Kram getagged mit ‘Datenschutz’

Nachtrag in eigener Sache: Nochmal HTTPS

Samstag, 21. Juni 2014

Jaja, es war wieder ruhig. Gibt auch kaum neues. Ausgenommen einen eher ärgerlichen Punkt.

Irgendwer hat es doch tatsächlich gewagt, meinen Server zu kompromittieren. Resultat ist: Alles wird gerade neu aufgesetzt und in dem Zug wird dann auch die SSL-Umstellung ad hoc durchgezogen. Alle Zertifikate, die auf meinem Server genutzt werden, sind ab sofort von Sonic Lux‘ CA ausgestellt. Damit Users Browser, Mailclients und wat weiß ich was nicht unnötig meckern müssen, gibt’s die CA auch hier zum Download. Im Archiv liegt das Ding als PEM für nahezu alles und als CRT für Android. Damit ist dann alles wieder gut.. naja, fast alles ;)

Telefonterror a la IM Leipzig

Samstag, 08. März 2014

Ich komme ja bekanntlich (glaube ich) aus der Ecke Soziologie. Umfragen, hier speziell telefonische, sind mir also kaum ein Dorn im Auge. Die meisten Institute – ob Meinungs- oder Marktforschung – halten sich bei Telefonbefragungen durchaus auch an die üblichen Standards, die dafür sorgen sollen, dass ebendiese nicht zum Telefonterror werden. Leider gibt es immer schwarze Schafe, die die ganze Branche in Verruf bringen und seriöse Befragungen erschweren. Das IM Leipzig (Institut für Marktforschung GmbH Leipzig) ist ganz offensichtlich ein solcher Kandidat, wie ich seit mittlerweile ziemlich Langem leidvoll feststellen darf.

Angefangen hat alles vor mehr als einem Jahr, genau kann ich mich kaum noch erinnern. Plötzlich bekam ich Anrufe von der Nummer +493419950255 auf meinem Festnetzanschluss. (mehr …)

Diablo III installiert – Das DoD schnüffelt mit

Donnerstag, 13. Juni 2013

Da habe ich doch gestern nicht schlecht gestaunt, als ich mein Projekt „Diablo III unter Linux“ mal wieder angegangen bin – diesmal sogar mit mehr oder minder großem Erfolg. Der geneigte Diablo-III-Spieler weiß sicherlich, dass Blizzard im Installer ein P2P-„Feature“ auf Basis von BitTorrent implementiert hat, so dass die Daten schneller verteilt werden können sollen (netter Satz ;-)). So weit, so gut.

Nun scheint aber genau in diesem Punkt – jedenfalls fällt mir kein anderer sinnvoller ein – ein unschöner Hund begraben zu sein. Denn just war der Download der doch recht knackigen Datenmenge abgeschlossen, wurde plötzlich mein Upstream komplett ausgelastet. Nun sollte man denken, das sei ja normal, P2P beinhaltet ja eben auch die Weiterverteilung der Daten. Allerdings war der Installer zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen. Ein kurzer Blick auf den Netzwerkverkehr mit Tcpdump und eine schnelle Whois-Abfrage und ich staunte noch mehr: Das amerikanische Verteidigungsministerium (DoD Network Information Center (DNIC)) resp. eine von ihm registrierte IP schien mich nicht nur zu scannen, bei der Auslastung des Upstreams lag der Verdacht nahe, dass es sich konsequent Daten bei mir zog. Also die Kollegen erstmal fix mittels iptables rausgeschmissen, dann ging es an die Nachforschung.

Tante Google erklärte dann recht freigiebig, dass das DoD hinsichtlich BitTorrents offenbar ziemlich aktiv ist. Finde ich jetzt nicht unbedingt toll, aber was erwartet man in Zeiten von PRISM noch Großes von der Vorzeigedemokratie. Mein Kernproblem aber wurde dadurch nicht gelöst: Wie kann das DoD bei mir Daten ziehen, wenn der Installer und damit BitTorrent gar nicht mehr aktiv ist? Mal ganz davon abgesehen, dass es eine grandiose Frechheit ist, dass ich mich bei Installation eines Spiels, das ich mir legal gekauft habe und legal mit dem Standardinstaller installieren will, von rechtsstaatsfeindlichen Schnüfflern ausspionieren lassen muss!

