Kram getagged mit ‘Bullshit’

Aufreger – Wenn du nicht mehr wie gewollt funktionierst

Donnerstag, 13. November 2014

Was mir tatsächlich gerade mal wieder so richtig auf die Nerven geht: Psychologie. Der nutzloseste Kropf gesellschaftskorrigierenden Bullshits, den unser elend fortschrittliches System in die Welt gekotzt hat.

Sorry allen Psychologen, muss trotzdem gesagt werden: Ein Mensch ist nicht funktionsuntüchtig, wenn er aus der wirtschaftsorientierten Ausbeutung seiner selbst mit einem Burnout rausgeht. Auch nicht, wenn er gar nicht so weit kommt und depressiv wird. Und wenn er in der Grundschule Scheiße bauen will oder sich unterfordert fühlt, ist er auch nicht hyperaktiv.

Ein Mensch ist primär Mensch. Er bringt gewisse Eigenschaften mit, er erlernt einige, andere kann nicht jeder Mensch erlernen. Selbst ein Autist ist ein Mensch, der die Welt erheblich bereichern kann, auch wenn ihm das möglicherweise meilenweit am Allerwertesten vorbei geht. Das mag der Wirtschaft nicht passen, das wiederum muss aber niemanden jucken. Die Wirtschaft ist nicht Maxime und Lebenszweck des Menschen. Ganz im Gegenteil, die Wirtschaft ist mittlerweile Selbstzweck. Eine traurige Entwicklung, die alles andere als ein gutes Zeichen für das Selbstverständnis des Menschen ist. Noch schlimmer, dass er eine pseudowissenschaftliche Disziplin entwickelt hat, die ihm in den schlimmsten Lebenssituationen genau das Gegenteil unter dem Vorwand von Krankheiten einredet.

„Ihre Wahl“ – Heute ein Flop

Montag, 31. August 2009

Letzte Woche noch mit Potenzial und gutem Konzept in die Höhe gelobt, heute kam die Kehrtwende. Zugegeben, Ursula von der Leyen stellte sich bei Sat.1 auch – erwartungsgemäß, man kennt sie ja – als schwere Diskussionspartnerin heraus. Aber wie Sabine Christiansen und Stefan Aust damit umgingen, war schlichtweg peinlich. Bleibt das einzig gute Gefühl, dass ich dafür wenigstens keine GEZ bezahlt habe.

Gut, was ist also passiert? Bis zur ersten Werbeunterbrechung sah eigentlich alles gut aus. Die Fragen waren kritisch, wenn Frau von der Leyen ablenken wollte, sprang einer der beiden Moderatoren relativ schnell ein und brachte sie energisch wieder zur Fragestellung zurück. So stelle ich mir das eigentlich im relativen Optimalfall vor. Danach ging’s bergab. Man verlor sich in der Debatte um Kinderarmut, Familienfinanzierung etc. Und die Crux allen Übels, Christiansen und Aust ließen von der Leyen reden.. und reden.. und reden. Wenn sie dann endlich mal fertig war, ‚intervenierte‘ man und stellte die immernoch unbeantwortete Frage im Grunde noch einmal. Und Frau von der Leyen redete.. und.. ach, Sie wissen ja schon. Die Moderatoren hatten die Kontrolle verloren. Sie überließen der Familienministerin die Kontrolle über die Diskussion. Tödlich für jedes seriöse, politische Interview; für Diskussionsrunden erst Recht.

Da tut es auch kaum noch etwas zur Sache, dass Twitter – letzte Woche noch ein Kommunikationskanal, der „aus [dem] Fernsehen nicht mehr wegzudenken“ ist – diese Woche offenbar keine Rolle spielte. Fragen, auch zu den behandelten Themen, gab es beileibe auch auf Twitter en masse. Die Qualität hat auch gestimmt. Klar, die Masse bezog sich auf die Zensurdebatte, aber dazu gleich mehr. Es gab jedenfalls genug Tweets, die sich subjektiv oder objektiv mit den behandelten Themen beschäftigten.

