Teilzentrum der Ordnung für ‘Willkommen im Sumpf’

Kluft zwischen Arm und Reich wird größer

Sonntag, 18. Mai 2008

Morgen wird er offiziell vorgelegt, heute hat Bundesarbeitsminister Scholz gegenüber der BamS einen Ausblick gegeben: Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Die NETZEITUNG und SPIEGEL Online berichten über die überwiegend ernüchternden Ergebnisse. Demnach gelten 13% der Bundesbürger als arm, was nach EU-Definition einem Nettoeinkommen von weniger als 60% des mittleren Einkommens entspricht, effektiv 781 Euro. Weitere 13% befinden sich in der prekären Lage, durch Sozialleistungen vor dem Abrutschen in die Armut bewahrt zu werden. Insbesondere erschreckt Scholz aber der Anteil derer, die sich trotz Erwerbsarbeit in der prekären Lage befinden. Daraus folgt, nicht unberechtigterweise, wieder der Ruf nach Mindestlöhnen. Einzige positive Tendenz zeichnet sich bei den Rentnern ab, bei denen nur 2,3% auf Grundsicherung angewiesen seien.

Interessant wäre für mich jetzt eigentlich noch zu wissen, was mit beispielsweise Studenten ist, die durch ihre Eltern teil-/finanziert werden. Die dürften in der Statistik eigentlich nicht auftauchen, würden die Armutsquote aber wohl noch um einiges in die Höhe treiben. Betrachte ich beispielsweise mein Einkommen, von dem der Staat nur teilweise etwas mitbekommen könnte, muss ich leider sagen: Ich bin arm!

Bloggen im BILD-Zeitalter

Freitag, 16. Mai 2008

Ich muss doch mal was los werden, was ich nicht sonderlich toll, geschweige denn als besonders tolles Abbild unserer Gesellschaft sehe. Wenn ich mir in meinen Statistiken so die Suchbegriffe anschaue, über die Leser auf mein Blog kommen, sehe ich da doch eine gewisse Tendenz zum Sensationsjournalismus. Muss man wirklich erniedrigende Titel oder solche, die unter die Gürtellinie gehen, haben, um Leser zu ködern?

Ganz ehrlich, ‚merkels möpse‚ waren lange Zeit mit Abstand auf Platz 1. Mittlerweile wurden sie von ‚justice stress‚ abgelöst. Aber erst, nachdem das, auf den ersten Blick gewaltverherrlichende, Video in den Mainstream-Medien Erwähnung fand und eine ausgelassene Diskussion hervorrief. Ganz weit oben ist auch noch das Tag ‚Überwachungsstaat‚, was ich zwar eher positiv sehe, trotzdem ist es plakativ.

Ist unsere Gesellschaft mittlerweile wirklich so BILD-verseucht, dass man sich bei den Titeln an ebenjenem Magazin orientieren muss, um als halbwegs namenloses Blog eine gewisse Masse Publikum auf sich zu ziehen?

How to vergraul my Kunden (by O2 Germany)

Mittwoch, 07. Mai 2008

Heute: Zahlungsabwicklung und Vertragsverlängerung

So langsam habe ich dermaßen die Nase voll von o.g. Firma, dass ich was posten muss. Die Ausgangslage sieht ungefähr so aus: Ich habe letzten Monat meine Rechnung ziemlich spät überwiesen. Bei mir ging sie am 07. April vom Konto, als ich die Rechnung für April erhielt, stand dort, dass Zahlungen bis 08. April berücksichtigt wären. Natürlich war die Zahlung meiner Rechnung nicht verrechnet, also hatte ich auf der aktuellen Rechnung noch einmal den Rechnungsbetrag vom Vormonat als ausstehend stehen. Damit verdoppelte sich der aktuelle Rechnungsbetrag in etwa.