Was und wie genau gezogen wurde, konnte ich nicht reproduzieren. Dafür hatte ich sie zu schnell ausgesperrt. In der Konsequenz sind nun alle IP-Netze, die das DoD registriert hat, direkt in meinem Router in beide Richtungen gesperrt. Bis jetzt ist mein Upstream jedenfalls nicht mehr ungewöhnlich ausgeschlagen.

Google: Freund, aber zu welchem Preis?

Dienstag, 04. August 2009

Die Debatte um Google gibt es ja schon lange. Letztes Jahr wurde sie einmal mehr angeheizt, als veröffentlicht wurde, das Google vermittels ihrer gesammelten Userinformationen erschreckend treffende Profile ihrer Nutzer herstellen kann. Google kann eine Suchanfrage offensichtlich auch ohne übereinstimmende IP relativ leicht einem Nutzer zuordnen.

Die Debatte nimmt kein Ende und meines Erachtens ist das auch gut so. Allerdings nimmt sie Ausmaße an, die der Realität wohl eher fern sind. Da spricht ein Herr Konken davon, dass Google Meinung machen würde und Journalisten – und dementsprechend auch jedem anderen Urheber – insofern schaden würde, als dass es Inhalte kostenlos anbieten würde, die eigentlich nicht kostenlos sind oder auch sonst an den urheberrechtlich geschützten Ergüssen der Urheber verdienen würde. Das ist in meinen Augen natürlich Schwachsinn und zeugt nur ein Mal mehr von der Unwissenheit, mit der Herr Konken seinen Kampf gegen das Internet führt.

Was allerdings weit mehr der Realität entspricht, sind die Punkte, die Sascha Lobo und Alexander Dix im oben zitierten Interview ansprechen. Google sammelt Daten; maßlos und offensiv. Jeder, der sich mit der Materie auch nur minimal beschäftigt, weiß, dass jede Suchanfrage für einen ziemlich langen Zeitraum nebst Metainformationen bei Google gespeichert und verarbeitet wird. Verarbeitet in dem Sinne, als dass sie anderen Suchanfragen oder Nutzungen der diversen Google-Dienste zugeordnet wird. Letztendlich ist es Realität, dass Google dank ihrer Angebotsvielfalt mindestens vermittels IP- und Cookie-Zuordnungen relativ leicht sehr treffende Benutzerprofile erstellen kann. Hierin liegt die Gefahr, die, abgesehen von aller Freiheitsbemühungen im Netz, unbedingt eingeschränkt gehört. Welchen Schaden solche Macht anrichten kann, da erinnere ich mich auch nur noch dunkel an einen Fall, der etwa vor einem Jahr im Zuge der Debatte um Vorratsdatenspeicherung durch die Ticker ging: Google hatte bereitwillig ohne richterlichen Beschluss Einblick in ein GoogleMail-Konto geboten. Solch leichtsinniger Umgang mit Daten darf nicht sein. Um Google da aber etwas aus der Primärschuld zu nehmen, zahlreiche ISPs hatten ähnliches ebenfalls im Laufe der Zeit getan, soweit ich mich erinnere.

Was ich primär vertrete: Google darf prinzipiell Daten sammeln, soviel sie wollen. Da kann ihnen grundsätzlich keiner was, denn die entsprechenden Dienste bieten sie zu gewissen Konditionen frei an. Google darf diese Daten von mir aus auch vernetzen (darum nutze ich außer der Suchmaschine keinen Google-Dienst ;-)), auch das kann man ihnen prinzipiell nicht verbieten. Allerdings haben die Daten bei Google zu bleiben. Es kann nicht sein, dass andere Institutionen, ob staatlich oder privat, von solch detaillierten Nutzerprofilen leichtfertig profitieren können. Die einzelnen Google-Sparten müssten in diesem Punkt getrennt gesehen werden und ebenso ihr Datenbestand. Dass das schwer fällt ist mir klar. Datenschutzrechtlich ist es aber zwingend notwendig. Daten dürften nur teilverfremdet (beispielsweise ohne Cookie-Informationen, damit eine Zuordnung über die IP hinaus nicht möglich ist) herausgegeben werden. Sonst kann ich mir auch gleich bereitwillig einen Bundestrojaner auf meinem Rechner installieren (wenn es denn eine Linux-Version des Parasiten gibt).