Gut, so lief es also weiter. In der Werbepause kurz vor 23:00 Uhr beschlich mich schon das Gefühl, die Zensurdebatte würde wohl nicht mehr angesprochen. Um 23:09 Uhr wagte Frau Christiansen dann den Vorstoß, man müsse ja auch noch nach den Themen, die in der Onlineredaktion so den Tenor bestimmen, fragen. Die Familienministerin redete.. und redete.. und redete. Und brachte Christiansen und Aust dazu, das Thema nicht zu wechseln. Bis 23:13 – zwei Minuten vor Ende der Sendung. Die Onlineredaktion durfte endlich auswerten: Vorherrschendes Thema ist die Zensurdebatte. Frau Christiansen leitete ihre Frage und das Thema kurz ein, dann durfte von der Leyen etwa 30sek mit den faktisch falschen Phrasen füllen, die sie an der Stelle immer bringt, und die Sendung wurde abmoderiert. Kein Wort der Konfrontation. Von der Leyens demagogische Propaganda wurde einfach so als letztes Statement im Raum stehen gelassen. Arm.. wirklich. Billige (oder bezahlte? Ich kenne mich in dem Business nicht wirklich aus), weichgespühlte Wahlwerbung für die CDU.

Dabei hatte die Onlineredaktion eigentlich über die ganze Woche keinen schlechten Job gemacht. Wo da letztendlich was schief gelaufen ist, keine Ahnung. Aber der Draht zwischen Moderation und Redaktion hat heute genauso wenig funktioniert, wie die moderierende Funktion von Christiansen und Aust. Ein Reinfall, wie er im Buche steht.

Edit: Hinzufügen muss ich eigentlich noch, dass ich die Entwicklung extrem schade finde. Denn die Zensurdebatte wird objektiv bis dato eigentlich nur im Netz geführt. Sat.1 hätte sie heute in die breite Masse tragen können. Die Mittel, um nahezu alle Standardargumente von der Leyens widerlegen zu können, haben sie von der netzaffinen Zuschauerschaft bekommen. Sie hätten sie nur nutzen müssen.

Warum so inkonsequent, Frau Stöcker-Gietl?

Mittwoch, 19. August 2009

Unseren täglichen Aufschreier gibt uns heute. Und er erhörte die Gebete und gab uns Frau Isolde Stöcker-Gietl, Redakteurin der Mittelbayerischen Zeitung. Ihr Meisterwerk zur Änderung des Strafrechts findet sich online bei der MZ unter dem unschuldigen Titel „Strafen verschärfen!„. Es geht um die Bestrafung von sexuellem Kindesmissbrauch und die Forderung der Frau Stöcker-Gietl ist bemerkenswert:

In Ingolstadt ließ sich vor einigen Jahren ein Sexualstraftäter kastrieren, um einer möglichen lebenslangen Sicherungsverwahrung zu entgehen. Er tat es freiwillig, doch wie wäre es, wenn eine Entmannung auch gerichtlich angeordnet werden könnte? Sicherlich eine radikale Forderung. Aber es geht schließlich um unsere Kinder. Für ihren Schutz sollte uns jedes Mittel recht sein.

Gut, naheliegend wäre es schon. So mancher hat sich sicherlich schon mal gefragt, warum man die Täter nicht einfach kastriert. Aber welch undurchdachte Folgen hat denn diese Argumentation; besonders mit dem letzten Satz? Spinnen wir das ganze weiter.

Eltern, die ihre Kinder verhungern lassen. Was machen wir nun mit denen, denn für den Schutz unserer Kinder sollte uns ja jedes Mittel recht sein? Ein Kind hätten sie ja schon umgebracht. Damit sowas nicht nochmal passiert, wird der Vater entmannt, der Mutter die Gebärmutter entfernt. Klar, solche Leute dürfen keine Kinder mehr bekommen, die sie wieder verhungern lassen könnten.

Ein ‚einfacher‘ Kindsmörder oder -totschläger. Was soll man mit dem machen, er hat ja schon gezeigt, dass er grundsätzlich ein Kind töten kann? Klare Sache, der bleibt immer eine Gefahr für die Kinder, also entweder lebenslang (im Wortsinne) wegsperren oder halt einfach, weil wesentlich wirtschaftlicher, die Todesstrafe verhängen.

Jetzt haben wir aber im Laufe der Zeit gesehen, dass es Menschen wie du und ich sind, die plötzlich zu einer Gefahr für die Kinder werden. Bevor das erste Kind tot, vergewaltigt oder was weiß ich was ist, erkennen wir sie nicht. Man ahnt, was wir da nun am besten machen sollten, weil uns ja jedes Mittel für den Schutz unserer Kinder recht sein sollte..