Nun ja, damit nahm die Sache dann ihren Lauf. Denn ich habe natürlich nicht den kompletten Rechnungsbetrag überwiesen (sonst hätte ich ja den März doppelt bezahlt), sondern nur den Betrag, der für April auf der Rechnung stand. Damit kam O2 offensichtlich nicht klar – ungefähr genauso wenig, wie mit mehr als einem Auftrag pro Briefumschlag, aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls hatte ich dann am 02. Mai die gekürzte Aprilrechnung überwiesen (Valuta). Gestern, also am 06. Mai, sperrt mir O2 plötzlich ohne Begründung die SIM. Eine Mail an den Kundenservice brachte mir zwar keine Antwort, dafür aber letzte Nacht um 0:00 Uhr wieder die Benachrichtigungs-SMS, dass meine SIM wieder entsperrt sei. Ist sie auch. Jedenfalls die SIM.

Nun kommt nämlich hinzu, dass ich Onlinekunde bin und seit dem 02. Mai meinen Vertrag verlängern könnte – wer mir im Twitter followed weiß, wie sehr ich mich schon auf mein N95 freue. Dumm nur, dass man bei ausstehenden Rechnungen nix, aber auch absolut gar nix online am Vertrag machen kann. Nicht mal die Handys, die gerade für eine Verlängerung angeboten werden, kann man sich angucken. Nevertheless habe ich mir dann heute Nacht, nach erfolgter Entsperrung meiner SIM gedacht, ich könne ja jetzt endlich verlängern. Hatte ich mir so gedacht. Nix da, online kann ich immernoch nichts an meinem Vertrag ändern, weil es angeblich Unklarheiten bezüglich der Rechnung geben würde (Unklarheiten, die ich erstens nach erfolgter Entsperrung als Klarheiten betrachte und die sich zweitens durch meine Mail zu Klarheiten wandeln würden). Ein Anruf bei O2 brachte natürlich wieder nix, da kann man mir meinen Namen nebst Adresse sagen, das war es aber auch. Die Rechnungsabteilung war in angemessener Zeit nicht erreichbar.

Naja, ich versuch es morgen nochmal. Vielleicht erreiche ich dann ja zur Abwechslung mal jemanden, der dem Wort Kundenbetreuung gerecht wird. Ansonsten muss ich doch nochmal gucken, wie lange meine Kündigungsfrist war.

[Update 08.05.2008] Man glaubt es kaum: Heute darf ich meinen Vertrag endlich verlängern. Dafür finde ich keinen Weg, ihn online so verlängern zu können, wie mir das vorschwebt. Super. Telefonisch schließe ich mal aus, da bekommt man doch wieder mehr angedreht, als man eigentlich bestellt hat. Also läuft alles auf die gute, alte Post hinaus.

Sinnlose Gewalt: Justice – Stress

Freitag, 02. Mai 2008

Via Nerdcore kommt gerade vor dem Schlafen gehen noch Stress von Justice in den Feed-Reader. Und tatsächlich, es lohnt sich, den ersten Clip seit langem, den ich mir bei YouTube mal von vorne bis hinten komplett anschaue, ebenfalls anzusehen.

YouTube Preview Image

Nicht nur die Musik ist – jedenfalls für meine Ohren – Stress pur. Der Clip an sich konfrontiert uns auch sehr direkt mit aktuellen Problemen; im Vordergrund sinnlose Gewalt Jugendlicher. Im Hintergrund, klärt uns René völlig korrekt erkennend auf, die Verbindung bestimmter Symbole mit gesellschaftlichen Phänomenen. Hier ist es das Logo der Band ‚Justice‘, das die Gewalttäter allesamt auf dem Rücken tragen. In der Realität sind es beispielsweise sog. Killerspiele, die für DIE Gewaltverursacher unter Jugendlichen schlechthin stehen. Die Message bleibt die gleiche:

Ein Label macht keine Lebenseinstellung – und erst Recht kein Gewaltpotenzial!

Nur, weil jemand Justice hört, ist er nicht automatisch ein Gewalttäter. Nur, weil jemand sog. Killerspiele spielt, ist er nicht automatisch ein Amokläufer. Die Schlagzeilen machen es nur leicht, alle über einen Kamm zu scheren, wenn es keine bedeutende Contra-Lobby gibt.

