahnsteig standen. Doch dazu später mehr. Naja, wenigstens war ein RMV-Automat da, also löste ich mein großes RMV-Ticket und wartete eine Stunde auf den nächsten RE. Mit einer guten Stunde Verspätung kam ich dann also in Frankfurt resp. Groß-Gerau an; um eine weitere Bahn-stinkt-Erfahrung reicher.

Die Rückfahrt

Wenn du denkst, es geht nicht schlimmer, dann wird es garantiert noch schlimmer. Die Rückfahrt ist, wie erwähnt, eigentlich völlig unproblematisch. Allerdings hätte ich mir vielleicht vorher überlegen sollen, ob ich ausgerechnet auf der Baustelle Stadtallendorf umsteigen möchte. Ich hätte es lassen sollen.

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Spassbremse Kassel

Donnerstag, 23. Juli 2009

seen @ 'ultimative-Spassbremsen-Stadt' Kassel
seen @ ‚ultimative-Spassbremsen-Stadt‘ Kassel

What

the

fuckinfuckfuckshittyholyfrozen

Hell??!!

Kurze Frage in den Raum: Bankengewinne?

Mittwoch, 22. Juli 2009

Wenn Banken, die das Bankenrettungspaket in Anspruch genommen haben, Gewinne in Milliardenhöhe prognostizieren, gleichzeitig aber weder die Kreditzinsen senken, noch die Guthabenzinsen oder Kreditvergabebereitschaft steigern.. läuft da dann irgendwas falsch im System?

Auf der Zielgeraden…

Dienstag, 21. Juli 2009

… nochmal gestoppt worden. So ungefähr sieht mein Serverumzug derzeit aus. Eigentlich fehlt nur noch eine Domain (die ich nicht selbst verwalte), dann könnte ich den alten Server vom Netz nehmen. Eigentlich. Denn wie ich eben feststellen musste, haben MX-Records und/oder Reverse DNS Eintrag eine wesentlich längere Latenz im Hinblick auf ihre Umstellung. Nun stehe ich ärgerlicherweise mit zwei halben Mailservern da. Der eine (neue) verwaltet die Konten schon wunderbar und versendet Mails, der andere (alte) fungiert aktuell leider noch als Posteingangsserver. Die ärgerliche Folge liegt auf der Hand, momentan kann ich keine Mails empfangen, es sei denn, ich gleiche in regelmäßigen Abständen die Mailverzeichnisse des neuen Servers mit denen des alten ab. Naja, hoffen wir mal, dass sich das bald erledigt hat und ich die alte Kiste endgültig platt machen kann.

Das merkwürdige Verhalten alter Leute in Trams

Mittwoch, 11. Juni 2008

Es gibt ja so manche Benimmregel, die in der Theorie zwar absolut berechtigt ist, in der Praxis aber merkwürdige Ausmaße annimmt. Mein Liebling ist da die Regel, älteren Menschen in Trams und Bussen des Vorzug beim Sitzplatzanspruch zu geben. In Kassel sollte das erst Recht selbstverständlich sein, denn der Fahrstil vieler Tram-Fahrer ist so kein bisschen rentnerfreundlich. Und wer will schon die nette Oma durch die Tram fliegen sehen?

Nun bin ich prinzipiell Verfechter dieser Regel, kritisiere auch die Jugend von heute, die sich zunehmend nicht mehr an sie hält und biete meinen Platz immer freundlich an, wenn denn Not am Manne sein sollte. Und genau das ist aber das Problem, denn viele ältere Leute scheinen sich ihr Verständnis der Regel so weit pervertiert zu haben, dass sie nun auch bei genügend freien Plätzen darauf warten, dass ihnen ein besetzter angeboten wird. Und den bekommen sie von mir nicht – erst Recht nicht, wenn sie, auf ihrem Weg zu mir, schon 3 freie Plätze passiert haben.

So geschah es auch heute wieder, dass ich mich an meiner Haltestelle in die nicht einmal halb volle Bahn setzte. Es dauerte nur eine Haltestelle, dann stieg eines der angesprochenen Exemplare ein, bahnte sich seinen Weg durch die halbe Bahn, um dann vor mir zum Stehen zu kommen. Der Doppelsitz neben mir war ebenso frei, wie zwei Einzelsitze vor und einer hinter mir. Doch diese alte Dame hatte nichts besseres zu tun, als sich demonstrativ vor meinem Platz zu platzieren und mich von nun an bis zur Uni immer wieder mit bösen Blicken zu strafen.

Wie konnte ich ihr meinen Platz nur nicht anbieten? Denk mal drüber nach, Ommi!