Davon abgesehen bringt die Forderung auch noch einen ganz anderen Punkt. Dann könnten wir nämlich auch gleich das ganze Strafrecht anpassen und wieder konsequenter Bestrafen. Mörder und Totschläger bekommen die Todesstrafe, Dieben wird die Hand abgehackt, Vergewaltigern das Geschlechtsteil und so weiter. Wenn schon, dann doch bitte konsequent.

Wahlkampf für Politikverdrossenheit

Montag, 17. August 2009

Warum sollte man heute noch wählen gehen? Also abgesehen davon, seiner politischen Enttäuschung wenigstens noch durch einen ungültigen statt fehlenden Stimmzettel Ausdruck zu verleihen? Die Parteien machen es einem zunehmend schwerer, darauf eine vernünftige Antwort zu geben. Die abnehmende Wahlbeteiligung und das zunehmende Bekenntnis zum Nichtwähler sprechen hingegen eine deutliche Sprache, die die Parteien offensichtlich nicht verstehen wollen.

Wir leben in einer parlamentarischen Demokratie. Zu wählen sollte eigentlich eines unserer ureigendsten Interessen ein. Aber gerade im Wahlkampf wird immer verständlicher, warum dieses Interesse mehr und mehr zum Desinteresse wird, was der politischen Entwicklung unseres Staates fast nur schaden kann. „Fast nur“, weil Wahlverweigerung immernoch besser ist, als Extreme zu wählen. Doch warum sinkt die Wahlbeteiligung zunehmend? Wie kann dem entgegen gewirkt werden? Dieser Post soll ein Versuch sein, einen der Hauptgründe, wie ich finde, zu benennen: Die undifferenzierten Profile der Parteien im Wahlkampf, die nur noch auf den Stimmenfang abzielen.

Ich beginne gleich zu Anfang mit einem äußerst provokanten Statement: Die parlamentarische Demokratie, wie sie seit Ende des Dritten Reichs in Deutschland existiert, ist mindestens für den Moment gescheitert. Mehr noch, ich bezweifle, dass die ‚etablierten‘ Parteien daran noch etwas ändern werden, obschon sie die alleinige Schuld am Scheitern tragen. Allerdings sehe ich durchaus Hoffnung, die aber eine Öffnung zu direktdemokratischen Elementen hin erfordert.

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Zum unerträglichen Leichtsinn des Matthias Güldners

Montag, 27. Juli 2009

Eigentlich wollte ich es ja lassen. Eigentlich hätte ich es, wenn ich es schon nicht lassen kann, auch als Kommentar bei der WELT posten können. Eigentlich ist mir das viel zu niveaulos. Und schlussendlich, eigentlich hat Herr Güldner schon alles getan, was in meinem Sinne steht (Achtung, Bedeutung erklärt sich erst ab dem nächsten Absatz). Eigentlich sind das genug Eigentlichs, um es doch zu posten.

Wie könnte es heute anders sein, es dreht sich um den Kommentar des Herrn Matthias Güldner, seines Zeichens Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen in Bremen, bei der WELT, der absolut zurecht für Furore sorgt. Ich fange beim Auseinandernehmen mal ganz von vorne an, man möge es mir verzeihen.

Ganz vorne, grundsätzlich zwar nebensächlich, aber, wie gesagt, man möge es mir verzeihen, der Titel. Korrekt müsste der „Zur unerträglichen Leichtigkeit des Internets“ lauten. Wessen == Genitiv.. ne?

Aber gut, gehen wir in die Substanz. Ich fange nicht ganz vorne an, weil ich eine andere Passage für viel einleitender halte:

Es geht vielmehr knall hart um Definitionsmacht in Zeiten der Virtualisierung der Welt.

Herr Güldner, damit haben sie ja sowas von Recht. Und genau das widerlegt auch den ganzen Rest Ihres Kommentars. Es geht hier wirklich knallhart um die Definitionsmacht. Und wer hat die in einer Demokratie? Mit Sicherheit nicht Sie als einzelner Politiker. Nein, die hat das Volk (zu haben). Und die von Ihnen sogar erkannten Massenpetitionen bestätigen sogar genau diesen Punkt. Sie, Herr Güldner, wollen Ihre Meinung als Politiker zu einem extrem indifferent argumentierten Thema über die einer breiten Masse (sonst hätten die „Massenpetitionen“ ja kein Gewicht) stellen und da haben Sie Ihre Aufgabe mal sowas von falsch verstanden. Ganz davon abgesehen, lesen Sie mal nach, warum, wie und zu welchem Preis sich einzelne Menschen zu Gesellschaften zusammenfügen (Cesare Beccaria formuliert das etwa so einfach, dass sogar Sie es verstehen sollten). Da geht es um Abgabe eines Minimums an individueller Freiheit (die, dem Nächsten eins über zu hauen), um ein relatives Maximum (das, sich bewegen zu können, ohne den Nächsten permanent fürchten zu müssen) an Sicherheit zu erlangen.

