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Fragwürdige Ehrung für Delling und Netzer

Sonntag, 27. April 2008

Ohje, es gibt wieder was. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat ihren diesjährigen Medienpreis für Sprachkultur doch tatsächlich an das ARD-Sportmoderatoren-Duo Gerhard Delling und Günter Netzer verliehen, berichtet die Netzeitung. In der Begründung heißt es u.a.:

Das Gespann verstehe es, die Fußballgemeinde an den Fernsehschirmen «durch Diskussion zu informieren» und verbinde Sach- und Fachkunde mit geschliffenem Deutsch.

Ach so. Also das finde ich jetzt etwas merkwürdig. Ich erinnere mich dunkel an die vielen Spiele während der WM 2006 zurück, die die beiden uns geboten hatten. Und ebenso genau erinnere ich mich noch daran, dass alle, aber auch wirklich ausnahmslos alle, die ich diesbezüglich fragte, Delling und Netzer als die neuzeitliche Reinkarnation der Pest im Fußballgeschäft sahen, nicht wenige sogar extra umschalteten, wenn die beiden auf den Schirmen erschienen. Und mein Umgang pflegt eigentlich schon Freund des guten Deutsches zu sein.

Wer will denn die beiden noch sehen, wie sie sich in jedem Satz anfrotzeln? Und genau das soll jetzt ausschlaggebend für eine neue, besonders wertvolle Art der Sportberichterstattung sein? Na dann, in wenigen Monaten haben wir sie ja wieder. Was freu ich mich schon.

Im Kommunikationssumpf

Freitag, 18. April 2008

Diese Woche scheint in Sachen Email-Kommunikation nicht meine gewesen zu sein. Die eine Hälfte, die ich schrieb, endete in Monologen, deren Kernforderungen aber wenigstens noch wortlos erfüllt wurden, die andere Hälfte glänzte durch gänzliche Missachtung. Dabei waren da durchaus einige dabei, bei denen eine Antwort eigentlich selbstverständlich gewesen wäre. Aber das scheint die zur Regel zu werden.

Beispiel 1: Die Anfrage nach Hilfe

Chronologisch auch die erste Mail in dieser Woche. Konkret ging es um eine Sammelanfrage eines Vereins, bei dem ich lange aktives Mitglied war, die an so ziemlich alle rausging und sich um zu besetzende Dienste drehte. Als ich sie bekam, antwortete ich, wie immer diplomatisch und hilfsbereit (ernsthaft ;-)), dass sowas zwar, bedingt durch meinen Wohnort, der mittlerweile 250km vom Vereinsheim entfernt ist, nur unter erschwerten Bedingungen möglich wäre, ich mir aber bei Personalnotstand natürlich Zeit nehmen würde. Einziger Knackpunkt, und damit auch die Frage der Fragen: Ich bin mittlerweile einvernehmlich auf passive Mitgliedschaft umgestellt worden und wusste nicht, ob ich da eigentlich noch Dienste machen dürfte, versicherungstechnisch.

Am nächsten Morgen segelt dann die Antwort in mein Postfach. Tenor in etwa: Was ich mich denn so aufregen würde, weil ich nicht mehr als Aktiver geführt würde und überhaupt. Erst meine Mail nicht richtig gelesen – ich habe mich nirgendwo aufgeregt, sondern nur die Frage in den Raum gestellt, ob ich überhaupt noch Dienste besetzen dürfte – und dann auch noch nicht einmal meine Frage beantwortet. Danke auch! Ich also, wieder freundlich wie immer, eine Antwort geschrieben, auf das Missverständnis hingewiesen und nochmal den Kern meiner Frage hervorgehoben. Auf eine Antwort warte ich nun seit knapp einer Woche. So groß scheint der Personalnotstand also zu sein.

Beispiel 2: Die Hochzeitsplanung

Nein nein, keine Sorge, nicht meine. Aber die eines sehr guten Freundes, der ebenfalls 250km von hier weg wohnt. Ich bekomme die Einladung Anfang der Woche. Also schnell eine Email zurückgeschickt, weil ich Telefonieren zu normalverträglichen Zeiten immer vergesse. Frage war hierbei, ob ich mit Anhang kommen dürfe (inkl. Anmeldung desselben), ob es in der Nähe des Hotels einen Parkplatz gäbe, auf dem man mal eben mit dem Wohnmobil stehen könne und so weiter und so fort. Organisatorisches eben. Auf eine Antwort warte ich nun auch schon die ganze Woche.

Beispiel 3: Der Plagiatsfall

In dem Fall gibt’s eigentlich zwei Emails, die aber wenigstens unterschiedlich behandelt wurden. Die erste ging gestern Abend raus, weil ich bei der Geschichte, nachdem mein Pingback schon nicht auf dem referenzierten Blog auftauchte, wenigstens wünschte, der Plagiatspingback würde entfernt. Die Email blieb leider unbeantwortet, der Pingback steht auch noch im betroffenen Blog :-(

Die zweite Email ging heute Mittag an den Betreiber des Servers, auf den der DynDNS-Eintrag des Plagiators verwies. Ein, so scheint es mir, gehe ich von der Firmenhomepage aus, seriöses Kleinunternehmen. Um eine Antwort hatte ich ausdrücklich in jedem Fall gebeten, bekommen habe ich keine. Naja, ich bin’s ja mittlerweile gewohnt. Immerhin ist das komplette Blog seit heute Nachmittag offensichtlich nicht mehr zu erreichen. Wenigstens das lief glatt.

