Teilzentrum der Ordnung für ‘Trips for hips’

Oscars leichtgemacht

Montag, 25. Februar 2008

Nach der Klitschko-Nacht gestern, folgt heute die Oscar-Nacht. Völlig erschreckender- ungewöhnlicherweise alkoholfrei (Memo an mich: Depp! *Klatsche in den Nacken*). Um das Spektakel aber auch so wenigstens halbwegs unterhaltsam zu gestalten, genieße man das Liveblogging der Frau Anne. Na dann, the Oscar goes to…

Fuck the visitor!

Freitag, 14. Dezember 2007

Wie SPON heute unter Berufung auf die Zeitung „Son“ berichtet, wurden Anreisende zum Wochenanfang auf dem Flughafen Johannesburg auf allen Anzeigetafeln mit einem freundlichen „Fuck You“ begrüßt. Interessant dabei: Zum einen wurde dies erst heute in der „Son“ berichtet, zum anderen tappen die Verantwortlichen des Flughafens immernoch über Ursache und Urheber der freundlichen Begrüßung im Dunkeln. Zwar wurden vielen Mitarbeitern, die ursprünglich Zugriff auf die Programmierung der Tafeln hatten, die Rechte entzogen, es gab allerdings noch keine Meldung, die einen Hack des Systems ausschließt.

Leinen los zur kleinen Deutschlandreise!

Donnerstag, 06. Dezember 2007

Willkommen Dezember, mein liebster Reisemonat. Heute gehts los und dieses Jahr wird’s wieder besonders stressig. Bis Samstag zu meinen Eltern und hoffentlich mein krepiertes Netzteil reparieren, am Samstag dann Richtung Regensburg auf Geburtstag und Sonntag die ganze Strecke wieder zurück, damit’s Montag auch wieder pünktlich in die Uni geht.

Dann erstmal Reisepause bis Weihnachten, wieder über die Feiertage zu meinen Eltern, um dann den Rest der freien Tage bis zum 6. Januar in Oldenburg zu verbringen und sich vom Weihnachtsstress zu erholen. Das wären meine längst verdienten ersten Ferientage seit einem Jahr dann auch wieder gewesen. Wer sagt da noch, Studenten hätten ein Lotterleben?

Kunstinteressierte und andere Absurditäten (documenta I)

Montag, 10. September 2007

Eine gute halbe Woche ist vergangen, seit ich mich auf den ersten Teil meiner Reise zum prognostizierten Kulturschock begeben habe. Gemeint ist, wie könnte es anders sein, die documenta 12. Wenn man schonmal in Kassel, der Mitte Deutschlands und, spätestens seit Rich List bekannt, einer der 30 grünsten Städte der Nation, wohnt, kann man sich dieses weltweit bedeutendste Spektakel zeitgenössischer Kunst ja mal einverleiben. Ich gebe zu, die bei der Entscheidung hat eine Freundin mitgewirkt, sonst hätte ich mir dieses, in meinen Augen zweifelhafte Vergnügen wohl gespart.

Man traf sich also in der Tram. Angekommen am Kassencontainer dann die erste (erfreuliche) Überraschung: Mein Semesterausweis, traditionell gegen Ende des Semesters nur noch durch das Papierformat und viel guten Willen als sterbender solcher zu erkennen, wurde tatsächlich ohne Diskussion für die Ermäßigung anerkannt. Und, als ob damit mein täglicher Bonus nicht schon aufgebraucht wäre, ich musste nicht einmal meinen Perso – den neuen wollte ich eigentlich schon vor einem Jahr bestellen – vorlegen. Frohen Mutes und gespannt ob der Dinge, die da auf uns zukommen sollten, marschierten wir also gen Eingang des Fridericianums – zu meiner Überraschung konnte man dort keine Vertreter der gehobenen Kunstliebhaberspezies ausmachen. Dann gabs dann den ersten Schmunzler: Meine Begleitung hatte, da weiblich, einen etwa jutetaschengroßen Stoffbeutel dabei, der, da weiblich, mit allerlei teilweise nützlichem, überwiegend nutzlosem Klimbim gefüllt war. Taschen durften zwar mit in die Ausstellungsorte genommen werden, um die Werke zu schützen, musste ihr Format aber gewissen Konventionen genügen. Zum Zwecke der Sicherstellung dieser Konventionen gab es nun ein reckteckiges Loch von ca. 40x15cm, durch das fragwürdige Trageobjekte problemlos passen mussten, um Einlass gewährt zu bekommen. Prinzipiell eine praktikable Sache, geht man von normalen Handtaschen, die eine gewisse Materialstarre aufweisen, aus. Man mag erahnen, worauf ich hinaus will. Selbstverständlich war die Überprüfung völlig für den Hund (ein Hoch der animalischen Gleichberechtigung), die Tasche musste nur drei Mal am Trageriemen geschüttelt werden, dann hatte sich ihr Inhalt so plaziert, dass sie durch das Loch passte.