Ihre Anhänger kämpfen mit hoch effektiven Mitteln für die Rechtsfreiheit ihres Raumes.

Das müssen Sie mir nochmal genauer erklären. „Hoch effektiv“ wären die Mittel, wenn mit ihrer Hilfe mindestens nahezu 99% der Rechtsfreiheit verteidigt worden wäre. Ich erinnere nur an die Vorratsdatenspeicherung oder den Bundestrojaner. So effektiv können sie also nicht sein, also lege ich den Satz mal in einer Ecke ab, in der schon andere liegen, mit denen Sie sicherlich nicht gerne kuscheln (wenn Sie wirklich ein Grüner sein wollen).

Wer Ego-Shooter für Unterhaltung, Facebook für reales Leben, wer Twitter für reale Politik hält, scheint davon auszugehen, dass Gewalt keine Opfer in der Realwelt fordert.

Kleines Gegenbeispiel: Wer Boxen (als anerkannte Sportart) für Unterhaltung (siehe, was aus Ali geworden ist) hält … . Würden Sie einen ebenso emotionsgesteuerten Kommentar zum Verbot der Sportart Boxen veröffentlichen? Über Facebook und Konsorten kann ich wenig sagen. Aber wer (außer Ihnen, offensichtlich) hält denn Twitter für Politik? Twitter ist ein Kommunikationsmedium, genau wie die Homepage der WELT, die Sie offenbar für ein politisches Medium halten. Und wer geht davon aus, dass Gewalt keine Opfer in der Realwelt fordert? (Hier fehlt übrigens, wenn ich Sie richtig verstehe, ein „virtuelle“ vor „Gewalt“). Die einzigen, die davon ausgehen, sind die, die absolut keine Ahnung von der Materie haben oder die (die differenziere ich mit voller Absicht und sie mögen sich nicht als Teil der ersten Gruppe betrachtet fühlen), die die Materie einfach nicht nachvollziehen können, weil sie in einer ganz anderen Zeit aufgewachsen sind. Nur, weil jeder Amokläufer, wie jeder 1,5te Jugendliche und zahlreiche Erwachsene, sog. Killerspiele gespielt hat, kann noch lange kein signifikanter Zusammenhang zwischen Egoshootern und Amokläufen hergestellt werden. Das lernt man in Statistik 1 (muss man das für Politikwissenschaft nicht auch hören?). Mein damaliger Methoden-Prof hatte da ein nettes Beispiel, das perfekt auf die Debatte passt: „Ich fahre kurz nach Schottland. Auf meinem Weg sehe ich nur ein einziges Schaf, und das ist schwarz. Also gibt’s in Schottland nur schwarze Schafe, weil ich ja keine andersfarbigen gesehen habe.“.

Da haben sich einige wohl das Hirn herausgetwittert.

Unabhängig davon, dass ich das für einen Angriff unterster Schublade halte, könnte ich Ihrer Argumentationskette auf gleichem Niveau entgegnen: Da hat sich wohl einer das Hirn weggekifft. Die Grünen stehen doch so auf Legalisierung von leichten Drogen. Und ja, Sie verstehen mich vollkommen richtig, ich behaupte gerade, alle Grünen sind durchgebrannte Kiffer. Und warum? Weil es genau Ihrer Argumentation entspricht. (99,9% der Grünen mögen das bitte richtig verstehen und sich nicht angesprochen fühlen ;-) ).

Die Geschichte mit dem Mordparagraphenvergleich lasse ich mal raus. Da haben andere schon genug zu geschrieben. Sie hinkt von vorne bis hinten, insofern nicht erwähnenswert.

Aber in Skandinavien wurden schon positive Erfahrungen mit vergleichbaren Gesetzen gemacht. Warum nicht, wie in anderen Politikfeldern auch, Baustein um Baustein zusammenfügen, um eine größtmögliche Wirkung zu erzielen? Die Antwort bleibt die Community schuldig.