Letztendlich bleibt zu sagen, Google ist vielleicht im Wortsinn der Global Player schlechthin. Jeder Mensch benutzt es, mindestens die Suchmaschine. Daraus resultieren Daten, die schier undenkbare Auswertungsmöglichkeiten ermöglichen. Daraus resultiert in gewissem Sinne Macht. Aber Macht ist immer mit Verantwortung verbunden. Und die hat Google in der Vergangenheit nicht immer bewiesen. Man (ich) hofft auf Besserung und nutzt weiterhin nur die Suchmaschine ;-)

Zum unerträglichen Leichtsinn des Matthias Güldners

Montag, 27. Juli 2009

Eigentlich wollte ich es ja lassen. Eigentlich hätte ich es, wenn ich es schon nicht lassen kann, auch als Kommentar bei der WELT posten können. Eigentlich ist mir das viel zu niveaulos. Und schlussendlich, eigentlich hat Herr Güldner schon alles getan, was in meinem Sinne steht (Achtung, Bedeutung erklärt sich erst ab dem nächsten Absatz). Eigentlich sind das genug Eigentlichs, um es doch zu posten.

Wie könnte es heute anders sein, es dreht sich um den Kommentar des Herrn Matthias Güldner, seines Zeichens Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen in Bremen, bei der WELT, der absolut zurecht für Furore sorgt. Ich fange beim Auseinandernehmen mal ganz von vorne an, man möge es mir verzeihen.

Ganz vorne, grundsätzlich zwar nebensächlich, aber, wie gesagt, man möge es mir verzeihen, der Titel. Korrekt müsste der „Zur unerträglichen Leichtigkeit des Internets“ lauten. Wessen == Genitiv.. ne?

Aber gut, gehen wir in die Substanz. Ich fange nicht ganz vorne an, weil ich eine andere Passage für viel einleitender halte:

Es geht vielmehr knall hart um Definitionsmacht in Zeiten der Virtualisierung der Welt.

Herr Güldner, damit haben sie ja sowas von Recht. Und genau das widerlegt auch den ganzen Rest Ihres Kommentars. Es geht hier wirklich knallhart um die Definitionsmacht. Und wer hat die in einer Demokratie? Mit Sicherheit nicht Sie als einzelner Politiker. Nein, die hat das Volk (zu haben). Und die von Ihnen sogar erkannten Massenpetitionen bestätigen sogar genau diesen Punkt. Sie, Herr Güldner, wollen Ihre Meinung als Politiker zu einem extrem indifferent argumentierten Thema über die einer breiten Masse (sonst hätten die „Massenpetitionen“ ja kein Gewicht) stellen und da haben Sie Ihre Aufgabe mal sowas von falsch verstanden. Ganz davon abgesehen, lesen Sie mal nach, warum, wie und zu welchem Preis sich einzelne Menschen zu Gesellschaften zusammenfügen (Cesare Beccaria formuliert das etwa so einfach, dass sogar Sie es verstehen sollten). Da geht es um Abgabe eines Minimums an individueller Freiheit (die, dem Nächsten eins über zu hauen), um ein relatives Maximum (das, sich bewegen zu können, ohne den Nächsten permanent fürchten zu müssen) an Sicherheit zu erlangen.

Ihre Anhänger kämpfen mit hoch effektiven Mitteln für die Rechtsfreiheit ihres Raumes.

Das müssen Sie mir nochmal genauer erklären. „Hoch effektiv“ wären die Mittel, wenn mit ihrer Hilfe mindestens nahezu 99% der Rechtsfreiheit verteidigt worden wäre. Ich erinnere nur an die Vorratsdatenspeicherung oder den Bundestrojaner. So effektiv können sie also nicht sein, also lege ich den Satz mal in einer Ecke ab, in der schon andere liegen, mit denen Sie sicherlich nicht gerne kuscheln (wenn Sie wirklich ein Grüner sein wollen).