BND-Entscheidung – Eine Farce

Donnerstag, 24. April 2008

Die Süddeutsche hat vorhin das Original der Erklärung des PKG veröffentlicht:

Das Parlamentarische Kontrollgremium hat beschlossen, nachfolgende öffentliche Bewertung gem. § 5 Abs. 1 Satz 5 PKGrG abzugeben:

Das Parlamentarische Kontrollgremium hat sich in seinen Sitzungen am 23. und 24. April 2008 mit dem Vorwurf befasst, der BND habe im Jahr 2006 den E-Mail-Verkehr einer deutschen Journalistin im Zuge der Auslandsaufklärung erfasst.

Das Gremium hat sich über den Hintergrund der entsprechenden Maßnahme des BND informiert.
Das Gremium stellt dazu fest:

1. Das Einsehen und Aufbewahren der E-Mail-Korrespondenz stellt nach Intensität und Dauer eine erhebliche Grundrechtsverletzung der deutschen Journalistin dar, obwohl sie weder der Grund noch das Ziel der Aufklärungsmaßnahme des BND war.

2. Die erfassten E-Mails hätten wegen des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung unmittelbar nach Feststellung des Bezugs zu einer deutschen Grundrechtsträgerin gelöscht werden müssen, wie es die internen Regelungen des BND inzwischen auch ausdrücklich vorsehen.

3. Die Leitungsebene des Dienstes wurde über diesen Vorgang innerhalb des Hauses erst ein Jahr später unterrichtet und nicht – wie es nach der heutigen Erlasslage im BND für IT-basierte Maßnahmen erforderlich ist – bereits vor der Maßnahme eingebunden.

4. Das Kontrollgremium missbilligt, dass die Leitung des BND weder die Bundesregierung noch das PKGr über diesen Vorgang unterrichtet hat. Dadurch ist das Vertrauen zwischen dem PKGr und der Leitung des BND gestört. Es ist Aufgabe der politisch Verantwortlichen und der BND-Leitung, dieses wiederherzustellen und die Funktionsfähigkeit des BND zu erhalten.

Besonders Punkt 4 stößt mir da schon wieder übel auf. Man „missbilligt“ also das Verhalten des BND. Das gestörte Vertrauen zwischen PKG und BND-Leitung soll von letzterer wieder hergestellt werden. Die Funktionsfähigkeit des BND wird sogar auch noch in den Raum geworfen.

Was will mir das sagen? Dass der BND in seiner jetzigen Form abgeschafft würde, sollte die BND-Leitung das Vertrauen nicht wieder herstellen? Wie realistisch. Ungefähr genau so realistisch, wie dass die BND-Leitung das Vertrauen wieder herstellen kann (und will). Im Endeffekt bleibt eine sanfte Rüge, um Aussenstehende zu besänftigen. Von echten Konsequenzen, die massiver Verstöße gegen die Grundrechte gerecht kämen, kann hier wohl wieder einmal nicht die Rede sein. Ganz im Gegenteil: Die Politik tritt unsere Verfassung mit Füßen, wenn sie ihnen gerade nicht in den Kram passt – genau wie der BND.

Das war nur die Spitze

Donnerstag, 24. April 2008

So könnte man die illegale Bespitzelung der SPIEGEL-Reporterin Susanne Koelbl durch den BND treffend bezeichnen. Die Geschichte nimmt ihren Lauf, denn heute war BND-Präsident Ernst Uhrlau wieder zu Gast beim Parlamentarischen Kontrollgremium (PKG), um Stellung zu den Kompetenzüberschreitungen seiner Untergebenen, die zu Recht stellenweise schon als Vergehen gegen das Grundrecht der Pressefreiheit gebrandmarkt wurden, zu beziehen. Zuvor wurden Verdachtsmomente bekannt, Koelbl könnte nicht die einzige Journalistin gewesen sein, sie systematisch vom BND bespitzelt wurde. Der ehemalige ZDF-Korrespondent Ulrich Tilgner soll nach eigenen Angaben ebenfalls überwacht worden sein (Süddeutsche):

Der frühere ZDF-Korrespondent Ulrich Tilgner sagte der Zeitung, ein hoher deutscher Diplomat habe ihm im vergangenen Jahr in Kabul erklärt: „Sie müssen verstehen, dass Sie abgehört werden.“ Grund für die Lauschaktion seien telefonische Kontakte gewesen, die er damals mit dem in Afghanistan entführten deutschen Ingenieur Rudolf Blechschmidt gehabt habe, sagte Tilgner.

