Teilzentrum der Ordnung für ‘Sachen, die die Welt nicht braucht.’

Medien mokieren Merkels Möpse

Dienstag, 15. April 2008

Eigentlich wollte ich bewusst nichts über die heute losgetretene Berichterstattung der klassischen Medien über den Auftritt Aufzug von Frau Merkel (@Julia Seeliger: Ich habe Herrn Schröder auch schon „Herrn Schröder“ genannt ;-)) schreiben. Eigentlich ist das auch kein Wort wert. Eigentlich interessiert mich auch weder, ob sich Herr Clinton von seiner Praktikantin einen Blasen lässt (wo verändert das seine politische Kompetenz?), noch ob Herr Sarcozy eine Liebschaft mit einer Frau hat, die sich nackt ablichten lässt (wo verändert das seine politische Kompetenz?), noch ob Frau Merkel unter ihrem normalerweise wenig preisgebenden Outfit überraschenderweise auch Möpse hat (wo verändert das ihre politische Kompetenz?). Eigentlich. Aber mittlerweile muss man ja langsam was dazu schreiben, wenn man in der Hinsicht mal eine Pro-Merkel-Meinung hat.

Losgetreten wurde alles durch dieses Foto von der Einweihung des Opernhauses in Oslo. Quellen in Form von Artikeln brauche ich nicht zu bringen, die finden sich mit intuitiven Suchwörtern bei Google und Co. massenweise und quer durch alle klassischen, deutschen Medien. Die Resonanz ist durch die Bank weg ziemlich identisch: Vor nicht allzu langer Zeit regte man sich noch darüber auf, dass Frau Merkel immer wie eine graue Maus auftritt, jetzt macht man sich darüber lustig, dass sie mal was schickes (gewagteres?) anzieht. Das gute Recht jeder Frau.

Lange will ich mich damit auch nicht aufhalten. Mein Resumée: Das Thema ist erstens absolut unwichtig, zweitens Frau Merkels eigene Sache, drittens ist es ja nicht so, dass sie Nacktfotos veröffentlicht hätte, viertens muss ich gestehen, dass sie nicht mal für ihr Alter ein ziemlich zeigenswertes Dekolleté hat und fünftens typisch für die deutsche Medienlandschaft im BILD-Zeitalter. Findet ein Magazin einen Aufhänger, der Aufmerksamkeit in Form von Quoten verspricht, wird er vom Gros der anderen Magazine übernommen und am besten noch ausgeschmückt. Über Sinn und Unsinn denkt da kaum noch einer nach.

Alles in Allem kann ich Frau Merkel nur in einer Sache gratulieren: Sie hat Flocke die Topstory geklaut.. und das soll erstmal einer schaffen. Die olypische Fackel versucht es, die verhungernden afrikanischen Kinder ebenfalls, aber sobald Flocke einen Furz lässt, ist die Titelseite wieder kuschelig.

RTL II Dschungelcamp ohne Dschungel

Montag, 25. Februar 2008

Ich muss mich doch heute mal Outen: Ja, ich schaue halbwegs regelmäßig Big Brother. Bislang war das ja auch meistens halbwegs unterhaltsam – natürlich schaue ich sowas nur aus wissenschaftlichem Interesse, denn das Format ist sowohl soziologisch, als auch psychologisch ganz interessant ;-)

Wie gesagt, bislang war es unterhaltsam. Doch dann kam die aktuelle Staffel und mich beschleicht ein dunkel Gefühl: Könnte es sein, dass RTL II langsam auf den Dschungelcamp-Zug aufspringt? Gut, es fehlt etwas an Urwald, aber die Aufgaben, die die Bewohner zu erfüllen haben, erinnern doch immer mehr an das RTL D-Promi-Erniedrigungsformat. Mussten die Bewohner vor einigen Wochen noch allerlei Krabbelgetier (Skorpione, Schlangen etc.) über ihre Körper wandern lassen, so findet die traurige Entwicklung heute in der Liveshow ihren Höhepunkt: Das Wechselmatch besteht aus drei Aufgaben. Zuerst gilt es, einen Finger in einen Pott Wasser zu halten. Dieser beinhaltet zusätzlich einen Tauchsieder, vermittels dessen das Wasser auf über 50°C erhitzt wird. Wer den Finger zuerst raus zieht, weil er sich vor Verbrühungen bewahren will, hat verloren.

Im zweiten Match gibt’s dann allerlei Leckereien. Mehl mutet da noch harmlos an, es geht über Schnecken auf Zucker hin zu einer rohen Schweinezunge. Kevin, der alte Moppel, braucht fast 3 Minuten, bis er das gute Stück ohne sich zu erbrechen runtergewürgt hat. Immer angefeuert von dummen Kommentaren durch Jürgen Milski, der sich insgeheim wohl ins Fäustchen lacht, weil BB seinerzeit noch so harmlos war. Gekrönt wird das Ganze dann durch einen Esslöffel Chili-Pulver – wer sowas nicht gewohnt ist und es schonmal probierte weiss, wie schmerzhaft allein schon eine Messerspitze ist.