Wer Ego-Shooter für Unterhaltung, Facebook für reales Leben, wer Twitter für reale Politik hält, scheint davon auszugehen, dass Gewalt keine Opfer in der Realwelt fordert.

Kleines Gegenbeispiel: Wer Boxen (als anerkannte Sportart) für Unterhaltung (siehe, was aus Ali geworden ist) hält … . Würden Sie einen ebenso emotionsgesteuerten Kommentar zum Verbot der Sportart Boxen veröffentlichen? Über Facebook und Konsorten kann ich wenig sagen. Aber wer (außer Ihnen, offensichtlich) hält denn Twitter für Politik? Twitter ist ein Kommunikationsmedium, genau wie die Homepage der WELT, die Sie offenbar für ein politisches Medium halten. Und wer geht davon aus, dass Gewalt keine Opfer in der Realwelt fordert? (Hier fehlt übrigens, wenn ich Sie richtig verstehe, ein „virtuelle“ vor „Gewalt“). Die einzigen, die davon ausgehen, sind die, die absolut keine Ahnung von der Materie haben oder die (die differenziere ich mit voller Absicht und sie mögen sich nicht als Teil der ersten Gruppe betrachtet fühlen), die die Materie einfach nicht nachvollziehen können, weil sie in einer ganz anderen Zeit aufgewachsen sind. Nur, weil jeder Amokläufer, wie jeder 1,5te Jugendliche und zahlreiche Erwachsene, sog. Killerspiele gespielt hat, kann noch lange kein signifikanter Zusammenhang zwischen Egoshootern und Amokläufen hergestellt werden. Das lernt man in Statistik 1 (muss man das für Politikwissenschaft nicht auch hören?). Mein damaliger Methoden-Prof hatte da ein nettes Beispiel, das perfekt auf die Debatte passt: „Ich fahre kurz nach Schottland. Auf meinem Weg sehe ich nur ein einziges Schaf, und das ist schwarz. Also gibt’s in Schottland nur schwarze Schafe, weil ich ja keine andersfarbigen gesehen habe.“.

Da haben sich einige wohl das Hirn herausgetwittert.

Unabhängig davon, dass ich das für einen Angriff unterster Schublade halte, könnte ich Ihrer Argumentationskette auf gleichem Niveau entgegnen: Da hat sich wohl einer das Hirn weggekifft. Die Grünen stehen doch so auf Legalisierung von leichten Drogen. Und ja, Sie verstehen mich vollkommen richtig, ich behaupte gerade, alle Grünen sind durchgebrannte Kiffer. Und warum? Weil es genau Ihrer Argumentation entspricht. (99,9% der Grünen mögen das bitte richtig verstehen und sich nicht angesprochen fühlen ;-) ).

Die Geschichte mit dem Mordparagraphenvergleich lasse ich mal raus. Da haben andere schon genug zu geschrieben. Sie hinkt von vorne bis hinten, insofern nicht erwähnenswert.

Aber in Skandinavien wurden schon positive Erfahrungen mit vergleichbaren Gesetzen gemacht. Warum nicht, wie in anderen Politikfeldern auch, Baustein um Baustein zusammenfügen, um eine größtmögliche Wirkung zu erzielen? Die Antwort bleibt die Community schuldig.

Die Antwort kann ich Ihnen sagen: Weil Deutschland nicht Skandinavien ist. Genauso wenig, wie wir die USA unter Bush waren. Dort hat’s geklappt: Nach 9/11 wurden Guantanamo und der dazu gehörende ‚Anti-Terror-Paragraph‘ (USA PATRIOT Act) eingerichtet, seitdem gab es keine nennenswerten Terroranschläge mehr auf uramerikanischem Grund und Boden. Finden oder fanden wir (oder speziell Ihre Partei) das damals oder heute etwa gut und für Deutschland zwingend übernehmenswert, nur weil es in einem anderen Land zu einem hohen Preis funktioniert?!

Die Glorifizierung des Internet wird vergehen. Der politische Makel, mehr auf den Trend gesetzt zu haben als auf die Bekämpfung realer Menschenrechtsverletzungen, würde dagegen lange haften bleiben.