Die Konsequenzen, die das PKG gezogen hat, sind unterdessen wieder üblich mager: Die Aktionen sollen ohne Kenntnis von Uhrlau eigenmächtig durch einzelne Abteilungsleiter des BND angeordnet worden sein, also werden auch nur die ‚Schuldigen‘ bestraft. Uhrlau, der „seinen eigenen Laden offenbar nicht unter Kontrolle hatte und Kanzleramt und Parlament zu spät von heiklen Umtrieben seiner Mitarbeiter in Kenntnis setzte“, muss nicht zurücktreten. Warum ein Chef, der in seinem Unternehmen die Zügel offensichtlich schon mehrfach nicht mehr in der Hand hat, trotzdem weiter Chef spielen darf, ist ein Rätsel, das wohl keine logische Antwort finden wird.

Alles in Allem muss man sich aber wieder die Frage nach der Kontrollierbarkeit des BND stellen. Der Kanzleramtsminister als Chef für Geheimdienstaufgaben scheint da genau so wenig Einfluss zu haben, wie der für den BND zuständige Parlamentarische Kontrollausschuss. Agentennetzwerke und ihre Aktivitäten sind nunmal nicht umsonst streng geheim. Ein Grund mehr, sie entsprechend sicher zu kontrollieren. Mechanismen dazu sind ja vorhanden, nur hat die Vergangenheit inkl. dem Ausgang des aktuellen Falles gezeigt, dass die Konsequenzen, die Verstöße sogar gegen Grundrechte, haben, durchaus ein Preis sind, den man zahlen kann, um sich die gewünschten Informationen zu besorgen. Hier ist Nachbesserung nötig und dazu hätte das PKG die Chance gehabt. Andererseits passt das ja wieder in die aktuelle Entwicklung zum Überwachungsstaat.

Im Kommunikationssumpf

Freitag, 18. April 2008

Diese Woche scheint in Sachen Email-Kommunikation nicht meine gewesen zu sein. Die eine Hälfte, die ich schrieb, endete in Monologen, deren Kernforderungen aber wenigstens noch wortlos erfüllt wurden, die andere Hälfte glänzte durch gänzliche Missachtung. Dabei waren da durchaus einige dabei, bei denen eine Antwort eigentlich selbstverständlich gewesen wäre. Aber das scheint die zur Regel zu werden.

Beispiel 1: Die Anfrage nach Hilfe

Chronologisch auch die erste Mail in dieser Woche. Konkret ging es um eine Sammelanfrage eines Vereins, bei dem ich lange aktives Mitglied war, die an so ziemlich alle rausging und sich um zu besetzende Dienste drehte. Als ich sie bekam, antwortete ich, wie immer diplomatisch und hilfsbereit (ernsthaft ;-)), dass sowas zwar, bedingt durch meinen Wohnort, der mittlerweile 250km vom Vereinsheim entfernt ist, nur unter erschwerten Bedingungen möglich wäre, ich mir aber bei Personalnotstand natürlich Zeit nehmen würde. Einziger Knackpunkt, und damit auch die Frage der Fragen: Ich bin mittlerweile einvernehmlich auf passive Mitgliedschaft umgestellt worden und wusste nicht, ob ich da eigentlich noch Dienste machen dürfte, versicherungstechnisch.

Am nächsten Morgen segelt dann die Antwort in mein Postfach. Tenor in etwa: Was ich mich denn so aufregen würde, weil ich nicht mehr als Aktiver geführt würde und überhaupt. Erst meine Mail nicht richtig gelesen – ich habe mich nirgendwo aufgeregt, sondern nur die Frage in den Raum gestellt, ob ich überhaupt noch Dienste besetzen dürfte – und dann auch noch nicht einmal meine Frage beantwortet. Danke auch! Ich also, wieder freundlich wie immer, eine Antwort geschrieben, auf das Missverständnis hingewiesen und nochmal den Kern meiner Frage hervorgehoben. Auf eine Antwort warte ich nun seit knapp einer Woche. So groß scheint der Personalnotstand also zu sein.

