Kram getagged mit ‘Sozialstruktur’

Neulich bei Anne Will..

Dienstag, 03. Juni 2008

Man kann von Anne Will und ihrer Show auf der ARD sagen, was man will. Man kann auch von Lafontaine und seiner demagogischen linkspopulistischen Ader sagen, was man will. Manchmal ist die Sendung zwar eher schlecht Genre Unterschichtenfernsehen, Lafo schwätzt auch einen Haufen Müll, aber dann kommen die paar essenziellen Punkte, in denen die blanke Wahrheit gesprochen wird.

Am Sonntag gab es solche Situationen. Beispiel Telekom-Skandal. Lafo sagt genau das, was alle denken: Wer hat denn u.a. der Telekom das Gesetz auferlegt, das zu den Möglichkeiten, die den Skandal auslösten geführt hat? Und wer würde denn gerne das Gleiche im großen Stil machen?

Beispiel Überwachung der Linkspartei durch den Verfassungsschutz. Lafo nennt das Totschlagsargument, auf das ich bislang noch gar nicht gekommen bin: Es mag ja sein, dass in der Linken einige Mitglieder mit fragwürdigem Hintergrund oder verfassungsfeindlichen Plänen sitzen. Aber wer ist denn in den letzten Jahren regelmäßig mit seinen Gesetzesvorhaben, die er als absolut verfassungskonform ansieht, beim Verfassungsgericht gescheitert? Wer ist denn dann der größere Verfassungsfeind? Und warum wird ER nicht vom Verfassungsschutz überwacht?

Beispiel Einkommensteuerentlastungen: Ja, es mag stimmen, dass die oberen 50% 93% des Einkommensteuervolumens zahlen und die unteren 50% nur 7%. Das ist auch schön. Aber die oberen 50% können sich ihr Brot zum Frühstück auch trotzdem locker leisten. Bei den unteren 50% ist ein gehöriger Anteil dabei, der das trotz Arbeit nicht kann. Also wo soll denn da bitte die Verteilungsungleichheit sein? Bei der höheren Belastung der oberen 50% mit Sicherheit nicht.

In der Reihe könnte ich noch einige Beispiele nennen. Die Managergehälter kamen auch zur Sprache, da habe ich auch nur mit dem Kopf schütteln können. Letztendlich soll das auch kein Lobespost auf Lafo sein, der Mann hat nen Knall. Aber manchmal hat er einfach Recht. Und nur, weil er das Ganze linkspopulistisch verpackt, wird es nicht falsch!

Kluft zwischen Arm und Reich wird größer

Sonntag, 18. Mai 2008

Morgen wird er offiziell vorgelegt, heute hat Bundesarbeitsminister Scholz gegenüber der BamS einen Ausblick gegeben: Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Die NETZEITUNG und SPIEGEL Online berichten über die überwiegend ernüchternden Ergebnisse. Demnach gelten 13% der Bundesbürger als arm, was nach EU-Definition einem Nettoeinkommen von weniger als 60% des mittleren Einkommens entspricht, effektiv 781 Euro. Weitere 13% befinden sich in der prekären Lage, durch Sozialleistungen vor dem Abrutschen in die Armut bewahrt zu werden. Insbesondere erschreckt Scholz aber der Anteil derer, die sich trotz Erwerbsarbeit in der prekären Lage befinden. Daraus folgt, nicht unberechtigterweise, wieder der Ruf nach Mindestlöhnen. Einzige positive Tendenz zeichnet sich bei den Rentnern ab, bei denen nur 2,3% auf Grundsicherung angewiesen seien.

Interessant wäre für mich jetzt eigentlich noch zu wissen, was mit beispielsweise Studenten ist, die durch ihre Eltern teil-/finanziert werden. Die dürften in der Statistik eigentlich nicht auftauchen, würden die Armutsquote aber wohl noch um einiges in die Höhe treiben. Betrachte ich beispielsweise mein Einkommen, von dem der Staat nur teilweise etwas mitbekommen könnte, muss ich leider sagen: Ich bin arm!