Da haben sie im ersten Teil ja sowas von Recht, der zweite ist Makulatur. Gleichzeitig verkennen Sie aber auch, in welchem Maße Sie hier in das Internet eingreifen wollen. Würde Ihre Partei (Beispiele stehen zur Genüge in den Kommentaren) in dem Maße, in dem Sie es fordern, in die Menschenrechte außerhalb des Internets eingreifen wollen, wären Sie mit Sicherheit einer der Ersten, die Protest schreien würden.

Abschließend kann ich nur sagen, ich zolle meinen höchsten Respekt denen, die aus Ihrer Bremer Fraktionszugehörigkeit die Partei verlassen (aktuell meines Wissens Sebastian Raible), aber auch nur denen. Wenn die eigene, direkte Führung schon stinkt, würde ich auch zu dem Mittel greifen. Die Bundesgrünen sollten aber zusehen, dass sie ziemlich schnell eine offizielle Distanzierung von den Ausführungen Güldners veröffentlichen. Wobei ich mir, als parteirechtliche Nullnummer, aus der Vergangenheit durchaus auch vorstellen könnte, dass ein Parteiausschlussverfahren wegen Parteischädigung möglich ist. Sollte das so sein, das wäre bei der Art der politischen Rhetorik genau das richtige Mittel.

Und nu, Punkt, Ende.

P.S.: Grün war für mich bislang mindestens die Nummer 1 für die Zweitstimme. Ob Grün das bleibt, hängt maßgeblich von der Konsequenz aus der Geschichte ab. Und da bin ich offensichtlich nicht der Einzige.

***UPDATE 27.07., 17:04***
Mittlerweile hat der Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen eine offizielle Stellungnahme veröffentlicht. Ich möchte sie nur insoweit kommentieren, dass sie zwar ein Schritt in die richtige Richtung ist, mir aber persönlich längst nicht weit genug geht. Leider werden die offensiven Beleidigungen des Herrn Güldner nur im Nebensatz leicht gerügt; da hätte ich mir mehr versprochen.

Dezentrale soziale Netzwerke: Minerva

Donnerstag, 22. Mai 2008

Frisch entwickelt und daher eine Erwähnung wert: Bei meinem steigenden Interesse für dezentrale soziale Netzwerke bin ich auf Minerva gestoßen. Das Projekt verfolgt, wie sollte es anders sein, einen ähnlichen Ansatz wie NoseRub. Allerdings ist es, bedingt durch seinen Ursprung, doch anders aufgebaut.

Minerva wurde ursprünglich als reine WordPress-Lösung entwickelt. Über ein Plugin sollten Inhaber eines WP-Blogs ihr Blog zu ihrer Identität machen können. Dort werden dann auch die entsprechenden Profildaten gehostet. Außerdem wird, vorzugsweise in der Sidebar, die Netzwerk-Schnittstelle zu Minerva eingebettet, über die dann Kontakte geknüpft werden können.

Mittlerweile haben sich die Entwickler entschlossen, den Kern von Minerva eigenständig zu machen, so dass auch jede andere Webseite als Identität genutzt werden kann. Allerdings benötigt es hierzu noch Schnittstellen in Form von Plugins für die unterschiedlichen Systeme, so dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur WordPress genutzt werden kann.

Ich wollte das System zwar testen, bin aber leider schon an der Aktivierung gescheitert: Trotz installierter Abhängigkeiten (PHP 5.2.x, php-curl und php-xml) lässt sich das Plugin zwar aktivieren, dann ist mein Adminbereich aber nicht mehr erreichbar, da ZEND einen Fehler nach dem anderen meldet. Schade eigentlich, ein Test hätte mich interessiert. Ich behalte das Plugin aber weiter im Auge und werde, wenn neue Versionen kommen, wieder versuchen, es aktiviert zu bekommen.