Im Fridericianum angekommen zeigte sich dann auch mit einem Schlag, was ich draußen noch glücklich vermisste: Der gehobene Kunstliebhaber.. oder sollte man ihn lieber als Otto-Normalverbraucher mit ausgeprägter Profilneurose im Endstadium bezeichnen? Eine wirklich faszinierende Spezies. Rausgeputzt in scheinbar sündhaft teurem Gewand, unheimlich intelligent aussehend und übertrieben eloquent mit seinesgleichen kommunizierend, schenkt er anderen Spezies auf seinem Terrain bestenfalls Missachtung, meistens aber Verachtung. Weiß er doch jedes Detail zu jedem ausgestellten Kunstwerk – ich mutmaße, er lernt einfach den documenta-Führer am Abend vorher auswendig -, so besteht seine Primärbeschäftigung darin, seinesgleichen dieses Wissen zu vermitteln, gleichzeitig aber zu zeigen, dass er das unbestritten weiseste Exemplar der Gattung ist. Da dieses Verhalten von der Mehrzahl seiner Artgenossen rege gepflegt wird, kollidieren deren Ansichten in regelmäßigen Abständen, was zu zwei möglichen Folgen führen kann:

  1. Die Streitenden befinden sich nahe ihrer Herde
    Beide beharren auf ihren Bildungsstandpunkt. Keiner scheint das Wissen des anderen akzeptieren zu wollen. Irgendwann trennen sie sich, wobei sie darauf achten, sich in der Folgezeit möglichst weit voneinander getrennt in der Herde aufzuhalten.
  2. Die Streitenden befinden sich außerhalb des Wirkungskreises ihrer Herde
    Auch hier wird keiner seinen Standpunkt aufgeben. Allerdings wird in der Folge des Streites einer der beiden, nämlich der weniger angesehene, vom anderen aus der Herde verstoßen. Dabei scheint es der Familie des Verstoßenen zu obliegen, ihrem Mitglied zu folgen oder vollwertige Mitglieder der Herde zu bleiben.

Beobachten konnten wir tatsächlich beide Varianten. Man sollte nicht glauben, mit wieviel Herzblut ein Streit unter Erwachsenen, ob ein Kriegsfoto nun von 1945 oder 1946 stammt, geführt werden kann. Interessanterweise halten dabei beide Streitenden ihren documenta-Führer, der die Frage unzweifelhaft lösen könnte, geschlossen in der Hand.. scheinbar wohlwissend, dass dieser vermutlich 1947 ergeben würde.

Ein weiteres Phänomen ist die Etikettierung, die vom Publikum anhand von Alter, Bekleidung und ethnischer Herkunft vorgenommen wird, sowie die darauf folgende Sanktionierung. Darf der fremdsprachige Besucher, und ganz extrem der asiatische, zwar in legerer Kleidung auftauchen, ohne negativ sanktioniert zu werden, so gilt dies keinesfalls für den deutschsprachigen. Dieser wird sofort von der Masse kritisch beäugelt. Als Student hat man ja sowieso den besten Ruf. Geht man nun an nur einem Kunstwerk zu schnell vorbei – es soll ja bei der Masse tatsächlich Werke geben, die den eigenen Geschmack nicht treffen, also hält man sich dort auch keine zwei Minuten auf – erntet man sofort tiefste Verachtung. Mitleid, ob meiner offensichtlich fehlenden Bildung, scheint die Spezies nicht zu kennen.

Nun ja, wie schon einleitend gesagt, es gab tatsächlich eine Vielzahl Werke, mit denen ich mich zu meiner Überraschung anfreunden konnte. Leider hatte ich, in der Befürchtung, mein Objektiv würde zerspringen, meine Kamera nicht dabei. Aber wir haben ja noch einen Tag, da kommt sie dann auch mit. Das eine oder andere Werk lässt sich bestimmt gut abfotografieren und auf Postergröße entwickeln. Dazu gibts dann nach meinem zweiten Tag mehr..