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Warum so inkonsequent, Frau Stöcker-Gietl?

Mittwoch, 19. August 2009

Unseren täglichen Aufschreier gibt uns heute. Und er erhörte die Gebete und gab uns Frau Isolde Stöcker-Gietl, Redakteurin der Mittelbayerischen Zeitung. Ihr Meisterwerk zur Änderung des Strafrechts findet sich online bei der MZ unter dem unschuldigen Titel „Strafen verschärfen!„. Es geht um die Bestrafung von sexuellem Kindesmissbrauch und die Forderung der Frau Stöcker-Gietl ist bemerkenswert:

In Ingolstadt ließ sich vor einigen Jahren ein Sexualstraftäter kastrieren, um einer möglichen lebenslangen Sicherungsverwahrung zu entgehen. Er tat es freiwillig, doch wie wäre es, wenn eine Entmannung auch gerichtlich angeordnet werden könnte? Sicherlich eine radikale Forderung. Aber es geht schließlich um unsere Kinder. Für ihren Schutz sollte uns jedes Mittel recht sein.

Gut, naheliegend wäre es schon. So mancher hat sich sicherlich schon mal gefragt, warum man die Täter nicht einfach kastriert. Aber welch undurchdachte Folgen hat denn diese Argumentation; besonders mit dem letzten Satz? Spinnen wir das ganze weiter.

Eltern, die ihre Kinder verhungern lassen. Was machen wir nun mit denen, denn für den Schutz unserer Kinder sollte uns ja jedes Mittel recht sein? Ein Kind hätten sie ja schon umgebracht. Damit sowas nicht nochmal passiert, wird der Vater entmannt, der Mutter die Gebärmutter entfernt. Klar, solche Leute dürfen keine Kinder mehr bekommen, die sie wieder verhungern lassen könnten.

Ein ‚einfacher‘ Kindsmörder oder -totschläger. Was soll man mit dem machen, er hat ja schon gezeigt, dass er grundsätzlich ein Kind töten kann? Klare Sache, der bleibt immer eine Gefahr für die Kinder, also entweder lebenslang (im Wortsinne) wegsperren oder halt einfach, weil wesentlich wirtschaftlicher, die Todesstrafe verhängen.

Jetzt haben wir aber im Laufe der Zeit gesehen, dass es Menschen wie du und ich sind, die plötzlich zu einer Gefahr für die Kinder werden. Bevor das erste Kind tot, vergewaltigt oder was weiß ich was ist, erkennen wir sie nicht. Man ahnt, was wir da nun am besten machen sollten, weil uns ja jedes Mittel für den Schutz unserer Kinder recht sein sollte..

Davon abgesehen bringt die Forderung auch noch einen ganz anderen Punkt. Dann könnten wir nämlich auch gleich das ganze Strafrecht anpassen und wieder konsequenter Bestrafen. Mörder und Totschläger bekommen die Todesstrafe, Dieben wird die Hand abgehackt, Vergewaltigern das Geschlechtsteil und so weiter. Wenn schon, dann doch bitte konsequent.