Post-Rating wieder rausgeflogen

Freitag, 16. Mai 2008

Jawoll, ich bleibe doch beim wohlwollenden Blick auf kommentierende Leser. Zwei Gründe für meinen Entschluss: Erstens wird wohl auch das Rating nicht wirklich genutzt. Dafür verlängert es aber die Ladezeiten, so dass sich das Ganze in meinen Augen nicht rentiert. Zweitens, das wäre eigentlich der ausschlaggebendere Grund, habe ich übersehen, dass das Plugin ja zu sezwho telefoniert, was wohl nicht damit konform geht, dass hier nichts geloggt wird. Schließlich kann der Leser nicht darüber entscheiden, ob er die Ratings (die wohl zentral bei sezwho gespeichert werden) laden will, ob also seine Verbindungsdaten irgendwo gespeichert werden. Für den kurzen Zeitraum, den das Plugin lief, möchte ich mich in der Hinsicht entschuldigen.

Schäuble kassiert scharfe Rüge aus Brüssel

Donnerstag, 15. Mai 2008

Unser oberster Verfassungsfeind, Innenminister Wolfgang Schäuble, hat eine scharfe Rüge vom EU-Datenschutzbeauftragten Peter Hustinx erhalten. Bezug der Rüge ist die Vernetzung der Polizeidatenbanken der EU-Mitgliedsstaaten, die Schäuble während der deutschen Ratspräsdidentschaft durchgeboxt hat. Die Vernetzung bezieht sich auf Fingerabdruck- und DNA-Datenbanken.

Erheblich daran sei, dass in den Datenbanken nicht nur die Daten von Verbrechern landen, sondern alle an Tatorten aufgenommenen Daten. An öffentlichen Tatorten kann sowas also schnell dazu führen, dass massenweise unschuldige Bürger, die nur zufällig und nicht einmal zum Zeitpunkt der Tat, am Tatort waren und dort Spuren hinterlassen haben. Das genaue Problem an der Vernetzung sei, so Hustinx, dass es keine klare Bestimmung gebe, wie mit irrelevanten Daten umgegangen werden soll. Schäubles Reaktion auf die Vorwürfe passt wieder in sein Gesamtbild:

Schäuble ließ die Vorwürfe zurückweisen. „Die von Hustinx geäußerte Kritik ist nicht nachvollziehbar“, erklärte Ministeriumssprecher Stefan Paris in Berlin. „Der Vertrag von Prüm bietet ein maßgeschneidertes Datenschutzsystem für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Sicherheitsinteressen und Grundrechtsschutz.“

Zum Einen stellt sich wieder einmal die Frage, um wessen Sicherheitsinteressen es denn geht? Zum Anderen ist Grundrechtsschutz aus dem Munde Schäubles wohl das lächerlichste, was dem Wort passieren kann.

Kaioo – Gemeinnütziges Social Network

Sonntag, 11. Mai 2008

kaioo beschreibt sich selbst als „die erste ECHTE Social Community im Internet“. Und tatsächlich, das Konzept ist so unter den Großen der Branche noch nicht aufgetaucht. Drei Leitwörter prägen die Index-Seite: Gemeinnützigkeit, Demokratie und Garantie, letzteres in Bezug auf die Verwendung der Nutzerdaten. kaioo wird von der kaioo gemeinnützige Stiftungs-GmbH mit Sitz in Hamburg betrieben und ist damit tatsächlich das erste gemeinnützige Social Network, das sich generell wenigstens schon in die Medien bewegen konnte.

Weiter überraschend ist das aber nicht, sitzen doch hinter kaioo Thomas Kreye, früher in der Bertelsmann Unternehmensentwicklung, und Rolf Schmidt-Holtz, Chef von Sony BMG. Dies war auch die Grundlage für viele Spekulationen, inwieweit Bertelsmann (sie sind zu 50% an Sony BMG beteiligt) in der kaioo-Geschichte hängt. Die beiden Vertretungsberechtigten winken jedenfalls alle Beteiligungen vehement ab.

Dem will auch ich mal Glauben schenken. Die Stiftung hat ihre Gemeinnützigkeit anerkannt bekommen. AGBen und Datenschutzerklärung sollen gemeinsam durch die Nutzer aufgestellt werden, so, wie ich den momentanen Hinweis über die laufende Ausarbeitung verstehe, soll dieses exklusive Änderungsrecht durch die Mitgliederschaft auch in den AGBen verankert werden. In dem Falle könnte die Stiftung also nur noch lenkend in Aktion treten. Folgenschwere Änderungen der AGBen, wie beispielsweise geschehen bei studiVZ, sollten damit nicht mehr möglich sein, es sei denn, die Nutzer wollen es so.

