Kram getagged mit ‘Kurios’

Respekt, RTL II News!

Dienstag, 08. Juli 2008

Ich weiß gerade nicht so genau, ob ich erschreckt, verblüfft oder begeistert sein soll. Wie vorhin schon ausgebreitet, gab’s ja gerade das Big Brother Finale. Das Jahreshighlight schlechthin. Na gut, dank Frauenunterstützung war es dann doch eher anstrengend, aber darum geht’s ja gerade auch gar nicht.

Viel interessanter, direkt im Anschluss kamen die RTL II Latenews. RTL II News.. ne? Also die, bei denen die Top-News in etwa so aussehen: In Afrika verhungern die Kinder, islamistische Terroristen fliegen zwei Passagierflugzeuge in die Twin Towers – Top News bei RTL II: Angelina Jolie hat sich die Titten machen lassen (man erinnere sich an „die süßen Tierbabys“ (OK, nicht RTL II)). Also bin ich schon mit einer gewissen Erwartungshaltung in die News gegangen.

Wenn auf ARD und ZDF die G8 afrikanische Kinder verhungern lassen, Kalifornien abbrennt und die EU komische Sachen beschließt, muss auf RTL II die Top News natürlich Isi, die Gewinnerin von Big Brother sein. Und um so überraschter war ich, als davon und von jeglichem anderen Klatsch kein Wort fiel. Weder in den Top News, noch in der ganzen restlichen Sendung. Nicht schlecht, RTL II. Wir machen doch nicht etwa Ambitionen, seriös zu werden?

Fragwürdige Ehrung für Delling und Netzer

Sonntag, 27. April 2008

Ohje, es gibt wieder was. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat ihren diesjährigen Medienpreis für Sprachkultur doch tatsächlich an das ARD-Sportmoderatoren-Duo Gerhard Delling und Günter Netzer verliehen, berichtet die Netzeitung. In der Begründung heißt es u.a.:

Das Gespann verstehe es, die Fußballgemeinde an den Fernsehschirmen «durch Diskussion zu informieren» und verbinde Sach- und Fachkunde mit geschliffenem Deutsch.

Ach so. Also das finde ich jetzt etwas merkwürdig. Ich erinnere mich dunkel an die vielen Spiele während der WM 2006 zurück, die die beiden uns geboten hatten. Und ebenso genau erinnere ich mich noch daran, dass alle, aber auch wirklich ausnahmslos alle, die ich diesbezüglich fragte, Delling und Netzer als die neuzeitliche Reinkarnation der Pest im Fußballgeschäft sahen, nicht wenige sogar extra umschalteten, wenn die beiden auf den Schirmen erschienen. Und mein Umgang pflegt eigentlich schon Freund des guten Deutsches zu sein.

Wer will denn die beiden noch sehen, wie sie sich in jedem Satz anfrotzeln? Und genau das soll jetzt ausschlaggebend für eine neue, besonders wertvolle Art der Sportberichterstattung sein? Na dann, in wenigen Monaten haben wir sie ja wieder. Was freu ich mich schon.

Minimaler Aufwand, maximaler Nutzen

Donnerstag, 10. April 2008

Das wollte ich ja noch nachreichen: Die rentabelste 1.3, die ich in meinem Studentenleben bislang geschrieben habe. Einmal im Seminar anwesend, drei Mal zwei Tage Arbeit an den drei Teilhausarbeiten und das Ergebnis stimmt definitiv :-)

Hoffnung gegen Studiengebühren

Montag, 07. April 2008

FAZ.net berichtet heute, dass SPD und Grüne in Hessen erste Vorstöße zur Abschaffung der Studiengebühren wagen. Besonders erfreulich daran: Sowohl die allgemeinen, als auch die Langzeitstudiengebühren sollen schon zum kommenden Wintersemester abgeschafft werden. Die finanziellen Einbußen von geschätzten 52 Mio. Euro sollen im Landeshaushalt eingespart werden, so dass das Geld den Hochschulen weiter zur Verfügung stehen kann.

Obwohl SPD und Grüne im Landtag bekanntlich keine Mehrheit haben, wird das Gesetzesvorhaben als realistisch angesehen, da die Linke schon während der Wahlkampfphase ebenfalls die Abschaffung der Studiengebühren propagierte. Damit wäre die Mehrheit vorhanden; die geschäftsführende Regierung Koch wäre kurioserweise dazu gezwungen, ein Gesetz, das sie mit dicken Schlagzeilen eingeführt und verteidigt hatte, wieder abzuschaffen.