Tante Google braucht man nur, wenn man kein Forum hat

Montag, 26. Mai 2008

Eigentlich stehe ich ja nicht so auf GBO-Style-Geblogge, aber manchmal kann ich mich dann auch nicht mehr halten. Wenn Tante Google schon nicht hilft (bzw. nicht gefragt wird), kann man es ja wenigstens im Community-Forum versuchen. Dann sollte man aber wenigstens lesen können:

[ Mo | 21:14 ] DieAnne-Marie: FSB 1000 MHz (2.0GT/s), Dual Channel, DDR400, wenn das in meiner motherboardbeschreibung steht, was für ein RAM brauch ich dann?
[ Mo | 21:17 ] Igno: Stinknormale, alte DDRs (PC3200)
[ Mo | 21:17 ] DieAnne-Marie: 096MB [!sic] DDR2 (1000) PC2-8000 DIMM 240-Pin Kit (2 x 2048MB) OCZ Kit geht das?
[ Mo | 21:19 ] Igno: Nein, das sind DDR2er

Oh Mann, da macht Tech-Support ja wieder richtig Spaß.

No Angels oder No Talents?

Sonntag, 25. Mai 2008

Ich muss zu meiner Schande zugeben, gestern habe ich zum erstem Mal, seit damals Stefan Raab für Deutschland angetreten ist, die Grand Prix – oder Neudeutsch Eurovision Song Contest – gesehen und, tut mir Leid, ihr No Angels Fans all over the country, es war eine Schande. Gut, bei den restlichen Beiträgen war auch so einiges dabei, was sich mehr durch tiefe Ausschnitte und den entsprechend bewegungsfreundlichen Vorbau ausgezeichnet hat, als durch musikalisches Talent, aber was die No Angels abgeliefert haben, war ja nun wirklich unter aller Kanone.

Die Outfits merkwürdig und keineswegs konkurrenzfähig für so manch lasziven Minirock, der Gesang eine Beleidigung für alle Gehörgänge der Nation. Ich hatte den Eindruck, dass sie maximal jeden dritten Ton getroffen haben. Offensichtlich stehe ich mit dem Eindruck auch nicht alleine da, wie man etwa bei Stefan Niggemeier und Anne lesen kann. Insofern passt der letzte Platz, den wir uns mit Polen und den UK teilen doch ganz gut, obwohl ich uns eigentlich lieber alleine auf dem Letzten gesehen hätte. Naja, die Bulgaren haben’s dank Lucy verbockt.

Was ich an der ganzen Misere aber noch am lustigsten fand, war das Statement, das die Angels ganz zum Schluss der Pauli-Party gegenüber Thomas Hermanns gegeben haben. Den Wortlaut habe ich leider, leider, leider nicht mitgeschnitten, aber es lief in etwa darauf hinaus, dass sie weder wirklich deprimiert, noch ein schlechtes Gewissen haben. Warum? Weil man das erst sein bzw. haben müsste, wenn choreografisch oder gesanglich was schief gegangen wäre. Ihrem subjektiven Empfinden nach war ihre Show spitze. Also doch die No Talents.

Schäuble wünscht sich deutsche NSA

Sonntag, 18. Mai 2008

Keine Woche vergeht derzeit, ohne einen schwachsinnigen (verfassungswidrigen?) Wunsch von Innenminister und Verfassungsfeind Nr. 1 Wolfgang Schäuble. War es letzte Woche der Nationale Sicherheitsrat, so ist es jetzt die Abhörzentrale nach Vorbild der – na, wer kommt drauf? – natürlich, der amerikanischen NSA. Gewünscht ist das Vorhaben in Köln, wo die Lauschaktionen aller Behörden und Geheimdienste in einer Einrichtung gebündelt werden sollen. Aller? Ja genau, und da liegt der Hund wieder begraben, denn sowohl BKA, Bundespolizei und Bundesamt für Verfassungsschutz, als auch die komplette Lauschabteilung des BND sollen hier gemeinsam arbeiten. Da kann man sich dann auch vorstellen, wie lange es dauern wird, bis die Grenzen zwischen Inlands- und Auslandsgeheimdiensten verschwimmen und die entsprechenden Behörden sich noch weniger an ihre Rechte halten, als sie das sowieso schon tun.