Beispiel 2: Die Hochzeitsplanung

Nein nein, keine Sorge, nicht meine. Aber die eines sehr guten Freundes, der ebenfalls 250km von hier weg wohnt. Ich bekomme die Einladung Anfang der Woche. Also schnell eine Email zurückgeschickt, weil ich Telefonieren zu normalverträglichen Zeiten immer vergesse. Frage war hierbei, ob ich mit Anhang kommen dürfe (inkl. Anmeldung desselben), ob es in der Nähe des Hotels einen Parkplatz gäbe, auf dem man mal eben mit dem Wohnmobil stehen könne und so weiter und so fort. Organisatorisches eben. Auf eine Antwort warte ich nun auch schon die ganze Woche.

Beispiel 3: Der Plagiatsfall

In dem Fall gibt’s eigentlich zwei Emails, die aber wenigstens unterschiedlich behandelt wurden. Die erste ging gestern Abend raus, weil ich bei der Geschichte, nachdem mein Pingback schon nicht auf dem referenzierten Blog auftauchte, wenigstens wünschte, der Plagiatspingback würde entfernt. Die Email blieb leider unbeantwortet, der Pingback steht auch noch im betroffenen Blog :-(

Die zweite Email ging heute Mittag an den Betreiber des Servers, auf den der DynDNS-Eintrag des Plagiators verwies. Ein, so scheint es mir, gehe ich von der Firmenhomepage aus, seriöses Kleinunternehmen. Um eine Antwort hatte ich ausdrücklich in jedem Fall gebeten, bekommen habe ich keine. Naja, ich bin’s ja mittlerweile gewohnt. Immerhin ist das komplette Blog seit heute Nachmittag offensichtlich nicht mehr zu erreichen. Wenigstens das lief glatt.

Beispiel 4: Die Kontoauflösung

Gut, hierbei handelt es sich nicht um Email-, sondern um Postverkehr – aber es passt so gut. Am 01. Februar habe ich meiner Beraterbank postalisch die Kündigung meines Girokontos zukommen lassen. Ja, ich habe wieder mal gedacht, Kündigungen müssen doch auch ankommen, wenn sie ohne Rückschein geschickt werden. Tun sie aber nicht. Ich weiß nicht, wie die Post das macht, aber irgendwie filtern die die Kündigungen raus. Ich hatte in meinem Leben, und ich habe schon einige geschrieben, noch keine einzige Kündigung, die ohne Einschreiben mit Rückschein angekommen ist.

Gut zwei Monate ist es also her. Und gestern bekomme ich von meiner Beraterbank doch tatsächlich Post. ‚Toll‘, freue ich mich, ‚wird die Auflösung doch noch laufen‘. Nein, tut sie nicht. Denn man wollte mich nur freundlich darauf hinweisen, dass die Kontoauszüge nun auf DIN-A4 umgestellt werden, weil das ja so ein praktisches Format wäre. Gleichzeitig gab’s dann gleich noch die Gebühren für nicht abgerufene Kontoauszüge des ersten Quartals. Danke auch!

Fazit

Ich glaube, ich schreibe einfach keine Emails mehr. Mal gucken, wie lange es dauert, bis sich Hinz und Kunz wieder beschweren, dass ich mich ja nie melden würde, seit ich nach Kassel gezogen bin. Wie man’s macht, ist’s falsch. Da soll noch einer die Gesellschaft verstehen.

Frühlingsmisanthropie

Donnerstag, 17. April 2008

Ich weiß ja nicht, ob ich der Einzige mit solchen Phasen bin. Ich hasse den Kasseler Pseudo-Frühling. Also so wirklich. Seit fast einem Monat ist nun kalendarisch Frühling. Aus Berlin bekommt man sogar schon frohe Kund, man könne des nachts das Fenster sperrangelweit offen lassen. In Oldenburg, wo ich mich bis vor zwei Wochen befand, konnte man auch schon bequem im Pullover rumrennen. Überall ist Frühling. Überall? Neein. In hessisch Sibirien wehrt sich eine Möchtegern-Großstadt, das selbsternannte Paradies der gehobeneren Klasse von Rhein-Main und Ruhrpott – die Rede ist natürlich von Kassel.