Deutsches Recht konfus gemacht

Mittwoch, 02. April 2008

Heute: Das neue Gesetz zur „Verbesserung der Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums“

In Deutschland muss ja bekanntlich alles gesetzlich reguliert werden. Wächst die Paragraphenflut so weit an, dass sogar die gesetzgebende Kraft den Überblick verliert, kann das schon zu lustigen Effekten führen. Ein neues Glanzbeispiel dafür liefert der Bundestag, der am 11. diesen Monats voraussichtlich das Gesetz zur „Verbesserung der Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums“ verabschieden wird. Ziel dieses Gesetzes ist, wie man beim Titel noch unschwer erkennt, auf die gewaltigen Abmahnwellen beispielsweise der Musikindustrie zu reagieren. Doch was da lustiges passiert, finden wir im SPIEGEL.

Das Hauptkonfusium besteht darin, dass Internet-Provider in Zukunft quasi direkt von den Rechteinhabern oder ihren juristischen Vertretern zur Herausgabe von Nutzerinformationen bei begründetem Tatverdacht der Urheberrechtsverletzung bewegt werden können sollen. Bislang war dafür der Weg über die Staatsanwaltschaft notwendig. Nun soll dieses Verfahren soweit vereinfacht werden, dass nur noch ein richterlicher Beschluss notwendig ist. So weit, so gut.

Doch was ist das? Wir erinnern uns dunkel an das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur Vorratsdatenspeicherung: Verkehrsdaten dürfen prinzipiell eigentlich nur dann gespeichert werden, wenn und solange sie zu Abrechnungszwecken benötigt werden, was bei den meisten Anschlüssen dank Flatrate nicht zutrifft. Also werden sie im Rahmen der Vorratsdaten erfasst und gespeichert. Diese dürfen aber wiederum nach BVG nur noch zur Verfolgung schwerer Straftaten genutzt werden – man braucht sich wohl kaum darüber zu streiten, wie schwer der Tatbestand der Urheberrechtsverletzung rechtlich gewichtet ist.

Was ist das Resultat? Sogar Politiker, die sich mit dem Gesetzesentwurf, der im Übrigen auch an vielen anderen Stellen sehr schwammig ist, beschäftigten, sind der Meinung, dass sich hier zwei Gesetze gegenseitig blockieren werden. Klingt fast so, als würde den Filesharern wieder nicht beizukommen sein.

Kurios: Von wegen, Männer brauchen lange auf dem Pott

Mittwoch, 12. März 2008

Kaum zu glauben: Eine Frau aus Amiland hockte sich einst auf’s Örtchen ihres Freundes und wollte dieses nicht mehr verlassen. Nach 2 (in Worten: ZWEI) Jahren kommt der Gute endlich auf den Gedanken, dass da doch irgendwas faul ist (in jeglicher Hinsicht, mutmaße ich mal frei) und wählt den Notruf. Die herbei geeilten Retter stemmen dann – unter Absingen schmutzigster Lieder durch die Frau – die Klobrille vom Pott und schaffen beide in’s Krankenhaus, wo die, mittlerweile zum Körperteil der Frau gewordene, Klobrille entfernt wird.

Amerika – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Zigaretten- goes Nichtraucherschutz-Lobby

Dienstag, 11. März 2008

Da habe ich heute kaum meinen RSS-Ticker angeschmissen, schon wirft er mir mal wieder eine halbwegs skurrile Meldung von SPON heraus: Die jahrlange Grünen-Politikerin Marianne Tritz wird Geschäftsführerin des Verbandes der Zigarettenindustrie. Einen kurioseren Karrieresprung könnte eine Grüne wohl kaum machen, sind sie doch diejenigen, die sich am schärfsten für den Nichtraucherschutz in Deutschland einsetzen.

Interessant ist dabei auch das Statement, das ein Sprecher ihres ehemaligen Chefs Fritz Kuhn (Grünen-Fraktionschef) zur Sache gegeben hat, wonach er hoffe, die Tabakindustrie könne nun auch die Belange des Nichtraucherschutzes stärker in den Blick nehmen. Sicher. Die Herren, die nicht umsonst keinen sonderlich guten Ruf haben, werden sich den Ast absägen, auf dem sie sitzen. Ich stelle da eher mal die Vermutung in den Raum, Tritz soll das besagte Image allein schon durch ihre Herkunft aufpolieren. Dahinter wird sich schätzungsweise nichts ändern, aber eine Galeonsfigur, die glaubhaft über Nichtraucherschutz lamentieren kann, verschafft ja einen ganz neuen Eindruck von der Lobby. Wir werden sehen…