Match drei war dann wieder im wahrsten Sinne zum Kotzen: Es gab einen leckeren Cocktail, bestehend u.a. aus Kokosmilch, Brottrunk, Minzsirup etc. Das Zeug sah schon beim Mischen verboten aus. Wer das Glas zuerst leer getrunken hat, gewinnt. Also ergötzen wir uns mit Jürgen und dem BB-„Matchmaster“ an vier Bewohnern, die wirklich alles mit sich machen lassen, bei jedem Schluck nochmal nachschlucken müssen, damit die Brühe nicht wieder hoch kommt und am Ende kollektiv Kotzen gehen.

Sind die Einschaltquoten mittlerweile wirklich so schlecht, dass man auf dieses Niveau gehen muss?

Scheisse ist…

Dienstag, 22. Januar 2008

… die Füße voll Wasser zu haben, aber keine Quelle in Sicht.

Schäubles Kampf gegen die Gesellschaft

Sonntag, 20. Januar 2008

Es ist schon kurios, was man in diesen Tagen aus den politischen Lagern zu hören bekommt. Den neuesten Vogel hat Innenminister Schäuble an diesem Wochenende abgeschossen. In einem Interview rechnete er nicht nur mit dem vorsitzenden Verfassungsrichter Hans-Jürgen Papier, sondern gleich auch noch mit der demokratischen Gesellschaft ab. Hintergrund seiner Offenbarung ist sein Baby, das Luftsicherheitsgesetz, mit dem er doch zu gerne besetzte Passagiermaschinen bei einer Bedrohungslage abschießen lassen würde. Dies jedoch, erklärte Papier vergangene Woche, sei mit dem Grundgesetz keinesfalls vereinbar. Schäuble konterte nun, alle grundrechtlich geschützten Bereiche würden irgendwo enden, wo diese Grenze läge, sei „Sache des Gesetzgebers“.

Wie sehr er sich damit ins antidemokratische Lager bewegt hat, mag auf den ersten Blick nicht klar sein. Macht man sich allerdings Grundlage und Ursprung demokratischer Gesellschaften deutlich, zeichnet sich das Ausmaß ab. Denn der Gesellschaftsvertrag an sich beruht darauf, dass eine Gruppe von Individuen einen minimalen Teil ihrer persönlichen Freiheit abgeben, um die Sicherheit zu bekommen, in jedem anderen keine potenzielle Gefahr vermuten zu müssen. Über diesen minimalen Teil der persönlichen Freiheit und die dafür gewonnene Sicherheit zu wachen, delegiert das Individuum an seinen Herrscher. So jedenfalls C. Beccaria, in seinem 1764 veröffentlichten Werk „Von den Verbrechen und von den Strafen“.

So mancher Politiker sollte sich zwischendurch mal auf die Basis seiner Macht rückbesinnen.

Kurios: Früh übt sich..

Dienstag, 15. Januar 2008

.. was ein anständiger Alkoholiker werden will. SPON berichtet heute von einem elfjährigen Mädchen, das in Hildesheim am Samstag mit respektablen 2,26 Promille vor einen Bus gerannt ist. Der Fahrer konnte noch rechtzeitig bremsen. Über die Ursache ihres Zustandes wird noch ermittelt, allerdings ist es doch merkwürdig, dass dieser dem Busfahrer erst auf Grund der Fahne des Mädchens auffiel. Ihr sonstiges Verhalten scheint verhältnismäßig normal gewesen zu sein. Ob man da schon von Konditionierung ausgehen kann?

Sachen, die die Welt nicht braucht. Heute: Die abgerauchte Serverplatte

Donnerstag, 10. Januar 2008

Jaja, das Semester neigt sich gen Ende, nächste Woche ist wieder eine Hausaufgabe fällig, mein Praktikumsbericht ist immernoch nicht geschrieben und eigentlich hab ich viel zuviel zu tun. Wahrscheinlich war genau dieser Umstand der Grund, warum sich unser Root gestern dachte, er könnte ja mal seine Festplatte abrauchen lassen. Danach stellte sich der Autor auch instantan die Sinnfrage nach automatisierten Backups bzw. Raid 1. Beides war natürlich nicht am Laufen, so dass man sich schon auf das Schlimmste einstellte.

Glücklicherweise war die Platte eher angekratzt, als zerstört, und unter Mithilfe der guten Jungs von NGZ konnte das Gros der schwer reproduzierbaren Daten noch in letzter Sekunde gesichert werden. Nun denn, nach zwei Tagen Arbeit laufen jetzt alle Server wieder und ich bin um die Erfahrung reicher, schnellstmöglich rsync einzurichten ;-)