Hier kommen wir tagsüber immernoch nicht über 7°C hinaus, nachts friert es noch und es ist grundsätzlich Grau in Grau (mein vollstes Mitgefühl an andere Grau-Seher). Davon abgesehen regnet es zu oft, zwischendurch kommt auch mal Hagel durch und der Wind ist im Mittel auch nicht mehr mit normalen Frühlingsböen vergleichbar.

Wen wundert es da noch, dass ich immernoch nicht regelmäßig in die Uni, geschweige denn überhaupt mal ungezwungen vor die Tür gehe? Seit zwei Tagen kommt auch noch Frühlingsmisanthropie dazu. Das manifestiert sich darin, dass ich keine Lust mehr zum Bloggen, Twittern, Menschen hören, sehen, riechen, schmecken, ärgern, zur Weißglut treiben [Liste beliebig fortführen] habe. Sehr zu meinem Leidwesen und dem meines Umfeldes, denn eigentlich bin ich ein recht kommunikativer Mensch.

Naja, am Wochenende soll’s ja (mal wieder) wärmer werden. Warten wir’s ab. Vielleicht fällt ja dann auch endlich Kassel – die letzte Bastion.

Russen keine Menschen?

Dienstag, 15. April 2008

Autsch! Da zeigt mir das WP-Dashboard doch gerade folgende Plugin-Aktualisierung:

Was genau will uns „Useful for creating human-readable URL.“ (Hervorhebung durch den Autor) sagen? Volksangehörige, die die kyrillische Schrift nutzen, sind also keine Menschen? Vor 70 80 Jahren hätte ich das ja noch erwartet – nicht verstanden, aber erwartet. Aber heute ist das doch schon ein ziemlicher Patzer. Wäre das in Deutsch verfasst worden, wüsste ich schon, wie schnell die Angst vor einem neuen Tausendjährigen Reich durch’s Internet gegeistert wäre ;-)

Medien mokieren Merkels Möpse

Dienstag, 15. April 2008

Eigentlich wollte ich bewusst nichts über die heute losgetretene Berichterstattung der klassischen Medien über den Auftritt Aufzug von Frau Merkel (@Julia Seeliger: Ich habe Herrn Schröder auch schon „Herrn Schröder“ genannt ;-)) schreiben. Eigentlich ist das auch kein Wort wert. Eigentlich interessiert mich auch weder, ob sich Herr Clinton von seiner Praktikantin einen Blasen lässt (wo verändert das seine politische Kompetenz?), noch ob Herr Sarcozy eine Liebschaft mit einer Frau hat, die sich nackt ablichten lässt (wo verändert das seine politische Kompetenz?), noch ob Frau Merkel unter ihrem normalerweise wenig preisgebenden Outfit überraschenderweise auch Möpse hat (wo verändert das ihre politische Kompetenz?). Eigentlich. Aber mittlerweile muss man ja langsam was dazu schreiben, wenn man in der Hinsicht mal eine Pro-Merkel-Meinung hat.

Losgetreten wurde alles durch dieses Foto von der Einweihung des Opernhauses in Oslo. Quellen in Form von Artikeln brauche ich nicht zu bringen, die finden sich mit intuitiven Suchwörtern bei Google und Co. massenweise und quer durch alle klassischen, deutschen Medien. Die Resonanz ist durch die Bank weg ziemlich identisch: Vor nicht allzu langer Zeit regte man sich noch darüber auf, dass Frau Merkel immer wie eine graue Maus auftritt, jetzt macht man sich darüber lustig, dass sie mal was schickes (gewagteres?) anzieht. Das gute Recht jeder Frau.

Lange will ich mich damit auch nicht aufhalten. Mein Resumée: Das Thema ist erstens absolut unwichtig, zweitens Frau Merkels eigene Sache, drittens ist es ja nicht so, dass sie Nacktfotos veröffentlicht hätte, viertens muss ich gestehen, dass sie nicht mal für ihr Alter ein ziemlich zeigenswertes Dekolleté hat und fünftens typisch für die deutsche Medienlandschaft im BILD-Zeitalter. Findet ein Magazin einen Aufhänger, der Aufmerksamkeit in Form von Quoten verspricht, wird er vom Gros der anderen Magazine übernommen und am besten noch ausgeschmückt. Über Sinn und Unsinn denkt da kaum noch einer nach.