Schäubles Kampf gegen die Gesellschaft

Sonntag, 20. Januar 2008

Es ist schon kurios, was man in diesen Tagen aus den politischen Lagern zu hören bekommt. Den neuesten Vogel hat Innenminister Schäuble an diesem Wochenende abgeschossen. In einem Interview rechnete er nicht nur mit dem vorsitzenden Verfassungsrichter Hans-Jürgen Papier, sondern gleich auch noch mit der demokratischen Gesellschaft ab. Hintergrund seiner Offenbarung ist sein Baby, das Luftsicherheitsgesetz, mit dem er doch zu gerne besetzte Passagiermaschinen bei einer Bedrohungslage abschießen lassen würde. Dies jedoch, erklärte Papier vergangene Woche, sei mit dem Grundgesetz keinesfalls vereinbar. Schäuble konterte nun, alle grundrechtlich geschützten Bereiche würden irgendwo enden, wo diese Grenze läge, sei „Sache des Gesetzgebers“.

Wie sehr er sich damit ins antidemokratische Lager bewegt hat, mag auf den ersten Blick nicht klar sein. Macht man sich allerdings Grundlage und Ursprung demokratischer Gesellschaften deutlich, zeichnet sich das Ausmaß ab. Denn der Gesellschaftsvertrag an sich beruht darauf, dass eine Gruppe von Individuen einen minimalen Teil ihrer persönlichen Freiheit abgeben, um die Sicherheit zu bekommen, in jedem anderen keine potenzielle Gefahr vermuten zu müssen. Über diesen minimalen Teil der persönlichen Freiheit und die dafür gewonnene Sicherheit zu wachen, delegiert das Individuum an seinen Herrscher. So jedenfalls C. Beccaria, in seinem 1764 veröffentlichten Werk „Von den Verbrechen und von den Strafen“.

So mancher Politiker sollte sich zwischendurch mal auf die Basis seiner Macht rückbesinnen.

Kurios: Früh übt sich..

Dienstag, 15. Januar 2008

.. was ein anständiger Alkoholiker werden will. SPON berichtet heute von einem elfjährigen Mädchen, das in Hildesheim am Samstag mit respektablen 2,26 Promille vor einen Bus gerannt ist. Der Fahrer konnte noch rechtzeitig bremsen. Über die Ursache ihres Zustandes wird noch ermittelt, allerdings ist es doch merkwürdig, dass dieser dem Busfahrer erst auf Grund der Fahne des Mädchens auffiel. Ihr sonstiges Verhalten scheint verhältnismäßig normal gewesen zu sein. Ob man da schon von Konditionierung ausgehen kann?

Fuck the visitor!

Freitag, 14. Dezember 2007

Wie SPON heute unter Berufung auf die Zeitung „Son“ berichtet, wurden Anreisende zum Wochenanfang auf dem Flughafen Johannesburg auf allen Anzeigetafeln mit einem freundlichen „Fuck You“ begrüßt. Interessant dabei: Zum einen wurde dies erst heute in der „Son“ berichtet, zum anderen tappen die Verantwortlichen des Flughafens immernoch über Ursache und Urheber der freundlichen Begrüßung im Dunkeln. Zwar wurden vielen Mitarbeitern, die ursprünglich Zugriff auf die Programmierung der Tafeln hatten, die Rechte entzogen, es gab allerdings noch keine Meldung, die einen Hack des Systems ausschließt.

Flirten erst ab 18? Zypries dreht auf

Dienstag, 11. Dezember 2007

Kaum zurück in der Heimat, findet sich doch tatsächlich wieder ein grandioser Schuss unseres, scheinbar unter Hirnschwund leidenden Justizministeriums. Laut Spiegel Online will die Bundesregierung diese Woche einen Gesetzesentwurf verabschieden, der sogar einfaches Flirten unter Jugendlichen, sollten dabei irgendwelche sexuellen Handlungen in Betracht gezogen werden, unter Strafe stellt. Und als ob das nicht schon genug wäre, würde in dem Fall auch der Unterschied zwischen Jungendlichem und Erwachsenem im Strafmaß aufgehoben. Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr sollen demnach wie Erwachsene mit Haftstrafen bis zu 10 Jahren bestraft werden.