Die Antwort kann ich Ihnen sagen: Weil Deutschland nicht Skandinavien ist. Genauso wenig, wie wir die USA unter Bush waren. Dort hat’s geklappt: Nach 9/11 wurden Guantanamo und der dazu gehörende ‚Anti-Terror-Paragraph‘ (USA PATRIOT Act) eingerichtet, seitdem gab es keine nennenswerten Terroranschläge mehr auf uramerikanischem Grund und Boden. Finden oder fanden wir (oder speziell Ihre Partei) das damals oder heute etwa gut und für Deutschland zwingend übernehmenswert, nur weil es in einem anderen Land zu einem hohen Preis funktioniert?!

Die Glorifizierung des Internet wird vergehen. Der politische Makel, mehr auf den Trend gesetzt zu haben als auf die Bekämpfung realer Menschenrechtsverletzungen, würde dagegen lange haften bleiben.

Da haben sie im ersten Teil ja sowas von Recht, der zweite ist Makulatur. Gleichzeitig verkennen Sie aber auch, in welchem Maße Sie hier in das Internet eingreifen wollen. Würde Ihre Partei (Beispiele stehen zur Genüge in den Kommentaren) in dem Maße, in dem Sie es fordern, in die Menschenrechte außerhalb des Internets eingreifen wollen, wären Sie mit Sicherheit einer der Ersten, die Protest schreien würden.

Abschließend kann ich nur sagen, ich zolle meinen höchsten Respekt denen, die aus Ihrer Bremer Fraktionszugehörigkeit die Partei verlassen (aktuell meines Wissens Sebastian Raible), aber auch nur denen. Wenn die eigene, direkte Führung schon stinkt, würde ich auch zu dem Mittel greifen. Die Bundesgrünen sollten aber zusehen, dass sie ziemlich schnell eine offizielle Distanzierung von den Ausführungen Güldners veröffentlichen. Wobei ich mir, als parteirechtliche Nullnummer, aus der Vergangenheit durchaus auch vorstellen könnte, dass ein Parteiausschlussverfahren wegen Parteischädigung möglich ist. Sollte das so sein, das wäre bei der Art der politischen Rhetorik genau das richtige Mittel.

Und nu, Punkt, Ende.

P.S.: Grün war für mich bislang mindestens die Nummer 1 für die Zweitstimme. Ob Grün das bleibt, hängt maßgeblich von der Konsequenz aus der Geschichte ab. Und da bin ich offensichtlich nicht der Einzige.

***UPDATE 27.07., 17:04***
Mittlerweile hat der Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen eine offizielle Stellungnahme veröffentlicht. Ich möchte sie nur insoweit kommentieren, dass sie zwar ein Schritt in die richtige Richtung ist, mir aber persönlich längst nicht weit genug geht. Leider werden die offensiven Beleidigungen des Herrn Güldner nur im Nebensatz leicht gerügt; da hätte ich mir mehr versprochen.

Die Bahn kommt.. irgendwann

Sonntag, 26. Juli 2009

Tochter: „Warum fahren wir nicht mit dem Auto?“

Vater: „Weil wir in einem Anfall geistiger Umnachtung Bahn-Tickets gekauft haben.“

Tochter: „Warum?“

Vater: „Weil wir dumm sind.“

Tochter: „Warum?“

Vater: „Weil wir die 250km sogar mit unserem ollen 6-Liter-Diesel viel günstiger, bequemer und ohne Umsteigen hätten fahren können.“

Tochter: „Warum?“

Vater: „Weil die Bahn teuer und unpünktlich ist.“

Tochter: „Warum?“

Vater: „Weil die von vorne bis hinten Misswirtschaften.“

Tochter: „Warum?“

(Nach Belieben erweiterbar ;-) )

Spassbremse Kassel

Donnerstag, 23. Juli 2009

seen @ 'ultimative-Spassbremsen-Stadt' Kassel
seen @ ‚ultimative-Spassbremsen-Stadt‘ Kassel

What

the

fuckinfuckfuckshittyholyfrozen

Hell??!!

Kurze Frage in den Raum: Bankengewinne?

Mittwoch, 22. Juli 2009

Wenn Banken, die das Bankenrettungspaket in Anspruch genommen haben, Gewinne in Milliardenhöhe prognostizieren, gleichzeitig aber weder die Kreditzinsen senken, noch die Guthabenzinsen oder Kreditvergabebereitschaft steigern.. läuft da dann irgendwas falsch im System?