Alles in Allem kann ich Frau Merkel nur in einer Sache gratulieren: Sie hat Flocke die Topstory geklaut.. und das soll erstmal einer schaffen. Die olypische Fackel versucht es, die verhungernden afrikanischen Kinder ebenfalls, aber sobald Flocke einen Furz lässt, ist die Titelseite wieder kuschelig.

Dabei sein ist alles

Freitag, 11. April 2008

Erst gestern schuf IOC-Präsident Jacques Rogge Klarheit zur Frage, inwieweit sich Sportler bei den kommenden olympischen Spielen politisch im Sinne der Meinungsfreiheit äußern dürfen. Das Credo: Meinungsfreiheit ja – Demonstration nein. Damit kann man sich einigermaßen abfinden, soll doch der Sport im Vordergrund stehen.

Heute sieht die Welt für Rogge scheinbar wieder unproblematisch aus, berichtet SPON: „ich bin optimistisch, dass wir exzellente Spiele erleben werden„. Und weiter:

Das IOC dürfe „diese Linie nicht überschreiten“. Ob die Regierung mit dem Dalai Lama verhandeln solle, sei zudem eine rein innerchinesische Angelegenheit.

Aha, muss sich das IOC doch die Frage stellen lassen, was von der gestern freigegebenen Meinungsfreiheit eigentlich abgedeckt sein wird? Wenn man sich nun als Dachverband der Spiele schon nicht mehr in die politischen Missstände (dass es solche sind, ist wohl unzweifelhaft) einmischen „dürfe“, wie sieht das denn dann für die Sportler aus, denen dies gestern noch zugesagt wurde? Wenn man das Verhalten des IOC dann noch im Hinblick auf das folgende Faktum betrachtet, wird die Sache immer interessanter.

Bei der Vergabe-Entscheidung für Peking 2001 wurden von China unter anderem Fortschritte bei Meinungsfreiheit und Menschenrechten gefordert.

Auf der einen Seite hatte das IOC also durchaus Forderungen mit der Vergabe der Spiele an Peking verbunden, auf der anderen Seite ist die offensichtliche Nicht-Erfüllung der Forderungen aber kein Grund, Konsequenzen in jedweder Art zu ziehen. Dass man die Spiele jetzt nicht einfach absagen oder zum Boykott aufrufen kann, mag man ja noch einsehen. Dann aber nicht einmal mehr ein wenig auf Konfrontation zu gehen und das Kind beim Namen zu nennen, ist definitiv kontrovers. Sich aber unter diesem Gesichtspunkt und der breiten, weltweiten öffentlichen Debatte auch noch auf Kuschelkurs mit Peking zu begeben, ist wohl das paradoxeste, was sich das IOC leisten konnte.

Da bleibt als Resümee für die teilnehmenden Sportler wohl wirklich nur noch der olympische Gedanke, dessen Botschaft aber wohl einen zweideutigen Sinn erhält: Dabei sein ist alles – mehr lässt sich da wirklich nicht rausholen.

Kurios: Von wegen, Männer brauchen lange auf dem Pott

Mittwoch, 12. März 2008

Kaum zu glauben: Eine Frau aus Amiland hockte sich einst auf’s Örtchen ihres Freundes und wollte dieses nicht mehr verlassen. Nach 2 (in Worten: ZWEI) Jahren kommt der Gute endlich auf den Gedanken, dass da doch irgendwas faul ist (in jeglicher Hinsicht, mutmaße ich mal frei) und wählt den Notruf. Die herbei geeilten Retter stemmen dann – unter Absingen schmutzigster Lieder durch die Frau – die Klobrille vom Pott und schaffen beide in’s Krankenhaus, wo die, mittlerweile zum Körperteil der Frau gewordene, Klobrille entfernt wird.

Amerika – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.