Wer sich über so etwas kurioses wundert, der kommt sicherlich auch schnell auf die Quelle der absurden Idee: Natürlich basiert das Ganze wieder einmal auf einem Rahmenbeschluss der EU. Und wie schon in der Vergangenheit oft zu beobachten war, sobald etwas von der EU kommt, wird es riguros und in aller möglichen Härte von Frau Zypries und ihrem, der EU in den Allerwertesten kriechenden, Justizministerium umgesetzt (siehe z.B. Bologna-Prozess oder Vorratsdatenspeicherung). Und das, obwohl ein Rahmenbeschluss weder bindend ist, noch die rechtlichen Konsequenzen in dieser Härte dort festgeschrieben sind.

Die Auswirkungen, sollte das Gesetz tatsächlich verabschiedet werden, wären fatal: Der sexuelle Selbstfindungs- bzw. Reifungsprozess würde rechtlich aus der Pubertät herausgedrängt und auf das Erwachsenenalter verschoben. Zwar würden einverständlich durchgeführte sexuelle Annäherungen nicht juristisch verfolgt, so das Justizministerium, dieses ist aber im Gesetzesentwurf nicht festgehalten. Letztendlich könnten die Jugendlichen also auch für diese bestraft werden. Dabei geht das Gesetz weit über das landläufige Verständnis sexueller Handlungen hinaus: Erfasst wird beispielsweise auch der Kinobesuch, bei dem die Hand des Jungen, nachdem er sich endlich dazu überwunden hat, per Gähnen und Strecken das Mädchen in den Arm zu nehmen, kurz an ihre Brust rutscht. Prinzipiell unabhängig davon, ob sie etwas dagegen hat oder nicht. Und nicht nur das, sogar der Versuch wäre nach dem Willen der EU schon strafbar. Warum dies? SPON erläutert dazu, dass die Einladung zum Kinobesuch als „Entgeld“ für die Handlung betrachtet würde. Da stellt sich die Frage, wie die rechtliche Konsequenz aussähe, wenn jeder seine eingene Karte bezahlt?

Doch damit nicht genug, die Auswirkungen des Gesetzes wären auch auf einem ganz anderen Sektor fatal. Denn seit Jahrzehnten werden Jugendliche durch Zeitschriften wie die BRAVO aufgeklärt. Viele sehen darin, verständlich weil anonym, einen wesentlich einfacheren Zugang, ihre intimen Fragen beantwortet zu bekommen, als beispielsweise diese mit ihren Eltern zu besprechen. Doch diese Form der Publikation von sexuellen Handlungen würde mit dem Gesetz ebenso unter Strafe gestellt. Erzählungen über sexuelle Handlungen unter Jugendlichen oder gar Abbildungen von nackten Jugendlichen, wie es sie schon seit vielen Jahren auf den Aufklärungsseiten der BRAVO gibt, wären plötzlich gesetzeswidrig. Und damit nicht genug, denn sogar das Urlaubsfoto einer Jugendlichen im knappen Bikini wäre womöglich strafbar.

Doch auf den fatalsten Punkt bin ich noch gar nicht gekommen: Denn prinzipiell würden von einem Tag auf den anderen Beziehungen unter Jugendlichen, die bereits bestehen, gesetzeswidrig. Wie oben erwähnt soll die Einvernehmlichkeit zwar nicht strafbar sein, sie ist aber erstens nicht im Gesetz beachtet und zweitens bestünde jene Einvernehmlichkeit ja nicht mehr, wenn beispielsweise einer der Partner den anderen beim Kuscheln intim berührt, der andere diesen aber abweist. Schon wäre der Versuch wieder strafbar, obwohl sich die beiden fünf Minuten später wahrscheinlich einig wären, dass überhaupt nichts Schlimmes passiert ist und sie einfach noch warten wollen.

Alles in allem muss man zu dem Schluss kommen, dass dieses Gesetz ein gewaltiger Rückschritt wäre. Die sexuelle Aufklärung der 70er, die prinzipiell zu einem wesentlich verantwortungsvolleren Umgang mit Sexualität geführt hat, würde im Keim abgewürgt. Die Konsequenzen kann man sich kaum ausmalen. Was man allerdings sicher sagen kann, wäre, dass die Jugendlichen in Zukunft in ihrem sexuellen Reifungs- und Sozialisationsprozess auf härteste Weise gestört würden. Ich würde sogar so weit gehen, dass hier per Gesetz ein von der Natur eingeplanter Prozess verboten werden soll. Die Absurdität ist kaum zu übertreffen.

F: Woran merkt man, dass man alt wird?

Samstag, 20. Oktober 2007

A: Die jüngeren Freunde fangen an, einen zur Hochzeit einzuladen (Oh Mann, bin ich alt).