Nationaler Sicherheitsrat ist wohl nicht machterhaltungsfördernd

Dienstag, 06. Mai 2008

Sogar unsere Bundeskanzlerin scheint sich darüber bewusst zu werden, dass die Idee vom Nationalen Sicherheitsrat kein Thema ist, dass besonders gut für die CDU/CSU bei der kommenden Bundestagswahl ist. Das jedenfalls interpretiere ich in ihre Aussage, die die Sueddeutsche gerade online gestellt hat:

Indes sieht Bundeskanzlerin Angela Merkel vor der Bundestagswahl keine Chance für die Bildung eines Nationalen Sicherheitsrats. „Das Ganze wird jetzt keine Bedeutung für diese Legislaturperiode bekommen“, sagte Merkel (CDU) am Dienstag nach einem Treffen mit dem belgischen Ministerpräsidenten Yves Leterme in Berlin. „Aber manchmal darf man auch darüber hinausdenken.“

Frei nach dem Motto, lassen wir das mal ruhen, bis wir wieder gewählt sind. Dann haben wir ja wieder zwei Jahre, in denen wir treiben können, was wir wollen. Die Wähler haben’s ja bis zur folgenden Wahl sowieso wieder vergessen, vergeben oder notgedrungen akzeptiert.

Ganz falsch ist die Einschätzung bei näherer Betrachtung auch wirklich nicht. Schließlich macht die SPD kräftig Dampf gegen das Sicherheitskonzept. Wenn sich die große Koalition nicht einig ist, gewinnt bei sensiblen/verfassungsrechtlich fragwürdigen Themen natürlich die eine oder andere Seite an Wählergunst. Kluger Schachzug, Frau Merkel.

Diätenparadies Deutschland

Dienstag, 06. Mai 2008

Wer wünscht sich nicht, sein Einkommen selber festlegen zu können? Vielleicht der Selbstständige, der kann sowas ja machen. Aber wer würde sein Einkommen nicht gerne auch selber festlegen und dabei möglichst wenig arbeiten oder mit seiner Arbeit geringe Leistungen zu liefern? Da muss auch der Selbstständige neidisch gucken. Was kein normaler Arbeitnehmer kann, ist Privileg der Politiker. Und so wollen die Koalitionsfraktionen im Bundestag nach 10% im vergangenen Jahr die Diäten von 2009 bis 2010 nochmal um saftige 6% erhöhen. Das Gehalt eines einfachen Bundestagsabgeordneten steigt damit insgesamt von aktuell EUR 7678,00 auf satte EUR 8159,00 pro Monat in 2010. Da melden nicht nur die Oppositionsfraktionen, die bei der letzten Erhöhung auch schon Einwände hatten, Proteste an.

Mir persönlich stoßen da auch ein paar Punkte böse auf. Nehmen wir beispielsweise die Rente (die ich dank Erwerbsfähigkeitsminderung auch minimal beziehen darf): Die wird im Juni außerplanmäßig um 1,1% angehoben. Nett, könnte man denken, wenn da nicht über 2% Inflationsrate nebst eminenter Lebensmittelteuerung wären, die dafür sorgen, dass man nach der Rentenerhöhung zwar nicht mehr so viel weniger Geld im Portemonnaie hätte, wie ohne die Erhöhung, dafür aber immernoch zu wenig. Schön, dass sich die Abgeordneten dafür 6% in die eigene Tasche stecken, um dann weiter zu klagen, dass das Rentensystem vor dem Kollaps steht.

Anderer Punkt: Die Kritik von oberster Stelle an den Managergehältern. Manager sollten stärker nach Leistung bezahlt werden. Es könne nicht sein, dass ein Siemens-Manager sein Unternehmen in die Krise wirtschaftet und dafür dann eine fette Abfindung kassiert. Ach so! Und was machen die Abgeordneten? Auf Nerdcore wird es ziemlich deutlich auf den Punkt gebracht: Alle möglichen Gesetze werden vom Bundesverfassungsgericht zurückgepfiffen, eine Reform wird nach der anderen in den Sand gesetzt. Dazu kommen dann noch regelmäßig Schlagzeilen darüber, dass sich das Gros der Abgeordneten bei ‚eher uninteressanten‘ Plenarsitzungen nur in die Anwesenheitsliste einträgt, um Abrechnen zu können, an der Sitzung selber aber gar nicht teilnimmt. Deutschland verkommt zum präsidialdemokratischen Überwachungsstaat, aber die Abgeordneten bringen so gute Leistungen, dass sie EUR 8200 pro Monat verdienen? So gut möchte ich es auch mal haben.

Als Fazit kann ich für mich aus diesem raffgierigen Verhalten der Koalitionsfraktionen nur eines ziehen: Parlamentarische Demokratie, jedenfalls so, wie sie in Deutschland mittlerweile praktiziert wird, ist für den sprichwörtlichen Allerwertesten! Normalerweise müssten die Diäten per Volksentscheid festgelegt werden. Nämlich von denen, für die die Politiker arbeiten. Dann würde sich vielleicht der Eine oder Andere auch mal wieder Gedanken darüber machen, wie irrsinnig und demokratiefeindlich seine Vorstellungen von Politik sind.