Beispiel 4: Die Kontoauflösung

Gut, hierbei handelt es sich nicht um Email-, sondern um Postverkehr – aber es passt so gut. Am 01. Februar habe ich meiner Beraterbank postalisch die Kündigung meines Girokontos zukommen lassen. Ja, ich habe wieder mal gedacht, Kündigungen müssen doch auch ankommen, wenn sie ohne Rückschein geschickt werden. Tun sie aber nicht. Ich weiß nicht, wie die Post das macht, aber irgendwie filtern die die Kündigungen raus. Ich hatte in meinem Leben, und ich habe schon einige geschrieben, noch keine einzige Kündigung, die ohne Einschreiben mit Rückschein angekommen ist.

Gut zwei Monate ist es also her. Und gestern bekomme ich von meiner Beraterbank doch tatsächlich Post. ‚Toll‘, freue ich mich, ‚wird die Auflösung doch noch laufen‘. Nein, tut sie nicht. Denn man wollte mich nur freundlich darauf hinweisen, dass die Kontoauszüge nun auf DIN-A4 umgestellt werden, weil das ja so ein praktisches Format wäre. Gleichzeitig gab’s dann gleich noch die Gebühren für nicht abgerufene Kontoauszüge des ersten Quartals. Danke auch!

Fazit

Ich glaube, ich schreibe einfach keine Emails mehr. Mal gucken, wie lange es dauert, bis sich Hinz und Kunz wieder beschweren, dass ich mich ja nie melden würde, seit ich nach Kassel gezogen bin. Wie man’s macht, ist’s falsch. Da soll noch einer die Gesellschaft verstehen.

Frühlingsmisanthropie

Donnerstag, 17. April 2008

Ich weiß ja nicht, ob ich der Einzige mit solchen Phasen bin. Ich hasse den Kasseler Pseudo-Frühling. Also so wirklich. Seit fast einem Monat ist nun kalendarisch Frühling. Aus Berlin bekommt man sogar schon frohe Kund, man könne des nachts das Fenster sperrangelweit offen lassen. In Oldenburg, wo ich mich bis vor zwei Wochen befand, konnte man auch schon bequem im Pullover rumrennen. Überall ist Frühling. Überall? Neein. In hessisch Sibirien wehrt sich eine Möchtegern-Großstadt, das selbsternannte Paradies der gehobeneren Klasse von Rhein-Main und Ruhrpott – die Rede ist natürlich von Kassel.

Hier kommen wir tagsüber immernoch nicht über 7°C hinaus, nachts friert es noch und es ist grundsätzlich Grau in Grau (mein vollstes Mitgefühl an andere Grau-Seher). Davon abgesehen regnet es zu oft, zwischendurch kommt auch mal Hagel durch und der Wind ist im Mittel auch nicht mehr mit normalen Frühlingsböen vergleichbar.

Wen wundert es da noch, dass ich immernoch nicht regelmäßig in die Uni, geschweige denn überhaupt mal ungezwungen vor die Tür gehe? Seit zwei Tagen kommt auch noch Frühlingsmisanthropie dazu. Das manifestiert sich darin, dass ich keine Lust mehr zum Bloggen, Twittern, Menschen hören, sehen, riechen, schmecken, ärgern, zur Weißglut treiben [Liste beliebig fortführen] habe. Sehr zu meinem Leidwesen und dem meines Umfeldes, denn eigentlich bin ich ein recht kommunikativer Mensch.

Naja, am Wochenende soll’s ja (mal wieder) wärmer werden. Warten wir’s ab. Vielleicht fällt ja dann auch endlich Kassel – die letzte Bastion.

Die verzwickte Hausaufgabe

Donnerstag, 31. Januar 2008

Tja ja, nun ist es also soweit. Die vergangenen zwei Wochen sind abgelaufen und ich habe keinen Nutzen aus meiner Vergesslichkeit bzgl. der letzten Hausaufgabe diesen Semesters gezogen. Ganz im Gegenteil: Einen Tag vor Abgabe fange ich nun endlich an zu schreiben.. und muss feststellen, drei Seiten können verdammt lang sein. Und wer kennt das nicht? Alle fünf Minuten kontrollieren, ob man nun endlich ein großes Stück weiter gekommen ist, und alle fünf Minuten die Ernüchterung, dass immernoch kein eklatanter Unterschied zur Vorversion sichtbar wird.

Ich, meines Zeichens bekanntermaßen Linuxer, verwirkliche Arbeiten dieser Art gerne mit LaTeX, weil ich mir dann die Arbeit am Layout sparen kann und alle Arbeiten schön einheitlich aussehen. Nun hat dies aber den Nachteil, dass man während des Schreibens nicht erkennen kann, wie viel Produkt man schon erarbeitet hat. Also treibe ich die Kontrolle momentan wieder zum Höhepunkt und übersetze meinen Text gefühlt nach jedem Halbsatz. Und wer hätte es anders erwartet, der Text wird und wird nicht länger. Allerdings beschleicht mich langsam das Gefühl, ich würde mehr Zeit zum Kontrollieren, als zum eigentlichen Schreiben aufbringen…

Gott gab dem Menschen die Spülmaschine..

Dienstag, 02. Oktober 2007

. . doch der arme Student kann sie sich nicht leisten. Spülmaschinen verursachen soziale Ungleichheit.