Bemerkenswert finde ich in jedem Fall noch die (ich schätze mal Grundlage für die Gemeinnützigkeit) Verwendung der erwirtschafteten Mittel: Denn diese gehen jährlich als Spende an andere Stiftungen und Organisationen weitergeleitet. Da bleibt zuletzt nur noch die Frage, ob sich kaioo neben den Branchenriesen studiVZ und Facebook hier noch durchsetzen kann. Vom momentanen Standpunkt wäre es in jedem Fall wünschenswert.

Keiner spricht mit mir

Mittwoch, 07. Mai 2008

Ich habe mir die letzten Tage schon das eine oder andere Mal ein wenig Gedanken darüber gemacht, wieso meine Posts zwar zig Seitenaufrufe haben, aber kaum jemand kommentiert. Wenn das dann doch mal eintritt, bleibt’s meistens bei einem Kommentar, Rückfragen gehen ins Datennirwana. Also von der nicht-technischen Seite her erstmal: Keine Scheu, ich bin gar nicht so intolerant auf meine Meinung fixiert, wie sich das vielleicht aus dem About interpretieren lassen könnte ;-)

Auf die technische Seite hat mich Robert gerade zufällig (und wahrscheinlich völlig ungezielt) aufmerksam gemacht. Dass ich da selbst nicht drauf gekommen bin, wo ich doch oft vor dem selben Problem stehe. Ab jetzt gibt’s also, für diejenigen, die wollen, eine Email-Benachrichtigungsfunktion bei neuen Kommentaren. Mal gucken, ob das Abhilfe schafft.

Dazu dann auch gleich der Hinweis in eigener Sache: Die Email-Adressen, die zur Kommentarbenachrichtigung eingetragen werden, werden von mir selbstverständlich, genau wie alle anderen Email-Adressen, für keinerlei abweichende Zwecke missbraucht.

Unis im Visier der Datenschützer

Sonntag, 27. April 2008

Wie ein roter Faden zieht sich derzeit die – zweifellos längst überfällige – Debatte zum Datenschutz durch alle Schichten gesellschaftlichen und beruflichen Lebens. Heute sind die Hochschulen an der Reihe. Denn die Mitarbeiter der Unis gehen, so Heinrich Schullerer, oberster Datenschützer der Hochschulen in BW, gegenüber dem UniSPIEGEL, geradezu fahrlässig mit den persönlichen Daten ihrer Schützlinge wie Mitarbeiter um. Und das meist aus Unwissenheit.

So werden Universitäten wohl tagtäglich mit Anfragen unterschiedlichster Stellen überflutet. Das Spektrum reicht von Krankenkassen, Eltern der Studierenden und Fahndungsorganen, bis hin zu Arbeitgebern. Und damit nicht genug, ein Großteil der Informationen kann auch, begründet durch die Gutmütigkeit vieler Dozenten, über das Internet besorgt werden. So werden Notenlisten mit Matrikelnummern oft online publiziert, um den Studenten den Weg in die Uni zu ersparen. Die Matrikelnummer wiederum findet sich nicht selten in unverschlüsselten Emails der Studenten – schon hat der zukünftige Arbeitgeber die Informationen, die er wollte: Die reellen Noten des Bewerbers.

Schullerer und sein Team haben sich mit ihrer Aufklärungsarbeit über die Anwendung der Datenschutzrechte und -pflichten mittlerweile einen Namen in ganz Deutschland gemacht. Sie beraten Hochschulen, weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus, haben sogar ein Programm entwickelt, dass, nach Eingabe der nötigen Informationen über eine Anfrage, dem Hochschulorgan in klaren Worten mitteilt, ob die Anfrage bearbeitet werden darf oder eben nicht.

Den Studenten kann es im StudiVZ-Zeitalter egal sein. Ob die Informationen, die man neben StudiVZ noch zusätzlich von der Uni bekommen könnte, problematischer sind, als Saufbilder und Co., scheint fraglich. Trotzdem ist es ein Schritt in die richtige Richtung: Sensibilisierung des Gläsernen Menschen.