Auf der Zielgeraden…

Dienstag, 21. Juli 2009

… nochmal gestoppt worden. So ungefähr sieht mein Serverumzug derzeit aus. Eigentlich fehlt nur noch eine Domain (die ich nicht selbst verwalte), dann könnte ich den alten Server vom Netz nehmen. Eigentlich. Denn wie ich eben feststellen musste, haben MX-Records und/oder Reverse DNS Eintrag eine wesentlich längere Latenz im Hinblick auf ihre Umstellung. Nun stehe ich ärgerlicherweise mit zwei halben Mailservern da. Der eine (neue) verwaltet die Konten schon wunderbar und versendet Mails, der andere (alte) fungiert aktuell leider noch als Posteingangsserver. Die ärgerliche Folge liegt auf der Hand, momentan kann ich keine Mails empfangen, es sei denn, ich gleiche in regelmäßigen Abständen die Mailverzeichnisse des neuen Servers mit denen des alten ab. Naja, hoffen wir mal, dass sich das bald erledigt hat und ich die alte Kiste endgültig platt machen kann.

Koch macht sich die Welt…

Donnerstag, 05. Juni 2008

…widde widde wie sie ihm gefällt!

Langsam wird unser geliebter kommissarischer Landesführervater wirklich lästig. Nachdem SPD, Grüne und Linke am Dienstag das Gesetz zur Abschaffung der Studiengebühren in zweiter Lesung durch den Landtag gebracht haben, kommt heute die antidemokratische Retourkutsche von Papa Koch: Er wird das Gesetz nicht unterzeichnen. Argument sind Formfehler.

Lächerlich! Wenn dem so wäre, warum hat die CDU diese ‚Formfehler‘ nicht schon in den Lesungen gemeldet? Und warum wurde nicht auf eine 3. Lesung wegen Formfehlern plädiert? Was Koch da treibt, ist genau die Linie, die er in den letzten Jahren gefahren ist: ‚Scheiß auf Proteste, scheiß auf Demokratie, scheiß auf die Verfassung und den ganzen restlichen Quatsch. So lange ich Landesführervater bin, wird gemacht, was ich will!‚.

Hoffen wir, dass der Staatsgerichtshof wenigstens noch unabhängig entscheidet. Vielen Dank für diesen Beitrag zur Demokratie!

Update: Mittlerweile weiß der Hessische Rundfunk näheres über die Ablehnung des Gesetzes zu berichten. Danach hat die Staatskanzlei bestätigt, dass das Gesetz groben Unsinn und verfassungswidrige Fehler beinhaltet.

Das ändert aber nichts an meiner Meinung, dass diese Fehler, wenn es dem werten Herrn nicht nur um parteipolitische Tiefschläge gehen würde, schon während den Lesungen hätten angesprochen werden können.

Schäuble wünscht sich deutsche NSA

Sonntag, 18. Mai 2008

Keine Woche vergeht derzeit, ohne einen schwachsinnigen (verfassungswidrigen?) Wunsch von Innenminister und Verfassungsfeind Nr. 1 Wolfgang Schäuble. War es letzte Woche der Nationale Sicherheitsrat, so ist es jetzt die Abhörzentrale nach Vorbild der – na, wer kommt drauf? – natürlich, der amerikanischen NSA. Gewünscht ist das Vorhaben in Köln, wo die Lauschaktionen aller Behörden und Geheimdienste in einer Einrichtung gebündelt werden sollen. Aller? Ja genau, und da liegt der Hund wieder begraben, denn sowohl BKA, Bundespolizei und Bundesamt für Verfassungsschutz, als auch die komplette Lauschabteilung des BND sollen hier gemeinsam arbeiten. Da kann man sich dann auch vorstellen, wie lange es dauern wird, bis die Grenzen zwischen Inlands- und Auslandsgeheimdiensten verschwimmen und die entsprechenden Behörden sich noch weniger an ihre Rechte halten, als sie das sowieso schon tun.

Twitter schon wieder tot

Freitag, 16. Mai 2008

Da sieht man es ja wieder: Twitter verhindert sinnlose Blog-Postings. Twitter ist schon wieder tot! Und ich habe das dringende Bedürfnis, das zu posten. Alles scheiße! Ich will mein Innerstes wieder öffentlich nach außen stülpen können.